SpiteFuel - Flame To The Night (CD Cover Artwork)
Fr, 8. November 2019

SpiteFuel – Flame To The Night

Heavy Metal
06.11.2019
SpiteFuel - Flame To The Night (CD Cover Artwork)

Neuer Sänger – neues Glück?

Die Heilbronner Metaller SpiteFuel existieren erst seit wenigen Jahren, haben aber dennoch schon einiges erlebt. Positives (beispielsweise das Killeralbum „Dreamworld Collapse“) wie Negatives (Sängerwechsel). Mit „Flame To The Night“ steht nun Longplayer Nummer 3 kurz vor dem Release. Über all die Hintergründe konnte ich mich vor kurzem noch mit den Jungs unterhalten, das Interview gibt’s demnächst auf diesem Kanal zu lesen. Doch jetzt konzentrieren wir uns auf die Musik – wollen wir mal hören, wie sich das alles darauf ausgewirkt hat…

Nach mehreren Durchläufen steht eines fest: SpiteFuel machen es mir nicht gerade einfach. Der Wechsel am Mikrofon vom melodiösen Stefan Zörner zum deutlich härteren und aggressiveren Phil Stahl birgt auch eine Änderung im musikalischen Stil. Und an diesen muss ich mich erst gewöhnen…

Die Tracks SpiteFuel – Flame To The Night

Das Intro „Flame To The Night“ gibt die Richtung vor, bevor es mit dem alt bekannten „Stand Your Ground“ richtig los geht. Der wohl geilste Track von SpiteFuel überhaupt kennt der geneigte Zuhörer schon lange, denn der wurde voriges Jahr als Videoclip veröffentlicht – es war das erste „Lebenszeichen“ von Neo-Fronter Phil. Und es zeigte schon damals, wohin die Reise wohl gehen wird… Doch ich schweife ab.

„Machines“ beginnt mit einem markerschütternden Schrei und brilliert danach mit starker Gitarrenarbeit und eingängigem Refrain. Da Phil hier noch nicht komplett von der Leine gelassen wird, entpuppt sich dieser Track zu einem frühen Highlight. Fans erinnern sich zudem – das war einer der Songs, welche dem Publikum am Rock the Ring in Hinwil als erstes live präsentiert wurde…

Passend zum kürzlichen Halloween (wobei – wer braucht das schon…?) gibt’s „Trick Or Treat“, inklusive Videoclip (siehe unten). Damit gibt es langsam aber sicher mal eins in die Kauleiste. Der schwer tätowierte VfB Stuttgart Fan am Mikro packt nun einige böse Screams aus – die für meine Ohren schon sehr gewöhnungsbedürftig sind. Zweifellos ist dies allerdings auch der härteste Track, den hier die Süddeutschen präsentieren. Und wenn ich ehrlich bin, entwickelt der Refrain mit der Zeit auch einen gewissen Ohrwurm-Charakter…

Das ziemliche Gegenteil folgt mit „Till I Die“. Ich würde das nicht gerade als Ballade bezeichnen, denn zumindest beim Refrain wird schon etwas aufs Gaspedal gedrückt. Doch insgesamt ist hier alles etwas ruhiger gehalten, von der Atmosphäre her könnte diese Nummer sogar auf der „Dreamworld Collapse“ Platz haben. Ein deutlicher Beweis, dass sich eben nicht ALLES geändert hat im letzten Jahr. „Till I Die“ gehört fraglos zu den Highlights.

Fertig mit dem Rumgeplänkel – jetzt gibt’s die nächste Dosis der „neuen“ SpiteFuel! Der Anfang mit den wechselnden Gitarren lässt aufhorchen, bis Phil das Zepter in die Hand nimmt und zeigt, wer hier die „Bad Boys“ sind. Übrigens die nächste Nummer, welche in der Schweiz die Live-Premiere feierte und in Zukunft wohl einen Stammplatz im Set erhalten dürfte. Funktioniert nämlich prima, wie ich an der CD Release Show (Review in Kürze) bereits feststellen durfte! Ähnliches darf man auch über „Two-Faced“ sagen, wobei mir die bösen Jungs einen Tick besser gefallen.

Während beim Vorgängeralbum längere Tracks durchaus zum Konzept gehörten, fällt das nun folgende „Through The Shades“ mit seinen fast 8 Minuten Spielzeit schon etwas aus dem Rahmen. Der Refrain animiert sofort zum Mitsingen, die Melodien sind klasse. Hingegen ist mir der Mittelteil schlicht zu überladen. Erst als die ausführlichen Solos gegen Ende wieder ins Hauptthema des Songs leiten, kommt nochmals Stimmung auf. Direkt im Anschluss folgt mit „Firewater“ ein weiteres Beispiel der neuen SpiteFuel.

„Silent Guard“ – das ist für mich nun eine Überraschung. Ich hab mir die CD zum x-ten Mal angehört. Und finde diesen Track jetzt nicht die Übernummer. Doch live, bei der CD Release Party, entpuppt sich das als unglaubliches Highlight! Und plötzlich hör ich den Song mit anderen Ohren, plötzlich zündet es auch ab Konserve. Der Mittelteil mit Phil’s Schrei, die stampfenden Rhythmusgitarren, die in die Solos übergehen, dann das Riff zum erneuten Refrain… Dass live manch ein Song besser rüberkommt als auf der CD, diesen Effekt hat man sicher ab und zu mal erlebt. Doch hier ist es schon recht extrem, denn „Silent Guard“ hat sich für mich in die Top 3 des Albums katapultiert!

Fehlt noch der Abschluss. Und einen besseren Titel kann’s da grad kaum geben: „Try To Hate Me“! Abgesehen davon, dass man SpiteFuel trotz der deutlich härteren Ausrichtung nicht hassen kann, ist der Track nochmals eine richtige Hymne und neben „Stand Your Ground“ wohl der einzige Track, der wirklich von Beginn weg richtig einfährt. Hier stimmt von A bis Z so ziemlich alles…

Das Fanzit SpiteFuel – Flame To The Night

Ich habe es angetönt – die Heilbronner haben sich verändert. Phil Stahl als neuer Herr am Mikrofon drückt dem Sound von SpiteFuel einen ganz neuen Stempel auf, welcher sich auch auf die ganzen Songs auswirkt. Denn nicht nur der Gesang ist härter und aggressiver, dies trifft zweifellos auch auf die Musik zu. Und doch sind SpiteFuel oft einfach SpiteFuel geblieben. Die Melodien, das Händchen für gute Songs – das ist nach wie vor vorhanden. Allerdings muss man halt manchmal etwas danach suchen. Doch das war bei der „Dreamworld Collapse“ nicht anders! Und irgendwie gewöhne ich mich nun auch langsam an die neue Stimme… auch wenn diese Art sonst nicht gerade nach meinem Gusto ist. Aber bei SpiteFuel reicht „Einmal reinhören und gut is“ einfach nicht. Hier ist Geduld gefragt – und wer die aufbringt, wird belohnt! 8.5 Punkte – weil ich die Jungs mag und vor allem weil es einfach ein geiles Album ist!

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Video SpiteFuel – Trick Or Treat


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8.5/10



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Autor
06.11.2019
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Autor Bewertung: 9/10