All For Metal - Legends (Cover Artwork)
Fr, 7. Juli 2023

All For Metal – Legends

Heavy Metal, Power Metal
04.07.2023
All For Metal - Legends (Cover Artwork)

Die Rettung des wahren Metals?

Wenn sich eine Band All For Metal nennt, dann kann man nur zwei Möglichkeiten erwarten. Entweder es ist eine Parodie (im Stile von Nanowar of Steel). Oder hier will wirklich jemand den (nicht mehr so) mächtigen Manowar in den Hintern treten. Und genau dies ist hier der Fall…

Da treffen sich zwei Metal Enthusiasten, die musikalisch eigentlich in komplett unterschiedlicher Richtung unterwegs sind. Tim „Tetzel“ Schmidt ist Frontmann bei Asenblut und eher im düsteren Bereich angesiedelt. Antonio Calanna hingegen war Sänger bei den süddeutschen Melodic Rockern DeVicious. Unterschiedlicher geht kaum – und doch haben sich zwei gefunden. Sie haben gemein, dass sie beide den klassischen Heavy Metal lieben. Und schon gibt man All For Metal!

Der erste produzierte Song nennt sich dann auch wie die Band und das Motto: „All For Metal“. Mit Amboss-Schlägen beginnend, mit stampfenden Drums, mit wechselndem Gesang zwischen Calanna und Tetzel – darüber pure Ohrwurm-Melodien. So gut haben Manowar in diesem Jahrtausend nie getönt! True Metal vom allerfeinsten…

Nun ist das Debütalbum fertig und in den Startlöchern, um die Fahne des besagten True Metal hochzuhalten. Hier muss ich jetzt aber mal noch etwas Kritik üben. Ich finde es schade, dass bei Release des Gesamtwerkes in diesem Fall über die Hälfte bereits vorab veröffentlicht wurde. Sechs von zehn Tracks sind seit kurz oder lang über all die sozialen Medien, Spotify, YouTube etc. bekannt und erhältlich. Klar, es ist wohl Zeitgeist. Aber wo bleibt denn noch die Vorfreude auf das GANZE Album, wenn man über die Hälfte schon kennt?

Anyway, vielleicht bin ich halt auch da zu „Old School“ eingestellt. Aber das passt ja irgendwie auch zu dem Sound… Von den bislang veröffentlichten Songs haben sich vor allem „Born In Valhalla“ und das einfach nur saugeile „Raise Your Hammer“ in meine Favoritenliste gespielt. Klischees wohin man blickt, in den Videos gibt’s Schwerter, Äxte, Hämmer, epische Schlachten. Die Musikanten in Ketten und Leder. Alles garniert mit Melodien, die man a) nach einmaligem Hören bereits problemlos mitsingen kann und b) kaum mehr zu den Löffeln rausbekommt.

Zu den bereits bekannten Songs gehört auch das treibende „Fury Of The Gods“ sowie der Stampfer „Mountain Of Power“. Letzterer brilliert mit dem hohen Gesang von Calenna, während Tetzel nur ganz punktuell seine bösen Konter setzt. Auf dem Album gibt es noch ein gesprochenes Intro dazu. Das tönt dann schon recht ähnlich wie bei der Geschichtenerzählerin bei einer gewissen schwedischen Band… Cool ist dafür auch die kreierte Brücke zu Iron Maiden. 7th Son of a 7th Son…

Erstaunlich sanfte Töne erklingen dann jedoch beim letzten Track. „Legends Never Die“ ist ein sehr beeindruckender Kontrast zum ansonsten heftigen Programm, eine erstaunlich starke Ballade. Das hätte so sicher kaum einer erwartet…

So, und jetzt fehlen also noch vier weitere Songs. Die könnten dann auch kaum unterschiedlicher sein! „Goddess Of War“ als erstes ist im ganz typischen und bislang bekannten Stil gehalten. Die klare Stimme von Antonio, gespickt mit den tiefen Tönen von Schmidt. „Hear The Drum“ ist dann allerdings völlig anders! Spartanisch, die Trommeln natürlich im Zentrum, der Bass dominiert, die tiefen Passagen dominieren hier. Und so verwundert es auch nicht, dass auch die Vocals ausschliesslich in diesem Bereich liegen – Calanna hat Pause!

„Run“ – wenn ein Song so heisst, dann muss er ja eine gewisse Geschwindigkeit haben. Denkt man. Ein wirkliches Rennen ist es zwar nicht, eher ein gemütliches Traben. Dafür ergänzen sich die beiden Sänger hier ein weiteres Mal hervorragend.

Zum Schluss noch dies: Wenn ein Song „The Day Of Hammerfall“ heisst – kann er schlecht sein? Ja, da dreht der HammerFall-Fanboy in mir natürlich gleich am Rad. Und realistisch gesehen hat das natürlich auch kaum etwas mit den Schweden zu tun. Komplett neutral betrachtet: Das ist ebenfalls einfach ein bockstarker Song! Cooler Refrain, sonst kaum eingesetzte Keyboards, ein ruhiger und epischer Mittelpart – schlicht und einfach ein (weiteres) ganz grosses Highlight des Albums!

Das Fanzit All For Metal – Legends

Nein, neu erfunden haben All For Metal den Metal sicher nicht. Aber sie zelebrieren Metal! Mit all seinen Klischees, mit der ganzen Art, die Aufmachung, die Melodien – sie machen zu grossen Teilen das, was Manowar früher mal gemacht haben. Allerdings nicht auf altbackene Art, sondern mit durchaus modernerem Anstrich. Dies zeigt sich dann wohl am besten in diesem Wechselspiel der beiden Sänger.

Wer auf richtigen True Metal steht, muss hier eigentlich blind zugreifen! All For Metal liefern ein unglaublich starkes Debütalbum ab, welches 9 von 10 Punkten verdient!

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Tracklist – All For Metal: Legends

  1. All For Metal
  2. Goddess Of War
  3. Born In Valhalla
  4. Raise Your Hammer
  5. Hear The Drum
  6. Run
  7. Prophecy Of Hope
  8. Mountain Of Power
  9. Fury Of The Gods
  10. The Day Of Hammerfall
  11. Legends Never Die

Line Up – All For Metal

  • Antonio Calanna – Vocals
  • Tim „Tetzel“ Schmidt – Vocals
  • Ursula Zanichelli – Guitars
  • Jasmin Pabst – Guitars
  • Florian Toma – Bass
  • Leif Jensen – Drums

Video – All For Metal: Raise Your Hammer


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 9/10



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04.07.2023
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