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Soulwound – The Suffering (Cover Artwork)
Fr, 11. September 2020

Soulwound – The Suffering

Death Metal, Thrash Metal
23.09.2020
Soulwound – The Suffering (Cover Artwork)

Das Leiden der verwundeten Seele

Die fünfköpfige Band Soulwound ist im Süden Finnlands beheimatet und geht am 11. September 2020 mit ihrer dritten Lärm-Ansammlung an den Start. Das Teil hört auf den Namen «The Suffering» und soll vom Label Inverse Records unters Volk gebracht werden. Eure Gehörgänge können sich auf ein Gemisch aus Thrash und Death Metal freuen.

Das Album – «The Suffering»

Beim Opener «Waste Of Life» können bereits erste «Riff-gasmen» vernommen werden. Kommen diese zu Beginn noch elend schwerfällig aus der Start-Box, wird das Tempo schon bald rapide angekurbelt. Ilkkas Stimmorgan hüpft wahrlich unbeeindruckt zwischen der Todes- und Dresch-Abteilung hin und her. Kopfnicker dürften bei diesen Klängen ausreichend beschäftigt sein. Würde man Six Feet Under und irgendeine Thrash-Kapelle gemeinsam in einen Topf werfen und ein paar Mal kräftig umrühren, käme am Ende exakt der Sound heraus, den die Nordmänner hier zum Besten geben.

Der nächste rasante Nackenzerstörer folgt sogleich! «Ritual Cleansing» ist ausgezeichnetes Headbanger-Futter. Wen das völlig kalt lässt, hat den Schuss definitiv nicht gehört. Wenn dieser Schnellzug erst einmal Fahrt aufgenommen hat, scheint er unaufhaltsam zu sein. Intensität pur! Niko und Mikko kitzeln phasenweise wirklich alles aus ihren Klampfen heraus.

Bei «Pleasures» handelt es sich dafür eher wieder um ein schleppendes Groove-Biest. Erstmals hat der Bass von Joni seine Momente im Scheinwerferlicht. Des Weiteren wirken die Melodien der Saitenhexer auf mich wie ein Weisser Hai, der im grossen, weiten Ozean gerade seine Beute umkreist. Die erzeugte Spannung bis zum Angriff ist förmlich spürbar. Obendrein ist es eines der längeren Stücke der Platte.

Auf der Videoplattform YouTube sind drei Clips zu Tracks von «The Suffering» verfügbar. Der mit Abstand unterhaltsamte davon ist zweifelsohne «The Cult Of I». Die spinnen, die Finnen! Gleichzeitig beweisen die Herrschaften mit diesen Illustrationen unglaublich viel Humor. Es sei nämlich ein – Zitat – «no-budget-no-effort DIY music video». Fragen? Keine! Jedoch ist das Lied auch absolut hörbar. Ausserdem verfehlen die kritischen Zeilen ihren Effekt keinesfalls. Da schwirren eindeutig gewisse Lamb Of God-Allüren mit herum.

Trommel-Mann Janne hat einiges auf dem Kasten, was er während «Enter The Hivemind» abermals unter Beweis stellt. Allerdings klingt die Produktion irgendwie nicht konstant lupenrein. Interessanterweise sei das genau die Absicht der Verantwortlichen gewesen. Man liess ein paar menschliche Fehler drin, um das ganze Ding authentisch zu halten. Solange es nicht allzu heftig ausartet, kann ich mit diesem Ansatz durchaus leben. Nichtsdestotrotz will der Funke hier einfach nicht hundertprozentig herüberspringen.

Vorsicht vor den Fleisch-Puppen («Meat Puppets»)! Zuerst zeigt einem eine Stimme ab Band auf, was für ein erbärmliches Wesen man doch ist. Anschliessend packt das Quintett die Keulen aus und knüppelt sich wuchtig und kompromisslos durch die Gegend.

Der Systemfehler («Error In The System») führt schnörkellos zu herumwirbelnden Mähnen. Der finnische Krach-Express setzt zur einem weiteren Zerstörungs-Trip an. Eure aufgestauten Aggressionen wollen in die Freiheit entlassen werden? Tja, dieser Song wäre freilich das optimale Mittel für dieses Vorhaben.

Mit «This Hatred» werden die Hasstiraden fleissig fortgesetzt. Die Herren schalten einen Gang zurück und fokussieren sich wieder mehrheitlich auf die groovigen Elemente. Die Stampfer-Abschnitte kommen jedoch überhaupt nicht zu kurz. In der zweiten Hälfte wird das Tempo ab und an ordentlich gesteigert, so dass die Komposition schlagartig mitreissender wirkt.

Das wilde «Apex Parasite» ebnet schliesslich langsam den Weg für die Zielgerade. Erneut ein Stück, welches die Nackenwirbel leiden lässt. «Gang-Shouts» werden ebenfalls eingesetzt. Aufgrund des intensiven Abfeierns vergeht die Zeit wie im Flug. Viel zu rasch gelangt man ans Ende, aber das Liedgut macht trotzdem Laune und Spass!

Den endgültigen Schlussstrich zieht mit «Death Of The Sun» die längste Hymne des Silberlings. Schau an, da werden die Nordmänner plötzlich noch ein bisschen experimentierfreudig. Zwischendurch machen sich Melancholie und Düsternis bemerkbar. Primär bleibt der Fünfer allerdings seinen bewährten «Waffen» treu.

Das Fanzit Soulwound – The Suffering

Soulwound sind eine weitere Gruppe aus dem Land der tausend Seen, die man zurecht auf dem Schirm haben sollte. Ihr Gemisch aus Thrash und Death Metal schlägt unumstösslich ein. Auf «The Suffering» zeigen sich die Südfinnen mal grob, mal groovig, mal ultraschnell und mal etwas schleppender. Ausgiebige Nacken-Fitness kann glasklar garantiert werden.

Empfehlenswerte Hörproben: «Ritual Cleansing», «The Cult Of I», «Error In The System»

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Tracklist Soulwound – «The Suffering»

  1. Waste Of Life
  2. Ritual Cleansing
  3. Pleasures
  4. The Cult Of I
  5. Enter The Hivemind
  6. Meat Puppets
  7. Error In The System
  8. This Hatred
  9. Apex Parasite
  10. Death Of The Sun

Line Up – Soulwound

  • Ilkka Valkonen – Gesang
  • Niko Huusari – Gitarre
  • Mikko Huusari – Gitarre
  • Janne Huusari – Drums
  • Joni Järvenmäki- Bass

 

Video Soulwound – The Cult Of I


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8/10



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23.09.2020