Dust Bolt - Met-Bar Lenzburg 2019 (Flyer)
Fr, 22. März 2019

Dust Bolt, Bloodspot, Mind Patrol

Met-Bar (Lenzburg, CH)
31.03.2019
Dust Bolt - Met-Bar Lenzburg 2019 (Flyer)

«Thrash Attack» in der Met-Bar 

Lenzburg hat gebebt. Verantwortlich dafür waren am Freitagabend die deutschen Truppen Dust Bolt und Bloodspot. Komplettiert wurde das Dreier-Programm durch unsere Luzerner von Mind Patrol. Weshalb gerade sie für einmal nicht wie gewohnt abliefern konnten, wird in den nachfolgenden Zeilen erläutert. 

Ich beende die Arbeitswoche genau so, wie sie am Montag angefangen hat: Mit einer ordentlichen Ladung Thrash Metal. Inzwischen hat sich mein Nacken von der Overkill-Dresche erholt und ist nun bereit für die Herausforderungen von Dust Bolt und deren Support-Acts. Austragungsort ist die Lenzburger Met-Bar. Für 2019 habe ich mir vorgenommen, dieser angenehmen Location häufiger einen Besuch abzustatten. Allerdings scheint der ganzen Sache irgendwie ein unerklärlicher Fluch anzuhaften. Bisher wurden nämlich sämtliche Events, für die ich mich interessiert habe, verschoben oder gar abgesagt. Heute Abend scheinen mir die bösen Geister jedoch keinen Strich durch die Rechnung zu machen.

Kurz vor 20 Uhr treffen mein Kollege und ich vor Ort ein. Dann werden auch schon die Pforten geöffnet und es geht hinein in die gute Stube. Aufgrund vieler bekannte Gesichter stehen zuerst einmal einige Begrüssungs-Sequenzen auf dem Plan. Im Anschluss wird das Flüssignahrungs-Angebot fleissig studiert. Wie der Name verrät, kommen in diesem Lokal primär die Liebhaber des Honigweins auf ihre Kosten. Allerdings ist auch das Biersortiment nicht zu verachten. Es gibt beispielsweise Lapin Kulta. Somit steht für mich fest, dass ich den Rest des Abends dem finnischen Hopfentrunk frönen werde. In der Merchandise-Ecke schauen wir ebenfalls rasch vorbei. Aufgrund einer (noch) zurückhaltenden Kauflust, kommt die eigene Geldbörse vorerst um ihr Abspeckprogramm herum. Vielleicht ändert sich das ja nach den musikalischen Darbietungen.

Mind Patrol

Die Bee Gees verbindet man jetzt nicht unbedingt mit metallischer Musik, aber das ist den Herrschaften von Mind Patrol schnurzegal. Sie lassen mit vollem Elan «Stayin’ Alive» als Intro aus den Boxen dröhnen. Das Beobachten der dazugehörigen Publikumsreaktionen ist immer wieder ein echtes Vergnügen: Belustigung, Verwirrung und einige zeigen sogar ihre besten Tanzschritte. Mit «Welcome To Hell» geht’s danach dann aber zur Sache. Gut gelaunt macht sich der Vierer ans Werk. Es ist übrigens eines der letzten Konzerte von Basser Emil. Seine schrillen Beinkleider werden wir sicherlich vermissen. Wie mir Drummer Mättu vor dem Auftritt verraten hat, hätte man mehrere brauchbare Kandidaten als Nachfolger in Aussicht.

Es bedarf einiger Ansagen von Fronter Yves, um die Zurückhaltung des Publikums zu lösen. Er reagiere eben allergisch auf den Sicherheitsabstand zwischen Zuhörerschaft und Bühne. Das darf natürlich nicht sein. Brav machen alle Anwesenden ein paar Schritte nach vorne. Jetzt würde einer gelungenen Darbietung eigentlich nix mehr im Weg stehen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Plötzlich machen sich bei Yves Saitenkönigin technische Probleme bemerkbar. Da scheint irgendjemand aus dem Backstage-Bereich seine Gitarrenfrequenz zu missbrauchen. Es sind Riffs zu hören, obwohl er die Hände ahnungslos in die Höhe hebt. Haben wir da etwa gerade einen Playback-Skandal in der Schweizer Metal-Szene entlarvt? Ne Spass beiseite, aber leider lässt sich das Problem einfach nicht lösen. Die Jungs nehmen es glücklicherweise mit Humor und zocken ihr Set trotzdem so gut wie möglich durch. Beim nächsten Mal verläuft’s dann sicherlich wieder reibungslos.

