Iced Earth - Z7 Pratteln 2018
So, 21. Januar 2018

Iced Earth, Freedom Call, Metaprism

Z7 (Pratteln, CH)
29.01.2018
Iced Earth - Z7 Pratteln 2018

Hymnen-Meister, Happy Metaller und ein Amaranthe-Verschnitt

 Ein interessantes und abwechslungsreiches Band-Paket erwartete die Besucher der Konzertfabrik Z7 am vergangenen Sonntagabend. Am Ende boten alle Akteure beste Unterhaltung. Sämtliche Details gibt’s im nun folgenden Metalinside-Bericht nachzulesen.

Am siebten Tag sollst du ruhen – oder zu Hause vor der Glotze den «Tatort» geniessen. Doch für die Freunde der metallischen Melodien hat das Leben glücklicherweise andere Pläne. Die «Incorruptible World Tour» der US-amerikanischen Hymnen-Könige Iced Earth gastiert heute Abend in Pratteln. Grund genug für mich, einen Abstecher in die Nordwestschweiz einzuplanen. Metalinside-Kollege Kaufi und meine Wenigkeit haben bezüglich des aktuellen Silberlings bekanntermassen kleinere Meinungsverschiedenheiten (die ihr übrigens auch unter der Rubrik «Album Reviews» bei unseren beiden Kritiken nachlesen könnt). Einigkeit herrscht dagegen bezüglich der Live-Qualitäten von Jon Schaffer und seinen Kumpanen. Hoffentlich werden sie das Z7-Publikum diesbezüglich nicht enttäuschen. Unterstützung gibt’s von den deutschen Kriegern des Lichts Freedom Call und der mir noch unbekannten Kapelle Metaprism aus Bournemouth. Mit eisgekühlter Blondine in der Hand platziere ich mich standardgemäss an meinem Dutti-Pfosten und warte gespannt auf den Opening-Act.

Metaprism

Um halb acht legen die britischen Melodic Metaller fulminant los. Bereits nach den ersten paar Klängen muss ich umgehend an die Truppe Amaranthe denken. Gewisse Parallelen sind nämlich nicht von der Hand zu weisen. Metaprism agieren allerdings lediglich mit zwei Sängern. Theresa Smith übernimmt die klaren Passagen und ihr Kollege und Ville Valo-Verschnitt Joey Draper kümmert sich um die Growls. Die beiden harmonieren bestens zusammen. Ganz generell betrachtet strotzt die ganze Band nur so vor Spielfreude. Theresa versucht sich gar kurzzeitig in der deutschen Sprache. Bassist Matt Hudson macht auf grinsenden Hüpfball. Die zu Anfang noch arg zurückhaltende Stimmung wird durch das Sextett konstant gesteigert.

Metaprism haben bisher eine EP und ein Album veröffentlicht. Die nächste Scheibe steht jedoch offenbar bereits in den Startlöchern und soll in den kommenden Tagen offiziell erhältlich sein. Nichtdesdestrotz können gemäss Joey bereits hier und heute am Merchandise-Stand ein paar Exemplare käuflich erworben werden. Als «Zückerli» gibt’s zum Abschluss des Auftritts mit «Unanimous» und «Unleash The Fire» gleich zwei Stück dieser neuen Platte zu hören. Zwischenzeitlich rennt noch ein Typ mit einer Anonymus-Maske auf der Bühne herum. Keine Ahnung, was das für ein Pausenclown sein soll. Die Engländer sind schliesslich auch so unterhaltsam genug. Chance auf ein Wiedersehen? Äusserst wahrscheinlich!

Freedom Call

Bereits vor dem Auftritt seiner Truppe kommt Frontmann Chris Bay auf die Bühne und bittet das Publikum darum, ein bisschen näher zu kommen. Platzprobleme sind sowieso kein Thema. Das Z7 ist eher mittelmässig besucht. Tja, dann wollen wir doch einmal herausfinden, was die vermeintlichen Exoten des heutigen Billings so alles anzubieten haben.

Mit «Union Of The Strong» starten die deutschen Stimmungskanonen in ihr Set und bringen sogleich ordentlich Bewegung in die trägen Teile der Publikumsmasse. Die Trümpfe der «Happy Metaller» sind zweifelsohne ihre eingängigen Mitmach-Hymnen. Nicht mitzusingen ist da überhaupt kein Thema. «United Alliance» und der Selbstvorstellungs-Hit «Freedom Call» gönnen der Zuhörerschaft keine Atempause. Chris ist stimmlich gut unterwegs und auch seine Kollegen Ilker Ersin (Bass) und Lars Rettkowitz (Gitarre) machen solide Jobs. An der Schiessbude scheint’s allerdings eine temporäre Veränderung gegeben zu haben, denn dort thront Kevin Kott von Masterplan. Die Aufklärung folgt relativ rasch. Der eigentliche Trommler Ramy Ali wollte mehr Zeit mit seinen Liebsten verbringen und setzt für diese Tour aus.

