Fluffy Machine – Beach//Wave (Cover Artwork 2)
So, 22. März 2026

Fluffy Machine – Beach//Wave

Fun Punkrock, Pop Punk
15.04.2026
Fluffy Machine – Beach//Wave (Cover Artwork 2)

Punk, für den man nicht surfen können muss

Mit „Beach//Wave“ veröffentlichen Fluffy Machine ihr viertes Album und beweisen erneut, dass es sich lohnt, öfter mal über den Röstigraben zu schauen.

Für gewöhnlich versuchen wir auf Metalinside, die Veröffentlichung unserer Reviews von aktuellen Alben möglichst nah an deren Erscheinungsdatum zu legen. Reicht uns die Zeit für eine ausführliche Review nicht, präsentieren wir euch, werte Leser, den betreffenden Release als Kurzreview in unserem Format „Schon gehört?“.

Dieses Schicksal sollte eigentlich auch das neue Album der Westschweizer Punkband Fluffy Machine, „Beach//Wave“, erleiden, doch nach mehrmaligem Hören und Besuchen mehrerer Konzerte, an denen die Scheibe gespielt wurde, bringe ich es nicht über das Herz, dieses Sommer-Sonne-Palmen-Kunstwerk mit nur wenigen Sätzen abzuspeisen. Lasst uns also das Strandbuffet eröffnen.

Unkompliziert

Nach ersten Gehversuchen im Poppunk, die nach dem Hören mangels einer eigenen Identität schnell vergessen waren, erschien mit „Alive But Not Dead“ die Veröffentlichung, die bis zum heutigen Tag den Sound von Fluffy Machine definieren sollte und die Musik unverkennbar macht.

Klassischer Punk, in dem von der Bühne ins Publikum gespuckt und der Sänger mit Bierdosen bombardiert wird, ist das sicherlich nicht. Punk ist auf diesen Alben, somit auch auf „Beach//Wave“, vor allem zu spüren in der Leichtigkeit, die ihnen innewohnt. Eine Leichtigkeit, die nicht mit Minimalismus zu verwechseln ist. Für eine gewöhnliche Punkband hat die Band mit zwei mindestens eine Gitarre zu viel, überaus zwanghaft kompliziert klingen die Lieder dennoch nicht.

Dies spiegelt sich ebenso in Auftritten der Band. Trotz sauber gespielten Sets wirkt die Band, als würde man ihr in den Ferien an einem lauen Abend an einer Strandpromenade feuchtfröhlich, mehr probend als spielend, begegnen.

Vergesst The Beach Boys!

Dieses Sommergefühl kommt auf dem neusten Album nochmal deutlicher als bei den Vorgängern zur Geltung, vermutlich mit Absicht, wie der Titel „Beach//Wave“ vermuten lässt. Lieder wie „High On A Beach“, „Summertime“ oder „Dragon“ gehören in die Playlist jeder Bar, die Strohhüte, Surfbretter und Hawaiihalsketten an ihre Wände nagelt. Nach dieser Platte gehört „Surfin‘ U.S.A.“ endgültig in die Mottenkiste!

Wie die flauschige Maschine rattert

Der Klang von Fluffy Machine erinnert an einen leckeren Kaugummi, der gekaut wird. Im besten Sinne: Sanfte weiche Töne, die in den vielen „Party-Parts“ stets „in Bewegung sind“, als würden sie gekaut werden. Die ansonsten Punkrock-typische Härte braucht es nicht. Alles kommt locker von den Lippen und aus den Händen. Moll-Töne sucht man vergebens. Die Gitarren sind mit Effektgeräten verzaubert, von einem aggressiven Distortionseffekt wird hier selten bis nie Gebrauch gemacht.

Doch Ausnahmen bestätigen die Regeln: Auf „Beach//Wave“ darf es im Song „Hold On Tight“ ein wenig vom Verträumten weg in eine kantigere Stimmungslage gehen.

Die ansonsten zugunsten ganzer Akkorde weitgehendst ausgelassenen Powerchords in der Kombination mit einer, verglichen mit dem restlichen Album, deutlich präsenteren Snaredrum machen den Song merklich hektischer, und es ist wenig verwunderlich, dass an Liveauftritten insbesondere hier zum Springen aufgerufen wird.

Kein Unterschied zeigt sich hingegen in der Stimme. Der Gesang präsentiert sich, wie meist beim klassischen Fluffy-Machine-Sound, als Double-Vocals, mit einer leichten, an ein Live-Mikrofon erinnernden Verzerrung, die je nach Vorlieben des Hörers vielleicht als übermässig intensiv empfunden werden kann, und abschliessend mit einer mittleren Portion Raumhall.

Angeführt wird die Band von einer, für einmal ist deren Bezeichnung mehr als treffend, Leadgitarre, die sich auf eher hohe Klänge spezialisiert. Der Boden bilden der, mit dem Schlagzeug harmonisierende, stampfende Bass und die Rhythmusgitarre, die vorwiegend, wie erwähnt, eher Punk-untypisch, ganze Akkorde spielt. Alles in allem bildet das eine Maschine, in der jedes Zahnrad ins andere greift, die nach Musik klingt, zu der ebenso gut entspannt wie auch pogogetanzt werden kann.

Fluffy Machines „Bohemian Rhapsody“

Beim Albumtitel sind die Schrägstriche zwischen Beach und Wave nicht bloss Designelemente. Track 1 bis Track 10 von „Beach//Wave“ liegen am Strand und Track 11, „The Wave“, wird durch das Meer geblasen. Was ein Monstrum: Ganze sechzehn Minuten zieht sich dieses Lied durch die Gehörgänge und alle Gezeiten. Mal ruhig in der Flaute, dann wieder aufgeworfen im Tsunami. Vielleicht hätte man diesen Teil des Albums kürzen können, ein Muss war es sicherlich nicht. Das beweist allein die Tatsache, dass er, jeweils als letzter Programmpunkt, seinen Platz in der Live-Setlist gefunden hat und selbst in dieser Rolle die Zuhörer nicht gelangweilt aus dem Konzertsaal treibt.

Das Fanzit Fluffy Machine – Beach//Wave

Fluffy Machine haben das geliefert, was man erhofft hat, und dennoch überrascht. Ihren Sound neu zu erfinden, wäre überflüssig gewesen, denn unverwechselbar ist er bereits. Trotzdem klingt dieses Album ein bisschen mehr nach Strand- als, wie die vorherigen, nach Skate-Punk und erfüllt somit jede Prämisse, die der Titel vorgibt.

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Die Tracklist Fluffy Machine – Beach//Wave

The Beach

  1. High On A Beach
  2. Summertime
  3. Beernado
  4. Dragon
  5. Guy In My Car
  6. Everything Is Great
  7. Memories
  8. Hold On Tight
  9. Tomorrow
  10. Not The End

The Wave

  1. The Wave

Video Fluffy Machine – High On A Beach


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8.5/10



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15.04.2026
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