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Revolting – The Shadow At The World’s End (Cover Artwork)
Fr, 27. November 2020

Revolting – The Shadow At The World’s End

Death Metal
25.11.2020
Revolting – The Shadow At The World’s End (Cover Artwork)

Oldschool Death Metal mit schwedischem Gütesiegel

Die schwedische Todesmetall-Sparte ist gespickt mit bärenstarken Truppen. Zu den Veteranen und populäreren Namen zählen sicherlich Grave, Unleashed, Entombed A.D., Dismember oder Vomitory. Im Rahmen dieser Plattenkritik wollen wir jedoch einer Band Aufmerksamkeit schenken, die mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht allen ein Begriff sein dürfte. Dabei sind Revolting inzwischen auch schon seit zwölf Jahren im Geschäft. Das Dreiergespann hat ein Flair für Oldschool Death Metal und Horror-Streifen der 80er Jahre.

Nun steht mit «The Shadow At The World’s End» das verflixte siebte Album in den Startlöchern, um für gehörig Unruhe in der friedliebenden Bevölkerung auszulösen. Das neue Werk wird am 27. November 2020 via Transcending Obscurity Records erscheinen.

Das Album – «The Shadow At The World’s End»

«Defleshed» markiert direkt einen flotten Beginn. Es rumst und kracht ordentlich im Karton. Nichtsdestotrotz bringt die mitreissende Gitarren-Arbeit ebenfalls melodiöse Aspekte ins Spiel. Dazu gibt’s Growls von Meister Rogga Johansson. Erinnert stellenweise sogar an die älteren Scheiben von Amon Amarth. Das ist bei weitem nicht bloss sinnfreies «Geknüppel». Die passende Mischung ist eben einfach fast immer ein Erfolgsgarant.

Groovige Passagen beherrschen die Herrschaften ebenfalls – und das beweisen sie beim darauffolgenden «1888» eindeutig. Tempovariationen sorgen für ein anspruchsvolles Nackenfitness-Programm. Einfach still herumsitzen und zuhören? Bei diesen Rhythmen definitiv kein Thema! Parallelen zum britischen Abrisskommando Memoriam kann man effektiv nicht leugnen.

Auf Position drei treffen wir bereits auf den Titel-Track: «The Shadow At The World’s End». So langsam muss ich das Gehörte wohl als das uneheliche Kind von Bloodbath und At The Gates einstufen, denn das beschreibt den Sound eigentlich perfekt. Durchaus spannend, was die IKEA-Metaller hier für Kompositionen raushauen.

Der Kummer als ständiger Begleiter («Sorrow As Companion»). Jop, das kennt man nur allzu gut. Rogga lässt gesanglich erneut seinen inneren Johan Hegg raushängen. Der Vorteil davon? Trotz der groben Gangart muss man sich die Texte nicht mühsam zusammendichten, da die Worte gut verständlich in die Gehörgänge eindringen. Gleichzeitig zaubert er aufregende Soli aus den Saiten seiner Axt hervor. Im Hintergrund hämmert Martin derweil seine Felle K.O.

Als nächstes wird mit Dolchen gearbeitet: «Daggers That Mimic Life’s Pain». Oha, der nächste Nackenbrecher lässt grüssen. Da donnert wieder einmal die groovende Dampfwalze über einen hinweg! Gelegentlich wird der Fuss abermals auf dem Gaspedal platziert.

«Dragged Back To The Cellar» – zurück in den Keller mit euch! Was Revolting dann dort für scheussliche Dinge mit euch anstellen, bleibt natürlich euren Fantasien überlassen. Dieser unaufhaltsame Hochgeschwindigkeitsexpress dürfte allerdings garantiert keine Gnade zeigen. «To The Bitter Bleeding End» knüpft dann beinahe schnörkellos an das vorangegangene Stück an. Die Nordmänner können den Schwung problemlos mitnehmen und aufgrund dessen die Kadenz aufrechterhalten. Da bleiben die haarigen Propeller doch glatt im Rotations-Modus!

Gemetzel oder Blutbad gefällig? Dann aufgepasst! «Carnage Will Come»! Die Oldschool-Vibes sind deutlich spürbar. Insbesondere in Bezug auf die Riffs. Martin ackert gewohnt fleissig hinter seine Schiessbude. Mit «Revolted By Life Itself» sind wir auch schon beim letzten Lied dieses Silberlings angekommen. Das Trio vereint nochmals alle seine Stärken und spielt diese gekonnt aus. Ein gelungener und intensiver Schlussspurt.

Das Fanzit Revolting – The Shadow At The World’s End

Darf man Oldschool Death Metal überhaupt mit melodiösen Elementen vermischen? Keine Ahnung, aber grundsätzlich ist eh immer die künstlerische Freiheit das universelle Thema. Und zur Not wären Regeln sowieso lediglich dazu da, um gebrochen zu werden. Für Revolting scheint das Experiment jedenfalls zu funktionieren. Ausserdem runden sie ihren siebten Streich mit groovigen Passagen und Tempo-Variationen souverän ab. Das schwedische Gütesiegel darf verdientermassen vergeben werden.

Empfehlenswerte Hörproben: «Defleshed», «The Shadow At The World’s End», «Revolted By Life Itself»

ab Release reinhören und portofrei bestellen

Tracklist Revolting – «The Shadow At The World’s End»

  1. Defleshed
  2. 1888
  3. The Shadow At The World’s End
  4. Sorrow As Companion
  5. Daggers That Mimic Life’s Pain
  6. Dragged Back To The Cellar
  7. To The Bitter Bleeding End
  8. Carnage Will Come
  9. Revolted By Life Itself

Line Up – Revolting

  • Rogga Johansson – Gesang, Gitarre
  • Tobias – Bass
  • Martin – Drums

 

Video Revolting – The Shadow At The World’s End


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8/10



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Autor
25.11.2020