Agent Steel – No Other Godz Before Me (Cover Artwork)
Fr, 19. März 2021

Agent Steel – No Other Godz Before Me

Speed Metal, Thrash Metal
13.06.2021
Agent Steel – No Other Godz Before Me (Cover Artwork)

Getretener Quark wird breit, nicht stark

John Cyriis war schon 1985 für seinen Egozentrismus bekannt. Der Titel „No Other Godz Before Me“ kann deswegen ironisch aufgefasst werden. Jahrelange Streitereien mit Cyriis zwangen Agent Steel dazu, sich mehrmals zu umbenennen. Musiker kamen und gingen, die Fans waren verwirrt – oder fühlten sich verarscht –, was fürs Geschäft alles andere als förderlich war.

2021 präsentiert „the real“ John Cyriis das – nach seiner Zeitrechnung – dritte Werk von Agent Steel.

Beim ersten (Hör-) Date gibt es ordentlich etwas auf die Nackenmuskeln und das Hirn reagiert in etwa so: Es fegt! Wow, das geht ab! Die Riffs sind schneidend, die Songs kompakt, der „Chef“ ist wieder am Mikrofon und alles ist scheinbar wieder wie einst im Mai. Nach dem ersten Rausch und besserem Kennenlernen kippt langsam die Stimmung. Was ist zum Beispiel mit Cyriis‘ Stimme los? Ist das etwa Auto-Tune, oder warum klingt sie so seltsam? Sie tönte schon immer wie eine Sirene, aber nicht wie eine nervige Mücke in einer schwülen Sommernacht. Technisches Viagra für die Stimmbänder war vermutlich gerade im Angebot, als das Studio gebucht wurde. Die neuen Musiker um ihn versuchen, das Feeling der ersten Agent Steel-Platten nachzuahmen, was punktuell gelingt. Es zu tun, ohne dabei gekünstelt zu wirken, klappt aber so lala.

Mit mehr eigenen Ideen wäre „No Other Godz Before Me“ vermutlich spannender geworden, denn bis auf ein paar powermetallischen Melodien und einige wirklich gute Riffs ist der Rest austauschbar oder wirkt wiedergekäut. Die müden Gitarrensoli treten den Quark nur breiter und helfen dabei, diese Band ohne Reue auf die Liste der Abzuschreibenden zu setzen (oder sie darauf zu lassen, je nach Auffassung).

Das Fanzit Agent Steel – No Other Godz Before Me

Die vierzig Minuten von „No Other Godz Before Me“ können ruhig nebenbei laufen, um die Zeit totzuschlagen. Einige Lieder sind passabel und werden auf Tour das Publikum vermutlich begeistern, aber nicht einmal sie können verhindern, dass dieses charakterschwache Werk wie ein Stein in der Flut von Massenware versinkt.

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Trackliste Agent Steel – No Other Godz Before Me

  1. Passage To Afron-V
  2. Crypts Of Galactic Damnation
  3. No Other Godz
  4. Trespassers
  5. The Devil’s Greatest Trick
  6. Sonata Cósmica
  7. Veterans Of Disaster
  8. Carousel Of Vagrant Souls
  9. The Incident
  10. Outer Space Connection
  11. Entrance To Afron-V

Video Agent Steel – No Other Godz Before Me


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 6/10



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13.06.2021