Hall of Fame - Musik-Video-Dreh - Behind The Scenes
Sa, 6. Februar 2021

Musikvideo-Dreh zur Hall Of Fame-Hymne

Hall of Fame (Wetzikon, CH)
21.03.2021
Hall of Fame - Musik-Video-Dreh - Behind The Scenes

Bewegte Bilder für die Hymne der «Ruhmeshalle»

In der Review zum Promo-Abend in der Hall Of Fame habe ich es bereits angedeutet (siehe Review): Es wird definitiv nicht der letzte Videodreh in dieser Location gewesen sein! Und damit springen wir auch sofort in die Gegenwart. Die Ideenschmiede dieser Crew scheint wirklich dauernd in Betrieb zu sein. Aufgrund dessen düse ich am heutigen Samstag abermals in Richtung Zürcher Oberland. Im Fokus soll erneut die Produktion eines speziellen Clips stehen. Dieser ist eng verknüpft mit einer Hymne, die extra ausschliesslich für den Wetziker Rockschuppen geschrieben wurde. Deshalb sind wahrscheinlich nicht bloss bei meiner Wenigkeit Vorfreude und Spannung in den letzten Tagen ins Unermessliche gestiegen.

Punkt 10 Uhr stehe ich vor den Eingangstoren auf der Matte. Für einen Samstag ist das – zumindest in meinen Sphären – eine verdammte Frühschicht. In solchen Momenten verwandle selbst ich mich beinahe in einen Kaffee-Schlürfer (was meine liebe Mutter garantiert besonders freuen würde). Aber die Heissgetränk-Kränzchen müssen warten, denn es bleibt – vorerst – ganz klassisch bei einem kalten Wässerchen.

Nach und nach trudeln verschiedene Teile der HoF-Equipe ein. Dadurch ergeben sich umgehend die ersten Gespräche. Die Freude ist gross – einerseits wegen des Wiedersehens und auf der anderen Seite aufgrund der bevorstehenden Aufgaben. Soziale Kontakte gehören in diesen elenden, surrealen Zeiten bedauerlicherweise eher unregelmässig zur Tagesordnung… Deswegen kann ich euch wärmstens empfehlen, solche Augenblicke wirklich vollständig aufzusaugen und jede einzelne Sekunde zu geniessen. Es tut schlichtweg unglaublich gut.

Das Fotostudio PhotoFrank (sprich Chef Frank himself und seine Gattin Miri) haben die Location am heutigen Tag gemietet und sind die Hauptverantwortlichen für den gesamten Dreh. In professioneller Manier wurde im Vorfeld gar ein Drehbuch verfasst, so dass wirklich jeder weiss, was er dann zu tun hat. Hier sind wahrlich Profis am Werk! Das Einbringen von eigenen, kreativen Vorschlägen der Teilnehmenden ist jedoch selbstverständlich gestattet. Es soll ein dynamischer Prozess sein. Ebenfalls wichtig ist Keule – der «Master Of Light». Der hat gestern noch bis spät in die Nacht hinein an den letzten Feinheiten herumgetüftelt, damit wahrlich alles in brauchbarem Licht erstrahlen kann. Mangelnden Einsatzwillen kann man eindeutig niemandem vorwerfen. Den vermeintlich leichtesten Job dürfte voraussichtlich Miris vierbeiniger Begleiter «Chasper» haben. Der hängt gemütlich rum und engagiert fleissig vorbeilaufende Leute als seine persönlichen Bauchkrauler. Aber diesen stahlblauen Augen kann sowieso keiner lange widerstehen.

Was braucht’s noch so für die Produktion eines Musikvideos? Hmm, eine Band wäre nicht schlecht Und genau die taucht just in diesem Atemzug auf. Die helvetische Hard Rock-Kapelle Tempesta gibt sich nämlich für dieses Projekt die Ehre. Reto, Pascal, Ruedi und Armin sind allesamt «zwägi Sieche», was im Rahmen der ersten Plaudereien fraglos allen Anwesenden rasch klar wird. Es wird munter gefachsimpelt. Zwar blicke ich nicht bei sämtlichen Details des «Musiker-Kauderwelschs» durch, aber es ist trotzdem interessant, aus erster Hand Infos über die Entstehung eines Songs zu erhalten. Infolgedessen weiss ich jetzt unter anderem, dass der Banjo-Part im «HoF-Lied» vom ehemaligen Gitarristen von Prince eingespielt wurde.

Nach einem kurzen Briefing durch den «Ruhmeshallen-Capo» Pasquale geht’s für die Herrschaften von Tempesta vor die Kameras. Es werden Aufnahmen aus diversen Perspektiven abdreht. Regisseur Frank gibt stets klare und verständliche Anweisungen. Die Zusammenarbeit mit Lichttechniker Keule funktioniert reibungslos. Bei den Akteuren herrscht eine ausgezeichnete Stimmung. Band und die beobachtenden Personen im Raum erleben somit einen Hauch von «Live-Konzert-Feeling». Hühnerhaut lässt grüssen! Zudem bekommen wir dadurch endlich den Track gleich mehrere Male in voller Länge zu hören. Bisher kannte ich lediglich die Lyrics. Unseren Lauschern donnert ein Gemisch aus Hard Rock, Country, Blues, Southern Rock und ein bisschen Rap (im Kid Rock-Stil) entgegen. Typisch Tempesta eben. Einige Mitmach-Momente sind ebenfalls enthalten. Passt meiner Meinung wunderbar zum HoF, denn schliesslich sind hier auch regelmässig die unterschiedlichsten Genres auf der Bühne vertreten. Und übrigens, welche Schweizer Musikhütte kann bitte schön eine eigene Hymne vorweisen? Pionierstatus fürs Hall Of Fame!

