Metalcore in allen Facetten
In Aarau steht ein Abend ganz im Zeichen des Metalcore bevor, an dem Novelists, Vianova und TSS für Stimmung sorgen. Zwischen sanften Clean-Passagen und verzerrten Vocals verspricht der Abend viel Abwechslung, Kreativität und Gelegenheit zum moshen.
Mitte April werden im Kiff gleich drei sehr spannende Bands zusammengeführt. Alle bewegen sich im Metalcore, präsentieren allerdings ganz unterschiedliche Seiten dieses diversen Stils. Bei zwei der drei Bands darf ausserdem mit der einen oder anderen Textpassage auf französisch gerechnet werden.
Novelists
Im Jahr 2013 wurde die Band von den Brüdern Amael und Florestan Durand sowie drei weiteren Bandmitgliedern, Matteo Gelsomino, Nicolas Delestrade und Charles-Henri Teule, in Paris gegründet. Zwei Jahre darauf wurde das erste Studioalbum «Souvenirs» veröffentlicht, im Jahr 2017 erschien «Noir». Der Release des Albums «C’est la vie» im Jahr 2020 stellte einen weiteren wichtigen Karriereschritt dar. Als der Sänger Matteo die Band Anfang 2020 verliess, stiess Tobias Rische zu der Gruppe. Mit ihm wurde das vierte Studioalbum «Déjà vu» (2022) aufgenommen.
Nach dem Bandaustritt von Tobias im April 2023 stand die Gruppe erneut ohne Frontman da. Einige Monate später kündigten Novelists an, dass Camille Contreras die lead vocals der Band übernimmt. Bereits im Jahr 2019 reiste Camille nach Paris um die Harmonien für das neuste Album der Band zu singen. Nach drei erfolgreichen Tagen im Studio wurde beschlossen, dass Camille im Song «C’est la vie» ein feature singt.
Bereits mit dem Eintritt des neuen Gitarristen Pierre Danel im Jahr 2021 ist ein Stilwandel der Band hörbar. Mit unendlich Energie brachte Camille schliesslich neuen Wind in die schon fast totgesagte Band. Durch diesen Einfluss integrierten Novelists auch Elemente von Modern- und Alternative Metal in den bisher klassischeren Metalcore-Stil. Zwar blieb der für Metalcore typische Wechsel zwischen clean und distorted vocals prägend, auf dem 2025 erschienenen Album «Coda» sind aber auch einige Elemente aus der Pop-Musik erkennbar. Die teils sehr eingängliche Musik wartet dennoch mit Detailverliebtheit und technisch sehr ausgereiften Instrumentalparts auf.
Vianova
Auch diese Band wurde von zwei Brüdern, Felix und Paul Vogelgesang, gegründet. Das Ziel der berliner Band war, authentischen und emotionsgeladenen Metal zu kreieren. Seit 2017 produziert das Quartett, mit einigen zwischenzeitlichen Besetzungswechseln, Metalcore. Allerdings zeigt ihre Musik mutige und äusserst spannende Kombinationen mit Soul, Jazz und R&B. Durch den Einsatz von Synthesizern erhält die Musik zudem einen unverkennbaren 80er-Jahre Vibe, der sich ausserdem in verschiedenen Musikvideos wiederspiegelt.
Gesanglich zeichnet sich die Band durch grosse Diversität aus. Neben reinen und unverzerrten Gesangspassagen werden sehr unterschiedliche distorted-vocal Techniken eingesetzt. Neben diversen screams, growls und dergleichen wird beispielsweise auch immer wieder Sprechgesang verwendet. Auch instrumentale Kreativität ist ein Markenzeichen von Vianova. Zudem hält auch das Songwriting der Band immer wieder die eine oder andere Überraschung bereit. So dürfen nicht nur plötzliche und dennoch sehr passende Wechsel zwischen sanft und hart, sondern auch zwischen verschiedenen stilistischen Einflüssen erwartet werden.
TSS
Unterstützung aus Frankreich erhalten Novelists von der 2016 gegründeten Band TSS, früher auch als «The Sunday Sadness» bekannt. Typisch für die dreiköpfige Band ist die Kombination verschiedener Stilrichtungen, darunter Emo, Alternative Rock, Synthwave und Metalcore. Mit diesem Konzept erschaffen sie ein bisher wenig bekanntes Musikerlebnis, das auch mit einigen Elektronischen Elementen gespickt ist.
In den letzten Jahren erschienen dann auch aggressivere und sehr experimentelle Songs, die Spannung, Emotion und einige ungewohnte Hörerlebnisse garantieren. Somit weisen TSS die Richtung in einen neuen, kreativen und vielversprechenden Stil des modernen Metal.