Der aktuelle Silberling «Master Of Light» ist ebenfalls mit ein paar Stücken in der heutigen Setliste vertreten. Besonders überzeugend wirkt einmal mehr das packende «Hammer Of The Gods». Bei «Warriors» verlangt Witzbold Chris schliesslich die Unterstützung all der 20’000 anwesenden Krieger im Raum. Spass beiseite. Ganz so viele Nasen sind es dann doch nicht. Unterstützung erhält die Band natürlich trotzdem. Nach dem Hüpf-Lied «Land Of Light» folgt mit «Metal Is For Everyone» ein absolut gelungener Abschluss einer starken Freedom Call-Show. So macht man Stimmung!

Iced Earth

Heavy, Power und Thrash Metal – das sind die Stilrichtungen, welche der Headliner des Abends abdeckt. Die Hymnen-Meister aus den USA beginnen ihre Show mit «Great Heathen Army» von der aktuellen Platte «Incorruptible». Schon nach den ersten paar Tönen wird klar, dass nun ein regelrechtes Sound-Gewitter über uns hereinbrechen wird. Das ist eindeutig nochmals ein ganz anderes Niveau als zuvor noch bei den beiden Vorgruppen. Der gellende Schrei von Ahornblatt Stu Block geht einem durch Mark und Bein. Was für ein sackstarkes Stimmorgan! Auch die Saiten-Abteilung lässt sich nicht lumpen. Im Hintergrund trommelt Brent Smedley wie ein Irrer auf seiner Schiessbude herum.

Das Quintett feiert allerdings nicht bloss das neue Werk, sondern darf nebenbei ebenfalls noch auf das 30-jährige Bestehen anstossen. Aufgrund dessen kündigt Stu sogleich an, dass die Zuhörerschaft am heutigen Abend auch ältere Geschichten um die Lauscher geknallt bekommen wird. Deswegen kommen für die nächsten zwei Songs die Alben «Something Wicked This Way Comes» (1998) und «Dystopia» (2011) zum Handkuss. Anschliessend setzt die Truppe jedoch bereits wieder auf Aktualität. Dank «Black Flag» wird die ganze Angelegenheit für einen kurzen Moment zu einer wilden Piratenparty, ehe mit «Seven Headed Whore» der nackenbrechende Thrash-Hammer ausgepackt wird. Dagegen wirkt das etwas ruhigere «I Died For You» geradezu wie ein Kontrastprogramm. Nichtdestotrotz zählt es zu den bekanntesten Stücken von Iced Earth. Einmal mehr gibt’s Sonderlob für Stu’s überragende Stimmbänder. Egal ob hoch oder tief, der Kerl hat’s einfach drauf.

Etwas später im Showverlauf hat Stu eine spannende Frage für das Publikum: «Do you wanna hear a trilogy?». Äh, bitte was?! Die werden doch nicht…? Packen die Herrschaften jetzt wirklich das Gettysburg-Monster aus? Nicht ganz. Dafür kommt das «Something Wicked»-Dreiergespann bestehend aus den Tracks «Prophecy», «Birth Of The Wicked» und «The Coming Curse» zum Zug. Feinste Iced Earth-Qualität. Das sind rund 20 Minuten Hühnerhaut pur! Danach gönnt sich der Herr am Mikro eine wohlverdiente Pause. Bandgründer und Klampfer Jon bedankt sich bei den Fans für deren langjährige Treue und übernimmt bei «Stormrider» schliesslich den Gesangs-Part. Zu seiner Performance schiessen gelegentlich Rauchsäulen aus dem Boden hervor. Schon bald sind wir beim Zugaben-Block angelangt, der mit «Clear The Way (December 13th, 1862)» und «Watching Over Me» nochmals zwei ziemlich coole Nummern enthält.

Das Fanzit

Drei coole Truppen rockten an diesem Sonntagabend ein mittelmässig besuchtes Z7. Am Ende waren jegliche Zweifel an diesem abwechslungsreichen Band-Programm unbegründet. Die Soundqualität vermochte abermals zu überzeugen. Kritik? Tja, ich hätte von Iced Earth gerne noch meine Lieblingshymne «Plagues Of Babylon» gehört. Das ist allerdings jammern auf sehr hohem Niveau.

Cheers

Dutti \m/

Setliste – Metaprism

  1. Reload
  2. Nebula
  3. Lost In The Dark
  4. Resistance
  5. Unanimous
  6. Unleash The Fire

Setliste – Freedom Call

  1. Union Of The Strong
  2. United Alliance
  3. Freedom Call
  4. Hammer Of The Gods
  5. Masters Of Light
  6. Warriors
  7. Land Of Light
  8. Metal Is For Everyone

Setliste – Iced Earth

  1. Great Heathen Army
  2. Burning Times
  3. Dystopia
  4. Black Flag
  5. Seven Headed Whore
  6. I Died For You
  7. Vengeance Is Mine
  8. Brothers
  9. Last December
  10. Raven Wing
  11. Prophecy
  12. Birth Of The Wicked
  13. The Coming Curse
  14. Stormrider
  15. Angel Holocaust
  16. Travel In Stygian
  17. Clear The Way (December 13th, 1862)*
  18. Watching Over Me*

*Zugabe


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29.01.2018
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