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Vulture Lord – Desecration Rite (Cover Artwork)
Do, 10. Juni 2021

Vulture Lord – Desecration Rite

Black Metal, Death Metal, Thrash Metal
09.06.2021
Vulture Lord – Desecration Rite (Cover Artwork)

Gekommen um euch zu entweihen

Stolze 18 Jahre war es still um die Truppe Vulture Lord. Jetzt melden sich die Norweger endlich mit neuem Material zurück. Das zweite Studioalbum trägt den Namen «Desecration Rite» und soll am 10. Juni 2021 via Odium Records auf die Menschheit losgelassen werden.

Die einzelnen Mitglieder bringen Erfahrungswerte aus Formationen wie Carpathian Forest, Endezzma, Beastcraft oder Urgehal mit. Im selben Atemzug mit all diesen Bands ist ebenfalls der Akteur Nefas (bürgerlich Trond Bråthen) unbedingt zu erwähnen. Der fleissige Kerl mag zwar 2012 verstorben sein, allerdings stammen diverse Komposition für die demnächst das Licht der Welt erblickende Vulture Lord-Scheibe ursprünglich noch aus seiner Feder. Wie mächtig sein Nachlass in Form dieses musikalischen Entweihungsrituals ist, werde ich nun genauer untersuchen.

Das Album – «Desecration Rite»

Das Intro «Glorification Of The Dethronation» lässt dank seiner dramatischen und theatralischen Akzente fraglos aufhorchen. Eine Stimme verkündet, dass Gott – sofern er überhaupt jemals existiert habe – längst tot sei und inzwischen jemand anders beziehungsweise ein komplett anderes Geschöpf an seiner Stelle herrsche. Satan würde zu dieser Aussage wohl sicherlich anerkennend nicken. So richtig Fahrt nimmt die ganze Geschichte schliesslich mit dem anschliessenden «Bloodbound Militia» auf. Da donnert ein grobes und unaufhaltsames Gemisch bestehend aus Black, Death und Thrash Metal ums Eck! Nein, diese Miliz verzichtet garantiert auf Gefangene. Peitschende Drums, laut heulende Klampfen und ein fieses Gekrächze am Mikrofon – das erfüllt locker sämtliche Bedürfnisse einer jeden düsteren Seele.

Mit «Stillborn Messiah» wird das höllische Dauerfeuer gegen das Christentum konsequent fortgesetzt. Wer Erlösung sucht, sollte besser die Finger von diesem Eisen lassen. Hasserfüllt werden alle Hindernisse aggressiv niedergemäht. Insbesondere die Verschmelzung zwischen schwarzmetallischen und prügellastigen Elementen erweist sich als äusserst wirkungsvoll. Über einen wilden Pit dürfte man sich bei einer Live-Performance dieser Herrschaften effektiv nicht beklagen – das müsste wahrscheinlich sogar die sogenannte «true» Fraktion zugeben. Beim Geierfürst («The Vulture Lord») bleibt der Nackenfitness-Level weiterhin hoch. Die Musik ist genau so wild, rau und ungezähmt wie gewisse Landstriche Norwegens.

Ich bleibe gerne dabei, dass ist einfach affengeiler Black/Thrash Metal, der keinen Stein auf dem anderen lässt! Dies wird während «Diabolical Intervention» abermals eindrücklich bestätigt. Mitreissende Hochgeschwindigkeits-Soli der ersten Güteklasse! Groovige Abschnitte finden ebenfalls problemlos Platz in diesen Songstrukturen. Als Nächstes will der Sarg vorbereitet werden («Prepare The Coffin»). Die nach Tod miefende Holzkiste wird bei diesen derben Klängen zweifelsohne von ein paar Mähnen schwingenden Typen durch die Gegend getragen. Erneut frönen die Künstler ihrer wilden, nimmersatten Wut. Ein weiteres Hammer-Biest trägt den Titel «Beneficial Martyrdom». Hört zufälligerweise sonst noch jemand knackende Nackenwirbel? Die Zusammenarbeit zwischen Trommelfeuerwerk und hyperrasanten Soli funktioniert kontinuierlich ausgezeichnet.

Im Rahmen der Schlussetappe der Platte geht es Gott endgültig an den Kragen. Einerseits wird sein heiliges Reich niedergebrannt («Burning The Kingdom Of God») und auf der anderen Seite erfährt die Bibel eine wüste Schändung («Perverting The Bible»). In Sachen Spielzeit handelt es sich um die längsten Kaliber des Albums. Das Quartett ballert nochmals alle seine Stärken raus und sorgt damit für einen überaus machtvollen Abschluss!

Das Fanzit Vulture Lord – Bloodbound Militia

Es ist freilich beeindruckend, wie diese Naturgewalt namens Vulture Lord mit Leichtigkeit etliche Spuren der Verwüstung hinterlässt. Die Zusammenführung von Black und Thrash Metal ist den Herren auf «Desecration Rite» verdammt überzeugend gelungen. Dieser feurige, mit Zorn erfüllte, rabiate Teufels-Silberling lehrt jedem Gotteshaus und jedem gutgläubigen Christen das Fürchten, weil es umgehend Fackeln tragende Headbanger herausbeschwört. Sperrt eure Lauscher weit auf und lasst die Diener des Leibhaftigen ihr Werk vollbringen!

Empfehlenswerte Hörproben: «Bloodbound Militia», «Prepare The Coffin», «Beneficial Martyrdom», «Perverting The Bible»

Tracklist Vulture Lord – «Desecration Rite»

  1. Glorification Of The Dethronation
  2. Bloodbound Militia
  3. Stillborn Messiah
  4. The Vulture Lord
  5. Diabolical Intervention
  6. Prepare The Coffin
  7. Beneficial Martyrdom
  8. Burning The Kingdom Of God
  9. Perverting The Bible

Line Up – Vulture Lord

  • Sorath Northgrove – Gesang
  • Enzifer – Gitarre
  • Malphas – Gitarre
  • Uruz – Drums

Video Vulture Lord – Bloodbound Militia


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8.5/10



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09.06.2021