Bloodspot

Das nächste Traktandum? Thrash und Death Metal aus Deutschland. Nähergebracht wird uns dieses explosive Gemisch von den 2006 gegründeten Bloodspot. Mein lieber Herr Gesangsverein, die reissen die Hütte aber einmal so richtig ab. Bärenstarke Performance. Angeführt wird der Fünfer von Sänger Pete, der barfuss auf der Bühne herumturnt. Der Kerl verfügt über ein bitterböses Stimmorgan. Seine Kollegen sind ebenfalls mit vollem Elan bei der Sache. Bei diesen gnadenlosen Riffs brennt die Nackenregion. Dust Bolt dürfen sich später bei ihren Kumpels bedanken. So bringt man das Publikum auf Betriebstemperatur.

Die Hessen haben mit «Embrace The End», «By The Horns» und «To The Marrow» bisher drei Studioalben veröffentlicht. Letztgenannte Scheibe dominiert die Setliste. Für mich ist jetzt schon klar, dass ich nach dem Gig unbedingt nochmals einen Abstecher in Richtung Merch-Stand machen muss. Bleibt zu hoffen, dass Bloodspot bald wieder einmal hierzulande aufschlagen werden. Dieser 45-minütige Abriss hat definitiv Lust auf mehr gemacht.

Dust Bolt

Weiter geht’s um 22.25 Uhr mit den im Freistaat Bayern beheimateten Dust Bolt. Der Headliner darf sich – wie zuvor bereits Bloodspot – an einem tollen Publikumsaufmarsch erfreuen. Mit dem Härtegrad ihrer hessischen Kollegen können sie zwar nicht hundertprozentig mithalten, aber sie knallen uns nichtsdestotrotz verdammt starken Thrash Metal vor den Latz. Mit sechs Tracks liegt der Fokus dabei eindeutig auf dem Mitte Januar veröffentlichten Silberling «Trapped In Chaos». Kaufargumente präsentiert das Quartett zur Genüge. Soll nochmals einer behaupten, dass das Dresch-Genre irgendwelche Nachwuchsprobleme habe.

Das Publikum wirkt immer energiegeladener. Bald schon bildet sich in der Raummitte ein wilder Moshpit. Ich bleibe da lieber in der Nähe des Bartresens und beschränke mich auf das muntere Kopfschütteln. Noch beeindruckender ist der Moment, in welchem man plötzlich einen Circle Pit bestaunen kann. Aktionen dieser Art sind in Lokalitäten mit knappen Platzverhältnissen sonst eher die Seltenheit. Chapeau an die Fans!

Nach «Rhythm To My Madness» ist Schicht im Schacht. Sicher? Nix da, die Meute will mehr. Prompt tauchen Dust Bolt nochmals auf und eröffnen den Zugaben-Block mit dem spannenden «Another Day in Hell». Wow, mit einer solchen Power-Ballade hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Hammer! Überragende Gesangsleistung von Frontmann Lenny Bruce . Das spricht für den Facettenreichtum der Truppe. Mit dem wuchtigen «Agent Thrash» beenden die Jungs schliesslich ihren 80-minütigen Headliner-Auftritt.

Das Fanzit

Ein starker Thrash-Abend in einer coolen Location. Ich habe mich bestens unterhalten und auch gut bewirtet gefühlt. Die Soundqualität hat – abgesehen von den technischen Problemen bei Mind Patrol – gepasst. Immerhin haben die Luzerner ihr Ding trotzdem noch durchgezogen. Bloodspot und Dust Bolt hinterliessen jede Menge bleibende Eindrücke. Beide Bands wären hierzulande sicherlich wieder einmal willkommen.

Setliste – Mind Patrol

  1. Intro – Stayin’ Alive (Bee Gees)
  2. Welcome To Hell
  3. Doomsday
  4. Machine Society
  5. All-In
  6. Warfare
  7. Till We Die

Setliste – Bloodspot

  1. The Act Of Fame
  2. Embrace The End
  3. Consumed By Hatred
  4. A Wonder Of Vows
  5. Vielfrass
  6. To The Marrow
  7. Volcanos
  8. Public Porn
  9. Far From Innocence

Setliste – Dust Bolt

  1. The Fourth Strike
  2. Dead Inside
  3. Soul Erazor
  4. Mind The Gap
  5. Mass Confusion
  6. Killing Time
  7. Bloody Rain
  8. Distant Scream (The Monotonous)
  9. Toxic Attack
  10. Sick X Brain
  11. Rhythm To My Madness
  12. Another Day in Hell*
  13. Agent Thrash*

*Zugabe


Wie fandet ihr das Konzert?

31.03.2019
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