BEYOND THE BLACK Lost In Forever (CD Cover Artwork)
Fr, 13. Januar 2017

BEYOND THE BLACK – Lost In Forever (Tour Edition)

Symphonic Metal
14.01.2017
BEYOND THE BLACK Lost In Forever (CD Cover Artwork)

 INTRO

Beyond The Black sind der inzwischen nicht mehr ganz so neue Stern am Symphonic Metal-Himmel. Die 2014 gegründete Band aus Mannheim in Deutschland hat schon einige turbulente Abenteuer hinter sich. Mehrere Auftritte auf dem legendären Wacken Open Air, achtbare Charterfolge, gemeinsame Tour mit den Scorpions und ein beinahe kompletter Mitglieder-Austausch im letzten Jahr.

Neben Gründungsmitglied und Sängerin Jennifer Haben setzt sich die Truppe aktuell aus den folgenden Persönlichkeiten zusammen: Christian Hermsdörfer (Gitarre und Backing Vocals), Tobias Lodes (Gitarre und Backing Vocals), Jonas Rossner (Keyboards und Backing Vocals), Stefan Herkenhoff (Bass) und Kai Tschierschky (Drums). Bleibt zu hoffen, dass uns die Truppe in dieser Konstellation nun eine Weile erhalten bleibt.

In der Vergangenheit mussten sich Beyond The Black nämlich auch schon mit ziemlich harscher Kritik auseinandersetzen. Da wurde die Band beispielswiese als billiges Casting-Produkt und Jennifer als Oberzicke und Diva abgestempelt. Nichtsdestotrotz haben Beyond The Black musikalisch einiges auf dem Kasten. Dass dies nicht einfach so daher gesagt ist, soll die nachfolgende Albumkritik zeigen. Die Tour-Edition des im letzten Jahr veröffentlichten Albums «Lost In Forever» wurde gleich mit vier neuen Songs angereichert. Da wir auf metalinside.ch aber bisher kein Review zu dieser Platte bieten können, erlaube ich mir hier für euch gleich eine ausführliche Albumkritik durchzuführen.

DAS ALBUM –  «Lost In Forever» (Tour Edition)

Der Titel-Track rangiert auf Position eins der Album-Playlist. «Lost In Forever» ist ein solides, schnörkelloses Symphonic-Nümmerchen, das durchaus über ein gewisses Ohrwurm-Potenzial verfügt. Die Melodien sind eingängig und die gute Jennifer verfügt über eine sehr angenehme und für das Genre passende Stimme. Abgerundet wird der Song mit gelegentlichen Screams und Growls bei den Backing Vocals. Die nötigen Bombast- und Epicness-Prisen stammen vom Keyboard und den Drums. Ein gelungener Einstieg in den Silberling.

«Beautiful Lies» kommt dann ein bisschen gemächlicher um die Ecke und hat eine gewisse Balladen-Tendenz. Die clear gesungenen männlichen Vocals ergänzen sich ziemlich gut mit Frontröhre Jennifers Stimmchen. Eigentümer dieser Vocals ist kein geringerer als Rick Altz von Masterplan. Definitiv ein gelungenes Featuring. Trotzdem dürfte der Track für mich persönlich etwas mehr Feuer unterm Hintern haben.

Bei «Written In Blood» scheint man sich offenbar bezüglich der Stil-Richtung nicht ganz einig gewesen zu sein. Machen wir jetzt Metal oder Pop? Eine eindeutige Antwort gibt es dafür nicht. Insgesamt haut mich der Song aber nicht gerade vom Hocker. Die könnte gar die «Mainstream»-Kritiker der Band wieder einmal auf den Plan rufen.

«Against The World» ist während Live-Shows sicherlich ein Fall für die Feuerzeug-Besitzer unter euch. Richtig, es handelt sich um eine Ballade. Wunderschön gesungen von Jennifer, aber bei den Lyrics wird die ganze Geschichte dann doch eher ein wenig schlicht und klischeehaft gehalten. Der Song stammt offenbar nicht gerade aus der Feder eines grossen Dichters. Aber wie gesagt, die Nummer ist sehr schön anzuhören. Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass der Balladen-Anteil auf dem ganzen Album jetzt nicht irgendwie überhandnimmt.

