Heathen - Empire Of The Blind (Cover Artwork)
Fr, 18. September 2020

Heathen – Empire Of The Blind

Heavy Metal, Thrash Metal
23.08.2020
Heathen - Empire Of The Blind (Cover Artwork)

Rückkehr nach einer Dekade

Heathen, die Truppe um Exodus Klampfer Lee Altus meldet sich nach zehn Jahren mit neuem Material zurück! Und dieses wird von Fans auf der ganzen Welt sehnsüchtig erwartet. Angesichts dessen, was auf diesem Planeten grad so passiert, passt auch der Titel „Empire Of The Blind“ da wie die berühmte Faust aufs Auge…

Zugegeben: Thrash Metal ist im Normalfall nicht so meine Baustelle. Es gibt allerdings Ausnahmen – Death Angel als Beispiel. Und Heathen! Wobei die oftmals auch „gemässigter“ unterwegs sind und daher auch eher den Zugang zu meinen Lauschern finden. Der letzte Output („Evolution Of Chaos“) ist zweifellos äusserst hörbar. Ich hab immer gesagt, dass sich Lee Altus besser auf Heathen als auf Exodus konzentrieren soll… Dann hätte es wohl keine zehn Jahre gedauert mit dem Nachfolger! Nun, es ist so wie es ist – und das Imperium der Blinden ist jetzt endlich da!

Nach dem atmosphärischen Intro (passend „The Rotting Sphere“ benannt) prügelt sich der Fünfer grad ein erstes Mal den Frust vom Leib. „The Blight“ besticht aber nicht nur mit Geschwindigkeit, sondern mit einem etwas gemässigteren Mittelteil und ersten geilen Gitarrensolos, bevor dann gegen Ende nochmals richtig Gas gegeben wird.

Solche Hochgeschwindigkeitsnummern sind insgesamt aber dennoch eher die Ausnahme. „Blood To Let“ ist eine davon, da hauen einem Lee Altus und sein Pendant Kragen Lum (der ja zumindest live auch bei Exodus dabei ist) die Riffs im Multipack um die Ohren, gleiches gilt für „The Gods Divide“. Und wenn wir gerade von den Saitenhexern reden: In die Kategorie „ungewöhnlich“ (man kann auch „überraschend“ sagen) gehört das über fünfminütige Instrumental „A Fine Red Mist“. Das ist ein Gitarrenduell auf verdammt hohen Niveau! Fraglos ein spezieller Farbtupfer.

Mehrheitlich bieten Heathen hier jedoch etwas gemächlicheren Stoff – zumindest was die Geschwindigkeit angeht. Neue Rekorde wollen die Jungs diesbezüglich sicher nicht aufstellen. Aber das tut der Härte und Intensität der Songs jedenfalls keinen Abbruch. Man höre sich dafür mal den stampfenden Titeltrack an!

Ein weiteres Highlight ist zweifellos „Dead And Gone“. Neben dem markanten Gesang von David White, punktet der Track mit erneut saustarken Gitarrensolos. Wirklich beeindruckend, was die Herren hier vom Stapel lassen! Dass Heathen zudem auch noch komplett anders können, zeigt das ruhige „Shrine Of Apathy“, welches – trotz sägenden Klampfen im Mittelteil – schon fast als Ballade durchgeht. So hat man die Kalifornier wahrlich noch nicht oft gehört. Nochmals ein überraschender Farbtupfer!

Apropos variabel: Mit „Devour“ geht der Fünfer nun sogar in Richtung Pantera. Das ist für mich dann allerdings zu viel des Guten… Da sind mir die melodiösen Highspeed Attacken deutlich lieber. Schlussendlich zeigt diese Nummer allerdings nur auf, wie vielschichtig Heathen sind und es bleibt für mich persönlich der einzige kleine Makel.

Das Fanzit Heathen – Empire Of The Blind

Comeback geglückt! Ok, man kann nicht wirklich von einem „Comeback“ reden, dennoch ist eine Dekade auch in der heutigen Zeit eine eher lange Zeitspanne zwischen zwei Alben. Aber die Umstände sind ja bekannt – Heathen sind schlussendlich nur so etwas wie der kleine Bruder von Exodus. Oder so. Nichtsdestotrotz ist das vierte Studioalbum richtig stark geworden. Etwas weniger purer Thrash, dafür mehr US Power Metal, garniert mit kleineren stilistischen Ausreissern. Jetzt wäre es nur noch wünschenswert, dass man das Material möglichst bald auch live erleben darf… In der Zwischenzeit gibt’s von mir 8 von 10 Punkten.

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Trackliste „Empire Of The Blind“

  1. This Rotting Sphere
  2. The Blight
  3. Empire Of The Blind
  4. Dead And Gone
  5. Sun In My Hand
  6. Blood To Be Let
  7. In Black
  8. Shrine Of Apathy
  9. Devour
  10. A Fine Red Mist
  11. The Gods Divide
  12. Monument To Ruin

 

Video Heathen – Empire Of The Blind


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8/10



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23.08.2020