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Eye Of Melian - Forest Of Forgetting - Cover Artwork
Fr, 20. Februar 2026

Eye Of Melian – Forest of Forgetting

O.S.T., Symphonic Rock
17.02.2026
Eye Of Melian - Forest Of Forgetting - Cover Artwork

Hör-Kino für Herz und Seele

Es gibt Alben, die man einfach hört – und es gibt jene, die man betritt wie ein verborgenes Reich. «Forest of Forgetting» eröffnet exakt einen solchen Kosmos. Eye Of Melian weben darin weit mehr als blosse Klangfolgen – sie erschaffen einen Rückzugsort, dessen stille, entrückte Aura sich mit jedem Hören ein Stück weiter offenbart.

Martijn Westerholt hat schon mit Delain gezeigt, dass grosse Melodien sein Zuhause sind. Doch mit seinem Herzensprojekt hat er gemeinsam mit der finnischen Elfenstimme Johanna Kurkela etwas geschaffen, das weit über die Grenzen des Metal hinausstrahlt. Wirkte «Legends of Light» (2022) noch wie ein musikalischer Spaziergang durch Mittelerde, geht «Forest of Forgetting» einen Schritt weiter: runder, feiner, dichter – wie aus einem Guss. Wer harte Gitarren oder Doublebass erwartet, wird hier nicht fündig. Trotzdem passt dieses Album perfekt ins Regal eines Metal-Fans, der die Atmosphäre von Nightwish oder Blackbriar liebt. Es ist ein Refugium vor der lauten Aussenwelt – geschaffen, damit die Seele durchatmen darf. Wenn du mehr erfahren möchtest, bietet unser Interview mit Johanna und Martijn spannende Einblicke!

Unter dem Schutz des Zaubers

Die Verbindung zu Tolkien ist indes kein Zufall. Der Name Eye Of Melian verweist auf die Maia Melian, die ihr Herrschaftsgebiet mit einem schützenden Bann umgab – und ähnlich hüllt diese Musik ihre Hörerschaft ein. Man fühlt sich behütet, getragen, und zugleich hineingezogen in eine magische Anderswelt. Die Texte von Robin La Joy verstärken diese Wirkung mit Bildern voller Natur, Erinnerung und zeitloser Melancholie. Es entsteht der Eindruck, man wandere durch einen lebendigen Mythos.

Johanna bildet dabei das emotionale Herzstück dieser Aufnahmen. Ihre Stimme bewegt sich mühelos durch die orchestralen Arrangements, klar und fliessend. Es ist diese Mischung aus Leichtigkeit und einer fast greifbaren Tiefe, die Stücken wie «The Mirror» eine ganz eigene, märchenhafte Präsenz einhaucht.

Zwischen Andacht und Epik

Der Opener «Of Willows and Shadows» fühlt sich an wie das leise Öffnen eines Tores. Nichts drängt, nichts überfordert – es ist ein sanfter Schritt in diese Zwischenwelt. «Symphonia Arcana» wirkt danach erdiger und treibender. Hier zeigt sich, was das Album ausmacht: rituelle Percussion, majestätische Chöre und eine epische Wucht, die eher an einen Fantasy-Soundtrack erinnert als an Metal.

Spätestens bei «Child of Twilight» tritt zutage, dass Eye Of Melian keine spektakulären Höhepunkte suchen. Der Song ist folkig, intim, beschwingt und doch fast zerbrechlich – wie ein Selbstgespräch im silbernen Mondlicht. Im Zentrum steht Johannas Gesang, der zwischen zarten Nuancen und kraftvoller Ausstrahlung pendelt.

Hochkarätige Gefährten

Für den besonderen Klang hat sich das Duo erneut starke Unterstützung geholt. Patty Gurdy mit ihrer Drehleier sowie Troy Donockley von Nightwish bringen eine authentische Folk-Note ein. «Elixir of Night» und «Dawn of Avatars» gewinnen dadurch an Farbe: vital, warm, voller Hoffnung. Die keltischen Einflüsse fügen sich so natürlich ein, dass man die Komplexität der Lieder vor lauter Leichtigkeit fast vergisst.

Inmitten dieser hellen Momente besticht «Blackthorn Winter» durch seine eisige Ästhetik, während der erhabene Titeltrack «Forest of Forgetting» mit einer stillen Melancholie aufwartet, die phasenweise an ruhige Passagen von Therion erinnert.

Die Tränen des Drachen

«The Buried Well», «The Mirror» und «Nepenthe» laden zur inneren Einkehr ein. Besonders das letztgenannte Stück, mehr gehaucht als gesungen, wirkt wie ein letzter, beruhigender Atemzug nach einer langen Reise. Und dann ist da noch «Tears of the Dragon» – das Cover des Bruce-Dickinson-Klassikers aus dem Jahre 1994, hier zart und doch kraftvoll neu interpretiert. Es schlägt eine Brücke zwischen Martijns Metal-Wurzeln und dem ätherischen Klangkosmos von Eye Of Melian. Traurig und stark zugleich – ein würdiger Schlusspunkt.

Ein Album wie eine Einladung: Man kann tief in seine Details eintauchen oder sich schlicht von der Ruhe tragen lassen. «Forest of Forgetting» ist weniger blosses Hören als vielmehr ein Erleben. Auch wenn der Name das Vergessen beschwört, hinterlässt dieses Opus Spuren, die weit über den letzten Ton hinausreichen.

Das Fanzit: Eye Of Melian – Forest of Forgetting

Ist es Metal? Nicht wirklich. Trifft es Herz und Seele? Ohne Zweifel. Das Album entführt in eine stille, magische Sphäre, die Träumen Raum gibt. «Forest of Forgetting» ist ein Werk für Suchende und Sehnsüchtige – für alle, die einen Ort brauchen, an dem die Zeit einen Moment lang den Atem anhält. Es klingt wie Stille mit Flügeln – und hallt lange nach.

Anspieltipps: ⁠⁠Symphonia Arcana, Blackthorn Winter, Dawn of Avatars, The Mirror, Tears of the Dragon

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Die Tracklist Eye Of Melian – Forest of Forgetting

  1. Of Willows and Shadows
  2. ⁠⁠Symphonia Arcana
  3. Child of Twilight
  4. Elixir of Night (feat. Patty Gurdy and Troy Donockley)
  5. Blackthorn Winter
  6. Lady of Light
  7. Dawn of Avatars (feat. Patty Gurdy and Troy Donockley)
  8. Forest of Forgetting
  9. The Buried Well
  10. The Mirror
  11. Nepenthe
  12. Tears of the Dragon (Bruce Dickinson Cover)

Das Line-up – Eye Of Melian

  • Martijn Westerholt – Keys and Orchestral arrangements
  • Johanna Kurkela – Vocals and Violin
  • Robin La Joy – Backing Vocals
  • Mikko P Mustonen – Keys and Orchestral arrangements

Video Eye Of Melian – Symphonia Arcana


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 9.5/10



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17.02.2026
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