«Beyond The Mirror» knöpft stärketechnisch dann schon eher wieder beim Opening-Track an. Mitreissende Melodien und Klänge. Insbesondere der Refrain nagelt sich regelrecht in den Gehörgängen des Hörers fest. Auch das engagierte Gitarren-Solo im letzten Song-Drittel weiss zu überzeugen. Jennifers-Gesangstalent kommt auch hier wieder bestens zur Geltung. Jep, in diesem Song steckt Atmosphäre drin.

Äusserst ruhig beginnt dann der nächste Track «Halo Of The Dark». Schon wieder eine Ballade? Klar, Jennifers Stimme weiss hervorragend damit umzugehen, aber ich brauche doch nicht nur Songs für die Tränendrüsen. Aber zu früh reklamiert. Nach 75 Sekunden nimmt die ganze Geschichte plötzlich Fahrt auf und wird mit folkloreartigen Klängen und einem Gitarren-Solo geschmückt. Nun gefällt mir die das doch schon besser. Lebensweisheit: Urteile nie vorschnell.

Die nächste Nummer scheint insbesondere bei Symphonic Metal-Bands sehr beliebt zu sein und ist somit alles andere als unbekannt. Neben Beyond The Black haben schon Epica, Symphony X, Subway To Sally oder Rage mit modernen Vertonungen des Textes zu “Dies Irae” herumexperimentiert. Ein episches und schnelles Nümmerchen, das zudem mit einer Prise Bombast und dem Einsatz von Chor-Gesang brilliert. Oh, auch «Forget My Name» kommt von Anfang an ziemlich episch daher. Jennifer kriegt hier zwischenzeitlich wieder «growlige» Unterstützung an der Gesangsfront. Mit dieser Mischung zwischen klarem und gutturalem Gesang kann man im Symphonic Bereich eigentlich nur sehr selten etwas falsch machen. Die zweite Albumhälfte ist bis jetzt klar stärker unterwegs als die erste. Mit über sechs Minuten Spielzeit haben wir auch erstmals einen längeren Track vor uns.

Zu sofortigem Headbangen führt der Rhythmus von «Burning In Flames». Erneut duellieren sich Jennifer und die Growls aus dem Hintergrund und verleihen dem Song dadurch eine ganz spezielle Note. Dieser Track könnte auch live für Furore sorgen. Jennifer ruft zudem ihre maximale Gesangsleistung ab. Passt. «Nevermore» ist ein sehr eingängiges Stück, dass vor allem in der zweiten Song-Hälfte wieder mit Folk-Elementen auftrumpfen kann. Zwar solide, aber nicht wirklich überragend.

06:26 Minuten dauert der längste Song des Albums. «Shine And Shade» lässt keine Wünsche offen. Eine energievolle und starke Nummer. Stücke dieser Qualität dürfen Beyond The Black meiner Meinung nach gerne noch tonnenweise raushausen. Auch die aggressiven Growls sind erneut zu hören und spielen wieder das «Kontrast-Spielchen» mit Jennifers weicher Stimme. Liebe Leute, diese Hymne hat ohne Zweifel Live-Qualität und gehört in künftige Konzert-Setlists. Ruhige und schnellere Passagen wechseln sich optimal ab. In diesem Sinne: «Shine on!».

Gelungener Symphonic Metal ist ebenfalls auf dem nächsten Track zu hören. Auch «Heaven In Hell» zählt zweifelsohne zu den stärkeren Songs des Albums. Da habe ich eigentlich nix zu kritisieren. Mit Love’s A Burden wären wir bei der normalen Version des Albums nun am Ende angelangt. Eine gefühlvolle Ballade, die ganz klar Jennifers Stimme in den Fokus rückt. Das Mädel zeigt nochmals, was sie alles mit ihrem Stimmorgan «anrichten» kann. Bei der Tour Edition der «Lost In Forever»-Platte ist hier allerdings noch nicht ganz Schluss. Nein, denn nun folgen noch vier neue Tracks, mit denen wir uns jetzt näher befassen.

