Poem - Metal-Session 2018 - Kulturkeller Höngg
Fr, 9. März 2018

Poem, Damnations Day, White Walls

Kulturkeller Höngg (Zürich, CH)
20.03.2018
Poem - Metal-Session 2018 - Kulturkeller Höngg

Progressiver Abend im Kulturkeller Höngg 

Drei Truppen – White Walls, Damnations Day und Poem – aus unterschiedlichen Nationen sorgten im Kulturkeller Höngg für einen angenehmen Konzertabend. Trumpf war einmal mehr die intime Club-Atmosphäre. Was sonst noch alles vorgefallen ist, entnehmt ihr wie gewohnt dem nachfolgenden Metalinside-Bericht. 

Zuletzt statte ich dieser Location im Dezember 2016 einen Besuch ab. Heute Abend folgt nun das zweite Gastspiel meinerseits Zürcher Quartier Höngg. Die etwas längere Tramfahrt vom Hauptbahnhof bis ans Ziel lädt schon einmal zum gemütlichen Vorglühen ein. Passend zu den Akteuren des Abends haben sich mein Kollege und ich Biere aus Griechenland und Australien geholt. Für den rumänischen Vertreter wurden wir leider nicht fündig. Über eine Treppe geht’s hinunter in den Keller. Beim Betreten des Raumes mit der Bühne wird mir sofort wieder bewusst, welch eine familiäre Atmosphäre hier herrscht. Das habe ich schon bei meinem letzten Besuch sehr geschätzt. In Sachen musikalisches Programm sind mir lediglich Poem ein Begriff. Allerdings bin ich Horizonterweiterungen bekanntermassen nur selten wirklich abgeneigt. Mit neuer Hopfenmunition in der Hand platzieren wir uns in Bühnennähe.

White Walls

Den Anfang machen um 20.45 Uhr die Rumänen von White Walls (Achtung: Nicht zu verwechseln Melodic Hardcore Truppe aus Deutschland, die auf den selben Namen hört). Der Vierer hat sich dem Progressive Metal verschrieben. Sänger Eugen Brudaru verfügt über ein cooles Stimmorgan. Setzt er im ersten Teil noch ausschliesslich auf klare Passagen, folgen in der zweiten Auftrittshälfte auch gelegentliche Growls. Aufgrund dessen wird der ganze Sound der Truppe automatisch härter. Prog-Anhänger kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Die anfangs technischen Schwierigkeiten von Bassist Șerban-Ionuț Georgescu können glücklicherweise rasch behoben werden. Offenbar haben die Jungs nicht mehr sonderlich viel Merchandise dabei. Ein kritischer Blick in Richtung der anderen Bands verrät, dass diese allenfalls schuld daran sind. Doch dann beginnt der Frontmann plötzlich zu grinsen. Was genau vorgefallen ist, werden wir wohl nie erfahren. Schön zu sehen ist dagegen, dass offenbar alle Akteure tonnenweise Spass auf dieser gemeinsamen Tour haben. Nach einer halben Stunde beenden White Walls ihren durchaus soliden Vortritt.

Damnations Day

Nach einer kurzen Pause steigt dann schliesslich der erste Headliner in den Ring. Dabei handelt es sich um die aus Down Under stammenden Damnations Day. Die progressive Ebene haben die Jungs erst später in ihrer Karriere in Angriff genommen. Zuvor waren sie eher als Melodic Metal-Truppe unterwegs. Bei ihrem heutigen Auftritt vereinen die Australier diese beiden Genres geschickt miteinander. Frontmann und Gitarrist Mark Kennedy überzeugt dank seiner packenden Rockröhrenstimme. Sein Bruder Dean gibt am Schlagzeug jeweils den Takt vor. Im Vergleich zu White Walls sind die Jungs deutlich rasanter unterwegs und generieren dadurch etliche Headbanger-Momente. Dabei ist ihnen die Spielfreude deutlich anzusehen. Unglücklicherweise hält sich der Zuschaueraufmarsch nach wie vor in Grenzen. Insgesamt sind zwischen 15 und 20 Nasen anwesend, was eine sehr intime Atmosphäre zur Folge hat. Dem Hörgenuss tut dies glücklicherweise keinen Abbruch. Nach diesen rund 50 Minuten ist festzuhalten, dass man Damnations Day unbedingt auf dem Schirm haben sollte.

Poem

«D’Grieche die Sieche» sind für den finalen Akt des heutigen Konzertabends besorgt. Mit im Gepäck hat das Quartett massenweise Material des neusten Silberlings «Unique». Poem spielen effektiv sackstarken Progressive Metal. Hierzulande sind sie allerdings lediglich echten Kennern ein Begriff. Im April des vergangenen Jahres konnte ich mich im Mini Z7 schon einmal von den Live-Qualitäten dieser Band überzeugen. Damals waren Poem gemeinsam mit den überragenden Persefone unterwegs. Heute gefallen sie mir sogar nochmals ein Stückchen besser. Wie bei allen Truppen des heutigen Abends sahnt der Sänger ein Sonderlob ab. Hut ab vor Giorgos Prokopious Leistung. Zuhören und geniessen ist hier angesagt. Die Griechen sind ebenfalls hervorragend gelaunt. Regelmässig machen sie Witze mit dem Publikum. Die Mitglieder der anderen Bands schauen sich den Auftritt übrigens auch an. Gelegentlich kommt noch eine Nebelschiene zum Einsatz. Für den letzten Song gesellt sich Giorgos schliesslich hinunter zu den Fans. Punkt Mitternacht endet der gelungene Auftritt der progressiven Dichter.

Das Fanzit

Sämtliche drei Bands vermochten zu überzeugen. Die Spielfreude war regelrecht ansteckend. Ein paar Zuschauer mehr hätten es am Ende aber ruhig sein dürfen – sowohl für die Künstler als auch die Location. Bezüglich der Soundqualität gibt’s nix zu meckern. Dafür waren die Lichtverhältnisse für die Fotografen zwischenzeitlich eine ziemliche Herausforderung. Man darf gespannt sein, wer an der nächsten Metal-Session im KKH auflaufen wird.

Cheers

Dutti \m/

Setliste – White Walls

  1. Intro – Silence
  2. Dream Chaser
  3. Loose Ends
  4. The Masquerade
  5. Death Follows Me

Setliste – Damnations Day

  1. Dissecting The Soul
  2. The Meaning
  3. Colours Of Darkness
  4. The Witness
  5. To Begin Again
  6. Reflections
  7. I Pray
  8. Diagnose
  9. A World Awakens

Setliste – Poem

  1. False Mortality
  2. My Own Disorder
  3. Four Cornered God
  4. Passive Observer
  5. Weakness
  6. Discipline
  7. Euthanasia
  8. Unique
  9. Brightness Of Loss
  10. Remission Of Breath

Wie fandet ihr das Konzert?

20.03.2018
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