Mi, 30. März 2016

Orden Ogan, Almanac

Z7 (Pratteln, CH)
01.04.2016

Orden Ogan als Headliner im Z7? Das darf ich nicht verpassen! Und als Mystic Prophecy als Support angekündigt wurden, war der Fall eh klar. Mystic Prophecy sind dann leider abgesprungen (ob freiwillig oder nicht ist mir nicht bekannt), aber der Ersatz ist mit Almanac jedenfalls mehr als anständig! Also auf nach Pratteln…

Aufgrund irgendwelcher Missverständnisse kann ich den Auftritt von Manimal nur von draussen miterleben, der Sänger tönt irgendwie schwer nach Rob Halford und musikalisch könnte das auch passen. Die Zuschauerreaktionen sind zudem ebenfalls deutlich zu hören – scheinen abzuräumen, die Schweden.

Irgendwann sind die Probleme beseitigt, und ich bin im Mini Z7 angekommen. So gut die Idee dahinter ist, so wenig gefällt’s mir. Denn vor allem lichtmässig ist es meistens eher bescheiden – aber eigentlich macht das heute nichts, denn die Kamera ist eh (unfreiwillig) daheim geblieben. Im Nachhinein muss ich allerdings zugeben, dass das Licht heute wirklich sehr gut war, auch wenn dies zum Teil wohl dem Headlinder zu verdanken ist.

Almanac

Anyway Almanac beginnen um 20.50h ihren vielumjubelten Auftritt. Klar, die Musiker sind keine Unbekannten in der Szene und der eine oder andere hat hier auch schon auf der grossen Bühne gezockt. Insofern kommt da natürlich auch eine geballte Ladung Routine auf die (eher spärliche Anzahl) Fans zu. Andy B. Franck, David Readman, Jeanette Marchewka, Main Man Victor Smolski und Bassist Armin Alic teilen sich die kleine Stage, die für einen weiteren Musiker kaum mehr Platz hätte. Ausser Jeanette trägt die Band übrigens schöne Uniform Jacken (Drummer Michael Kolar allerdings ärmellos…), passend zu ihrem Debut Album „Tsar“. Andy hat aber bald mal warm und zieht sich das Ding aus, David bleibt hingegen bis zum Ende zugeknöpft.

Musikalisch steht natürlich der bislang einzige Output der Band im Fokus. Vom Opener „Tsar“ über „Self-Blinded Eyes“ bis hin zum saugeilen „No more Shadows“: die Songs zünden live extrem gut! Insofern finde ich es fast schade, dass man die 45 Minuten mit einem Rage Medley („Innocent“ / „Empty Hollow“) beenden muss. „Flames of Hate“ hätte zumindest mir besser gefallen… Trotzdem: starker Auftritt, gerne wieder!

Orden Ogan

Ein enorm langer Umbau, über 35 Minuten dauert es, bis endlich Orden Ogan zu ihrem Intro „Orden Ogan“ die Bühne entern. In ihren zerrissenen Klamotten, angelehnt aufs Cover des immer noch aktuellen Studioalbums „Ravenhead“, starten die Sauerländer ihre erste Show als Headliner im Z7. Mit dem Dreierpack „Ravenhead“, „Land of the Dead“ und dem vom Publikum (ausser mir…) heftig gefeierten „We are Pirates“ kommen alle sehr schnell auf Betriebstemperatur. Untermalt wird das mit einer äusserst effektiven Lichtshow: bei „Ravenhead“ dominiert grün, „Land of the Dead“ ist in blau getaucht und während „We are Pirates“ leuchtet es rot und gelb. Im Prinzip kann man aufgrund der Lichtshow sagen, von welchem Album der gerade gespielte Song stammt… Aber leider wird dies nicht bis zum Ende durchgezogen. Schade eigentlich…

Der Fokus der Setlist liegt natürlich ebenfalls bei „Ravenhead“, mehr als die Hälfte des Albums wird heute dargeboten. Das zeigt auch eindrücklich, welche Qualität das Werk wirklich hat. Denn Songs wie „Sorrow is your Tale“ oder vor allem auch „F.E.V.E.R.“ machen auch live wirklich Spass!

