Sa, 1. November 2014

Bigelf, Bend Sinister, Jolly

Mini Z7 (Pratteln, CH)
04.11.2014

Die grosse Frage, ob denn das Programm im Mini Z7 unter gehen würde, da die Schweden Opeth am gleichen Abend im Komplex 457 zum Duell antraten, wurde in anderen Online Magazinen schon genügend diskutiert. Kann man denn hier tatsächlich von einem Duell sprechen? Opeth zogen knapp über 1’000 Leute an, Bigelf nur ca. 200 Besucher. Auch wenn ich lese, dass Opeth gigantisch gut gewesen sind, bereue ich es nicht, dass meine Wahl auf Bigelf und Support gefallen ist. Gerne gesehen hätte ich Opeth jedoch schon….

Jolly

Nun, zurück ins Z7: Ich schreibe bewusst „und Support“, denn schon der Opener Jolly erregte mein Gemüt. Die Amerikaner, die Tears For Fears, Pink Floyd und Radiohead zu ihren persönlichen musikalischen Einflüssen zählen, sorgten für einen perfekten Start in den Abend und liessen den Opeth Blues schnell verfliegen. Das fanden wohl auch die Kollegen, welche im Opeth Shirt gekleidet vor der (eventuell falschen?) Bühne standen.

Da hat das Schweizer Musiklabel Galileo Records den richtigen Riecher gehabt, als sie damals die ersten Youtube Videos von Jolly entdeckten und ihnen einen ersten Plattenvertrag angeboten haben. Leider war die Spielzeit viel zu kurz und somit bleibt nur die Hoffnung, dass Jolly bald wieder den Weg in die Schweiz finden werden. Die vier findigen Amerikaner sind einen Konzertbesuch absolut wert.

Bend Sinister

Weiter im Programm ging es dann mit Bend Sinister, einer Truppe die bei mir für ziemlich viel Schmunzeln sorgte und das ist nicht unbedingt abwertend gemeint. Die Kanadier, die ihren Namen einer Novel des russischen Autors Vladimir Nabokov zu verdanken haben, hinterliessen bei mir mit ihrem ersten Auftritt in der Schweiz, ein irritierendes „Hoppla“. Ein bisschen Supertramp, ein bisschen Hippie, ein bisschen Heavy und was die Performance betrifft waren sie extrem unterhaltsam. Vor allem Bassist Matt Rhode mit seiner Fellmütze signalisierte „Hey wir nehmen uns nicht allzu ernst“.

Bigelf

Dann die Sensation: Bigelf mit Mike Portnoy (Ex-Dream Theater, Flying Colors, Transatlantic etc.) am Schlagzeug, John Wesley (Porcupine Tree) an der Gitarre und das in Club-Atmosphäre! Unschlagbar! Lustig war, dass die Fans eigentlich genug Platz hatten im Mini Z7, aber sich doch ums Verrecken in zentraler Lage vor der Bühne fast aufeinander stapelten, um den Musikern nahe zu sein. Köstlich, aber für die Fotografen ein Dorn im Auge. Damon Fox, ein bisschen Marc Bolan, ein bisschen David Bowie, überzeugte mit tollem Gesang und optischer Extravaganz.

Fanzit

Ohne Zweifel war das ein ganz besonderer Abend mit ganz grossartigen Bands und viel Abwechslung. Und mit dem Fanzit „Keine Spur von ach wäre ich doch lieber zu Opeth gegangen“ möchte ich den Bericht ausklingen lassen.


Wie fandet ihr das Konzert?

04.11.2014
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