DYSRIDER – Bury the Omen

Symphonic Death Metal
27.06.2015

Dysrider ist eine Schweizer Symphonic Death Band, die ehemals unter dem Namen Trophallaxy bekannt war und 2007 gegründet wurde. Unter diesem Namen veröffentlichten sie zwei Platten, bevor sie ihn zu Dysrider änderten. Ende Februar wurde mit Bury the Omen das erste Werk unter dem neuen Bandnamen veröffentlicht. Dieses soll Fans von Omnium  Gatherum, Therion, Children of Bodom und Nightwish ansprechen. Davon kenne ich nur Letztere genauer… und dazu kann ich nur sagen: Ja, was den Gesang von Frontfrau Joëlle angeht, mag das stimmen… ansonsten sehe ich eher weniger Ähnlichkeit.

Nun, geworben wird auch mehr mit Therion, denn der Emailtitel sprach sehr selbstbewusst davon, dass man Bury the Omen lieben werde, wenn man bei Therions Theli Hühnerhaut bekam… Tja, da ich Therion nicht kenne, bin ich absolut unvoreingenommen. Aber da ich von pam nur Gutes darüber gehört habe (was sich bei kurzem Reinhören auch bestätigte), müsste Bury the Omen ja echt gut sein. Hören wir’s uns also mal an.

Emergence, das instrumentale Intro, klingt schon mal sehr gut, abwechselnd hart und zart, äusserst interessant komponiert, wuchtig und episch – abrupt bricht der Teppich verschiedenster Klänge ab, und man wird mit einem Scream der feinsten Sorte wachgerüttelt. (Nicht, dass das nach so kurzer Zeit schon nötig wäre.) Against Your Hold ist ein Uptempo Song, der auf einen Hintergrund preschender Gitarren und dröhnender Drums Streicher und Piano legt; zudem noch eine zarte Frauenstimme, die sich das Mikro mit Shouter Jonathan teilt. Mehrere Vocalisten zu haben scheint grad schwer im Kommen zu sein, was ich ziemlich toll finde, es verleiht einem Song nämlich durchaus eine spezielle Note, wenn sich Opernstyle-Sängerin und Shouter abwechseln. Nach 4 Minuten ist der erste Song vorbei, und meine Wenigkeit fühlt sich fast ein wenig überfahren; Pause gönnen mir Dysrider aber keine, Bury the Omen prescht weiter anständig voran, allerdings kann hier Sängerin Joëlle vermehrt zeigen, was sie kann. Auch die Saitenfraktion scheint einiges auf dem Kasten zu haben, die Bridge wartet mit ziemlich netten Gitarrensoli auf.

Time of Decay scheint das Tempo ein wenig zu drosseln – wenn der atmosphärische und stark orchestrierte Anfang denn ein verlässlicher Indikator für den Rest des Songs ist. Und tatsächlich geht’s zwar immer noch hart und schnell zur Sache, aber ein wenig melodischer als zuvor. Mir persönlich sind die Vocals ein bisschen zu schwach gemischt, das ist aber wohl der Tatsache geschuldet, dass ich vom Power Metal her komme, in dem die Vocals stets stärker gewichtet werden als das Instrumentale.

Witness Our Fall erinnert mich vom Beginn her sehr an Winter’s Verge (die wohl kaum jemand kennen dürfte), bevor der stark melodische Einschlag von Time of Decay weitergeführt wird. Ich muss sagen, dass mir diese Songs mehr zusagen als die ersten paar; das Album wird je länger je besser. Hoffen wir, das geht so weiter.

The Reckoning setzt fast ausschliesslich auf Joëlle am Mikro, was den Song zwar einerseits weniger aggressiv und somit zu einer netten Abwechslung macht, andererseits geht ihre Stimme in der Musik aber fast unter, und so bleibt der Track eher blass. Story of Power ist ein Song, der Understatement schreit. Jonathan übernimmt hier fast die ganze Vocalarbeit, der treibende Rhythmus ist einfach gehalten, ohne grossartige Experimente oder Veränderungen. Blind Avengers schliesst vom Gefühl her an Story of Power und The Reckoning an: Einfache Instrumentalarbeit, fast ausschliesslich Joëlles Gesang… nichts, was ihn vom bisher Gehörten abheben würde.

Bliss in Darkness ist ein Instrumentaltrack, nicht schlecht, wird aber schnell mal repetitiv. Aber nach einem rein instrumentalen Song müsste der letzte ja jetzt eine richtige Granate sein, richtig? Richtig?

Nun, nicht so ganz. Es scheint, dass mit dem Fortschreiten des Albums Jonathan immer mehr zugunsten von Joëlle zurücktritt. Das mag den einen gefallen, meins ist es nicht unbedingt. Vor allem weil ich schlicht keine wirklichen Hooklines finde. Nach Witness Our Fall klingt alles wie schon einmal gehört.

Fanzit: Das ist schwierig. Hängen geblieben ist bei mir ehrlich gesagt keiner der Songs. Bei keinem hatte ich das Gefühl, ich möchte ihn nochmals hören. Alle Tracks sind sorgfältig arrangiert und vor allem die ersten paar bringen beim Hören auch Spass, weisen auch immer mal wieder sehr epische Momente auf, ich vermisse den Wiedererkennungswert aber schmerzlichst. Man merkt, dass die Jungs und das Mädel wissen, was sie tun, aber meiner Meinung nach ist da noch viel Spielraum nach oben. Trotzdem möchte ich wie immer erwähnen, dass Death Metal nicht mein Hauptgenre ist, und im Power Metal wimmelt es nun mal von Ohrwürmern und Hooklines… Eventuell kann ich’s einfach nicht richtig beurteilen – reinhören kann man also bestimmt mal. Von einem Blindkauf würde ich aber abraten.

 

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Trackliste

  1. Emergence
  2. Against Your Hold
  3. Bury the Omen
  4. Time of Decay
  5. Witness Our Fall
  6. The Reckoning
  7. Story of Power
  8. Blind Avengers
  9. Bliss in Darkness
  10. Embers Reflection

Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 7.5/10



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27.06.2015
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