Apropos „F.E.V.E.R.“: da macht Fronter Seeb Levermann einen auf Tobi Sammet mit seiner Ansage und versorgt uns „mit lebenswichtigen Informationen, ohne die wir heute Nacht nicht schlafen können!“ Dabei dreht es sich darum, wer gerne Currywurst mag… Die Nörgelifraktion wird’s zwar doof finden, ich find’s unterhaltsam und etwas Spass darf schliesslich sein!

Aber Orden Ogan können auch anders: sie bauen nämlich einige nette Überraschungen in die Setlist ein! „The Black Heart“ zum Beispiel, eine Nummer von „Easton Hope“, die kaum gespielt wird. Oder das wunderschöne „The Ice Kings“ vom letzten Album „To the End“. Hingegen ist „The Things we believe in“ wie gewohnt die „vorerst“ letzte Nummer. Und ich find’s erstaunlich, wie laut etwa 250 Leute „COLD, DEAD AND GONE“ schreien können – auch wenn das Gitarrist Tobi Kersting bis zum Ende kaum wahrhaben wollte: es war laut! Vielleicht hat er ja danach wirklich geweint im Bus…

Liegt es am Schock, dass die Band nach einer guten Stunde bereits die Bühne verlässt? Oder haben sich die Fans bei der letzten Nummer bereits heiser geschrien? Denn kaum sind Orden Ogan weg, ist’s totenstill in der Halle! Kaum Klatschen, kaum Pfeifen, keiner der „ZUGABE“ schreit – sorry, das ist ja schon fast peinlich! Einzelne beginnen nach etwa einer Minute mit klatschen und rufen – aber ich frag mich ernsthaft, was die Band in diesem Moment denkt…

Nun ja – Orden Ogan liefern unabhängig davon nochmals zwei echte Perlen als Zugabe. Als erstes ist „Evil lies in every Man“ an der Reihe, einer meiner persönlichen Favoriten von „Ravenhead“ und nicht wirklich zu erwarten. Der endgültige Abschluss macht mit „Mystic Symphony“ ebenfalls ein Titel, den kaum einer auf der Rechnung gehabt haben dürfte. Nach gut 80 Minuten ist Schicht im Schacht und das Publikum ist glücklicherweise wieder aufgewacht und verabschiedet die Deutschen mit riesigem Applaus.

Eine grossartige Show ist zu Ende, und Orden Ogan zeigen deutlich, dass sie eigentlich das Zeug zum Headliner haben! Die einzigen Fragen die ich mir stelle: Mittwochabend hin oder her – die Kulisse ist dieser Band nicht würdig. Warum ziehen die nicht mehr Leute??

Und warum beschränken sich Seeb und Co auf eine eher mickrige Spielzeit? 13 Songs, 80 Minuten – da ist doch noch Luft nach oben…
Nichtsdestotrotz – wenn Orden Ogan wieder mal irgendwo in der Gegend spielen, bin ich dabei!

 

Setlist Almanac

  1. Tsar
  2. Self-Blinded Eyes
  3. Hands are tied
  4. Children of the Future
  5. Nevermore
  6. No more Shadows
  7. Innocent / Empty Hollow (Rage Cover)

 

Setlist Orden Ogan

  1. Orden Ogan (Intro)
  2. Ravenhead
  3. Land of the Dead
  4. We are Pirates
  5. The Black Heart
  6. Sorrow is your Tale
  7. Deaf among the Blind
  8. To new Shores of Sadness
  9. The Ice Kings
  10. F.E.V.E.R.
  11. Here at the End of the World
  12. The Things we belive in
  13. Evil lies in every man*
  14. Mystic Symphony*

*Zugabe


Wie fandet ihr das Konzert?

01.04.2016
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Autor Bewertung: 8.5/10