Metalinside.ch - Burning Witches - Swiss Metal Attack Z7 2019 - Foto Friedemann
Fr, 20. Dezember 2019

Swiss Metal Attack 2019 – Burning Witches, Gomorra, Pertness, Freakings, Influence X

Z7 (Pratteln, CH)
/ 05.02.2020
Metalinside.ch - Burning Witches - Swiss Metal Attack Z7 2019 - Foto Friedemann

Vorweihnachtliches Schaulaufen der Schweizer Metal-Szene 

Fünf helvetische Truppen standen am Freitag auf der grossen Bühne des Z7 beim Swiss Metal Attack 2019 im Einsatz. Zwei davon legten besonders starke Auftritte hin. Unglücklicherweise war die Veranstaltung ziemlich schlecht besucht – die Lust nach Unterstützung von lokalen Künstlern schien somit leider abermals kaum vorhanden gewesen zu sein. 

Mittlerweile sind sie fester Bestandteil der schweizerischen Konzertagenda: Die Swiss Metal Attack-Events. Wie gewohnt findet auch die 2019er-Ausgabe erneut in Pratteln statt. Die einzelnen Kapellen sind den Kennern selbstverständlich bestens vertraut. Aber vielleicht gewinnen die Akteure nach ihren heutigen Darbietungen ja ein paar neue Anhänger dazu. Es wäre zumindest wünschenswert. Meinen letzten Z7-Aufenthalt im laufenden Jahr werde ich sicherlich nochmals in vollen Zügen geniessen. Metalinside-Kollege Friedemann kümmert sich derweil mit seiner Kamera um das Festhalten von ansehnlichen Impressionen.

Influence X

Influence X dürfen die ganze Geschichte um 18.30 Uhr eröffnen. Für den Prog-Liebhaber haben die Herrschaften jede Menge tolle Melodien mit im Gepäck. In diesem Zusammenhang sei beispielsweise das Stück «Mindtrap» erwähnt. Nichtsdestotrotz ist es auf eine gewisse Art und Weise auch ziemlich heikel, dass ausgerechnet diese doch eher komplexe Stilrichtung den Anfang machen muss. Wachrütteln kann man das Publikum damit nämlich nicht. Diese Klänge verleiten viel eher zum gemütlichen Eintauchen und Geniessen. Aufgrund dessen wäre für das Quintett aus Siebnen ein späterer Slot wahrscheinlich die sinnvollere Wahl gewesen.

Freakings

Glücklicherweise folgt direkt im Anschluss die volle Thrash-Dosis – und zwar mitten in die Kauleiste! Das Freakings-Trio knüppelt sich munter und ungebremst durch sein Set. Das bedeutet für uns Beobachter schwerste Nackenarbeit. Wie heisst es in einem ihrer Stücke noch gleich? Genau, «Thrash will never die!» Bockstarke Performance des Dreiergespanns. Mit seiner Gesichtsbehaarung erinnert mich Fronter Jonathan Brutschin übrigens beinahe ein bisschen an den Zwerg Balin aus den «The Hobbit»-Filmen. Ich betone gerne nochmals – nur wegen dem Bart. Das soll keinesfalls einen falschen Eindruck von seiner Körpergrösse vermitteln.

Die Basler werden Anfang des kommenden Jahres ihr neustes Werk «Rise Of Violence» taufen. Wer also nach der ganze Feiertags-Völlerei wieder stehen kann, darf am 4. Januar gerne nach Liestal ins Kulturhotel Guggenheim pilgern und die neue Dekade ordentlich laut einläuten.

Pertness

Für die nächste Gruppe hatten einige von uns (inklusive meiner Wenigkeit) 2019 ausschliesslich lobende Worte übrig. Die Rede ist natürlich von unseren «Swiss Highland-Metallern» Pertness aus Reichenbach. Die vier Kilt-Träger zeigten zuletzt in der Lenzburger Met-Bar eine absolut überragende Darbietung. Heute demonstrieren sie ihr Können erneut, müssen aber mit einer arg miserablen Soundqualität zurechtkommen. Schade, denn dadurch bleibt der sonst eigentlich fast garantierte Abriss leider aus.

Gomorra

Wir schreiben den 25. Februar 2019. Mit der Facebook-Mitteilung «Aus Gonoreas wird Gomorra» liessen die Schwermetaller aus dem Kanton Aargau die Massen aufhorchen. Der Zeitpunkt sei reif, da man sich mit einer neuen Crew weiterentwickeln und richtig durchstarten möchte. Soundtechnisch ist jedoch keine Veränderung auszumachen – und das ist auch gut so. In den nun folgenden 40 Minuten setzt das Quintett zweifelsohne eine Duftmarke. Damir Eskics Gitarre zickt zu Beginn zwar herum und bei Sänger Jonas Ambühl sitzen die hohen Screams nicht immer komplett, aber sonst ruft die Truppe eine Topleistung ab. In den Publikumsreihen sind einige Mähnenschüttler auszumachen.

Bereits Ende November gab’s aus dem Gomorra-Lage eine frohe Botschaft zu verkünden. Man konnte mit dem neuen Label Noble Demon, das von ehemaligen Nuclear Blast und Napalm Records-Mitarbeitern ins Leben gerufen wurde, einen Plattenvertrag abschliessen. Da darf man zurecht auf den kommenden Silberling gespannt sein. Vielleicht liegt dann endlich eine gemeinsame Tour mit Sodom drin, denn als Schreiberling träume ich nur allzu gerne davon, einen Bericht über Sodom und Gomorra verfassen zu können.

Burning Witches

Die Headliner-Position gehört den brennenden Hexen, die ebenfalls auf ein äusserst erfolgreiches Jahr zurückblicken können. Sie durften an unzähligen Orten auftreten – und das wiederspiegelt sich auch in meiner persönlichen Statistik. Stolze 12 Mal durfte ich die Burning Wichtes nämlich bereits live erleben. Diese Spitzenposition teilen sie sich mit Arch Enemy und Eluveitie.

Zur heutigen Show kann ich somit kaum etwas Neues berichten. Es gibt sowohl Hochs als auch Tiefs. Der unangefochtene Aktivposten ist heute eindeutig Sonia. Die Klampferin aus den Niederlanden wirbelt regelrecht auf der Bühne hin und her. Die Spielfreude steht ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Respekt verdient ausserdem Band-Oberhaupt Romana Kalkuhl. Der blonde Lockenkopf lag vor rund einer Woche wegen einer Blinddarm-OP noch im Bett. Allerdings scheint sie diese Angelegenheit bestens überstanden zu haben.

Am 6. März des kommenden Jahres wird mit «Dance With The Devil» das inzwischen dritte Studioalbum der Hexen erscheinen – ein relevanter Gradmesser für den weiteren Karriereverlauf der Mädels.

Das Fanzit – Swiss Metal Attack 2019

Meine Tagessieger hiessen Freakings und Gomorra. Speziell die drei Herren aus dem Kanton Baselland zündeten ein wildes Thrash-Feuerwerk und bescherten den anwesenden Nackenmuckis ein intensives Fitnessprogramm. Enttäuschend war leider ein weiteres Mal der schwache Publikumsaufmarsch. Da würde beim nächsten Mal sogar das Mini-Z7 genügen.

Fotos Swiss Metal Attack 2019 (Friedemann)


Wie fandet ihr das Konzert?

/ 05.02.2020
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