Etwas später werde ich plötzlich kurz von Pasquale in den Nebenraum «entführt». Hier entspannt sich ebenfalls der werte «Chasper», dessen Ohren ja keinesfalls dem lauten Krach aus den Boxen ausgesetzt sein sollten. Aber Miri schaut sowieso stets nach dem Rechten. Der Chef hat wenig überraschend bereits weitere Ideen in seiner Pipeline, die äusserst vielversprechend klingen. Die Rede ist von einem Format namens «Fame-TV». Aber dazu gibt’s zu gegebener Zeit sicherlich mehr zu erfahren. «Stay tuned!». Des Weiteren will er bald wieder mit Konzertankündigen starten. Also aufgepasst! Ob die Gigs dann stattfinden können, ist zwar ein komplett anderes Kapitel, aber das Verbreiten von positiven Nachrichten kann effektiv nie schaden. Danach steht das Mittagessen auf dem Programm: Pasta mit megaleckerem Sugo und Salat – danke an die beiden Köche Leo und Leo (Weiblein und Männlein)!

Der Nachmittag steht primär im Zeichen der Statistenaufnahmen. Man möchte natürlich eine Geschichte erzählen und nicht bloss die Lokalität anpreisen. Die Hauptrollen haben sich Piri (Infinitas) und Mary ergattert. Im Laufe der Show soll aus den beiden ein Paar werden. Alles andere als abwegig, denn man kann sich während Konzerten problemlos verlieben – dazu ist ausreichend Beweismaterial vorhanden. Während den Dreharbeiten können immer wieder witzige Anweisungen von Regisseur Frank vernommen werden. So verlangt er beispielsweise einen ausgiebigeren Flirteinsatz beim werdenden Pärchen. In einer anderen Sequenz hat der gute Piri einige Mühe damit, einen von der Bühne heranfliegenden Drum-Stick absichtlich fallen zu lassen. Tja, er ist ja bekanntermassen selbst Trommler und deswegen sehr darauf bedacht, sein «Werkzeug» grundsätzlich nie zu verlieren. Obendrein dürfen Piri und ich später an der Bar feststellen, dass getimtes Anstossen manchmal eine nicht zu unterschätzende Herausforderung sein kann.

Achtung: Euer geschätzter Schreiberling Metal-Dutti erhält seine Momente im Scheinwerferlicht. Einmal darf ich mich mit einer Staffelei und Endlospapier (weil ich gerüchtehalber offenbar oft viel schreibe) vor der Bühne platzieren und das Treiben der Künstler schriftlich festhalten. Eine dezent übertriebene Aktion, aber solch ulkige Ideen dürfen in einem Clip auch nicht fehlen. Meine zweite Darbietung gehört in dieselbe Kategorie. Mit Notizblock und Stift bewaffnet darf ich dem rockigen Quartett nun hautnah auf die Pelle rücken. Ich glaube, in diesem Stil sollte man mir fortan jedes Mal das Berichten über Hall Of Fame-Konzerte ermöglichen.

Es folgen weitere Szenen an diversen Plätzen des Ladens: Unter anderem an der Kasse, der Bar (inklusive Flammen!) und der VIP-Lounge. Am letztgenannten Ort darf Saitenhexer Pascal ein Solo hinlegen, während vor und neben ihm zwei Tänzerinnen lasziv mit ihren Hintern wackeln. Kann man diesen «Service» in der Lounge eigentlich immer buchen? Dann würde ich mir das für ein künftiges Mal ohne zu zögern intensiv überlegen.

Passenderweise beinhaltet praktisch die letzte Aufnahme die Schliessung der Eingangspforten durch Pasquale höchstpersönlich. Die anschliessenden Feierabendbiere und der eine oder andere Happen der von den Statisten mitgerbachten Desserts (Sonderlob für Eveline und Reto!) sind wohlverdient. Obendrein verteilen Tempesta noch ein paar mitgebrachte CDs, was als hammermässige Aktion einzustufen ist. Der heutige Tag war für alle ein gleichermassen anstrengendes wie freudiges Ereignis. Gegen 22.30 Uhr steht auch mich langsam der Weg in Richtung Bahnhof an. Nach über 12 Stunden Einsatz ist man verständlicherweise arg erschöpft und freut sich auf das Liedgut des heimischen Kissens. Damit ich die Hall Of Fame-Hymne allerdings wieder völlig unbelastet hören kann, müssen wohl zuerst ein paar Wochen vorgehen (sie lief heute ja «nur» gefühlte 300 Mal.) Nichtsdestotrotz dürft ihr euch zurecht auf das Endresultat freuen. Das Team von PhotoFrank wird zwar freilich genügend Arbeit mit dem Zusammenscheiden und Aussortieren haben, aber das ist es allemal wert.

Danke an sämtliche Beteiligten für diesen Musikvideo-Dreh und die wertvollen Erinnerungen, welche in diesem Zusammenhang geschaffen wurden!

Und hier kommt jetzt ein erster, visueller Appetithappen (das Endresultat folgt dann am 28.03.2021):


Wie fandet ihr den Event?

21.03.2021
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Tempesta