Der erste Neuling hört auf den Namen «Night Will Fade». Folk- und mittelalterliche Klänge laden den Hörer umgehend zu einer Reise in die Vergangenheit ein. Untermauert wird die ganze Geschichte zudem einmal mehr mit kräftigem Chorgesang. Jennifer setzt mit ihrer Stimme hingegen mehr auf Gefühl. Definitiv ein gelungener und ansprechender Song. «The Other Side» wirkt stellenweise ziemlich episch und hat etwas von einem Film-Soundtrack. Da stecken Emotionen drin und auch die gemächlichen Headbanger unter euch werden bei dieser Nummer auf ihre Kosten kommen. Ein fulminantes Gitarrensolo gegen Ende des Songs rundet die ganze Sache sinnvoll ab.

Stimmungsvolle Piano-Klänge dominieren den nächsten Song «Our Little Time». Zwischendurch nimmt der Song auch richtig Fahrt auf. Trotzdem überzeugt mich die ganze Sache irgendwie nicht. Da gibt es eindeutige bessere Kompositionen auf dem Album. Beim letzten Song handelt es sich um die offizielle Wacken-Hymne 2015. «Rage Before The Storm» fährt nochmals alle Geschütze auf und zieht den Hörer sofort in seinen Bann. Gefühlvoll, schnell, wuchtig, episch – ja, da ist effektiv nochmals alles dabei; inklusive absolutem Mitsing-Refrain. Jennifer erhält dieses Mal gesangliche Unterstützung von der deutschen Power Metal-Stimme Herbie Langhans. Ein bärenstarkes Duett, welches die beiden da abliefern. Ein würdiger Schlusspunkt für ein mehrheitlich sehr gelungenes Album.

FAZIT

Frischer und mitreissender Wind im Symphonic Metal-Bereich. In Zukunft sollte allerdings noch etwas mehr auf die teilweise vorkommenden, poppigen Elemente verzichtet werden. Die vier neuen Bonus-Songs wissen grösstenteils zu überzeugen. Fans des Genres dürften einem Kauf dieser Tour-Edition nicht abgeneigt sein. Bleib zu hoffen, dass uns das jetzige Beyond The Black-Line Up eine Weile erhalten bleibt. Dann wird uns die Band sicherlich noch lange Zeit Freude bereiten.

Von den Live-Qualitäten der Truppe konnte ich mich bereits mehrmals überzeugen. Und auch ihr werdet schon bald wieder Gelegenheit dazu erhalten. Beyond The Black touren nämlich zu Beginn dieses Jahres zusammen mit Epica und Powerwolf quer durch Europa. Das Schweizer Publikum kommt entweder am 16. Januar in Genf (Thônex) oder am 17. Januar in Zürich (Volkshaus) in den Genuss dieser metallischen Darbietungen. Für beide Events könnt ihr übrigens auf unsere Homepage noch Tickets gewinnen.

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Trackliste BEYOND THE BLACK – Lost In Forever

  1. Lost In Forever
  2. Beautiful Lies
  3. Written In Blood
  4. Against The World
  5. Beyond The Mirror
  6. Halo Of The Dark
  7. Dies Irae
  8. Forget My Name
  9. Burning In Flames
  10. Nevermore
  11. Shine And Shade
  12. Heaven In Hell
  13. Love’s A Burden
  14. Night Will Fade
  15. The Other Side
  16. Our Little Time
  17. Rage Before The Storm

Line-up Beyond The Black

  • Jennifer Haben – Gesang
  • Christian Hemsdörfer – Gitarre und Backing Vocals
  • Tobias Lodes – Gitarre und Backing Vocals
  • Jonas Rossner – Keyboards und Backing Vocals
  • Stefan Herkenhoff – Bass
  • Kai Tschierschky – Drums

Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8/10



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14.01.2017
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