April Art – Red
Alternative Metal, Metalcore, Progressive Metal, Rock
Nächster Schritt auf rasantem Erfolgskurs
Das vierte Studioalbum «Red» der deutschen Rock- und Metalband April Art erscheint am 9. Oktober 2026. Wie bei früheren Alben werden Zuhörende sofort von sturmflutartigen Energiewellen mitgerissen. Ergänzt werden diese allerdings auch durch sanftere Klangwogen, die eine ganz neue und persönliche Seite der Band beleuchten.
Altbekannte klare Linie
«Bulletproof» zeigt als erster Song des neuen Albums all das, was April Art auszeichnet. Kraftvoll und energiegeladen reisst die Musik vom ersten Takt an mit. Dabei wird keine Zeit mit Schnörkeln oder unnötiger Komplexität verschwendet. Die Band weiss ganz genau, was wichtig ist, und bietet uns so weder mehr noch weniger als alles Nötige, um klare, direkte und beeindruckende Musik zu kreieren. Die Umsetzung dieser Rezeptur ist wie schon in den vorherigen Alben einwandfrei: Harte Riffs der ordentlich verzerrten Gitarre treffen auf die charakteristisch rauchige und selbstbewusste Stimme der Sängerin. Die Bassgitarre legt eine klare und kraftvolle Grundlage, auf der sich die anderen Bandmitglieder musikalisch auszutoben wissen. Die Drums zeigen sich präzise sowie prägnant und sorgen dadurch für eine unmissverständlich klare Härte. Im gleichen Mass selbstverständlich wie dieser Stil (naja, halt typisch April Art) handelt der Text mit mutiger Stimme von Kraft, Stärke und Unverwundbarkeit.
Auch weitere Songs auf «Red» sind ähnlich konzipiert und vereinen sehr eingängige, melodiöse Elemente mit brutaler Härte, Gitarreneffekten und verzerrtem Gesang. Genau das macht die Musik von April Art wohl dermassen überzeugend. Von einer kompositorischen Perspektive aus betrachtet sind die Songs oft simpel und unkompliziert. Sie bewegen sich im 4/4-Takt und auf komplexe Akkordfolgen wird verzichtet. Dennoch kommt dabei niemals Langeweile auf. Das Markenzeichen der Band aus Giessen liegt in der erstklassigen Umsetzung der fertiggeschriebenen Songs: Alle beherrschen ihre Instrumente und spielen rhythmisch einwandfrei zusammen. Dabei treten einzelne Musizierende zwischendurch in den Vordergrund, lassen den anderen Instrumenten im nächsten Moment aber wieder den nötigen Raum. Das führt zu einer spannenden Dynamik, die insgesamt jedoch sehr ausgewogen erscheint. Und natürlich, das Allerwichtigste sind die ungebremste Motivation und Hingabe der Band sowie die dadurch übertragene schier unendliche Energie.
Neue Facetten
Der erste Song endet mit dem Text «I’m bulletproof» einer starken, überzeugten und verzerrten Stimme, mit Vollgas instrumental begleitet. Als nächstes ist Lisa-Marie mit reinem, glockenklarem Gesang mit «Lost in the deep dark water», etwas später gefolgt von «Tears running down my face» zu hören, lediglich von Bassgitarre und wenigen Drumbeats begleitet. Der zweite Song «Fall Into Pieces» erscheint teils eher ungewohnt. Die Strophe ist viel ruhiger und nicht energieüberladen, alle Instrumente sowie die Gesangsstimme sind unverzerrt und haben allem Anschein nach einige Gänge heruntergeschaltet. Und der Text… Er handelt nicht mehr wie gewohnt von Stärke, Selbstbewusstsein und Unverwundbarkeit sondern viel mehr von Zweifel und Verletzlichkeit. Es ist als würde dieselbe Thematik aus einem anderen Blickwinkel beschrieben. Während einem das harte Leben und Schmerz in «Bulletproof» nichts anhaben können, schwingt in «Fall Into Pieces» ein Zugeständnis von grosser Herausforderung, Leid, Unsicherheit und Hadern mit. Die Zeile «Wash away the weight of shame and start facing the pain» später im selben Song weist auf das Reflektieren des eigenen Handelns hin.
Dieser andere Blickwinkel lässt zudem weitere Lieder von «Red» verwundbar, dadurch aber auch menschlicher, persönlicher und authentischer erscheinen. Trotz den besungenen Zweifeln bleibt die Botschaft der Songs jedoch unverändert: Zuversicht, Hoffnung und Stärke bleiben vorherrschende Themen. Allerdings wird aus dieser Perspektive klar, dass diese Tugenden nicht einfach von alleine da sind, sondern viel Energie, Kraft und Willen benötigen. Energie und Kraft im musikalischen Sinne bleiben auch bei diesen Songs erhalten, ergänzt durch ein weiteres, sehr spannendes Element. Nach meinem Empfinden zeigt diese neue Perspektive ein realeres und ehrlicheres Bild. Darin spielen nicht mehr allmächtige SuperheldInnen, sondern authentische Menschen die Hauptrolle, wobei letzteren gerade die Tatsache der Verwundbarkeit umso mehr Kraft und Stärke zuspricht.
Neue Perspektive inmitten altbekannter Energie
April Art haben es mit dem Album «Red» geschafft, neue Elemente in ihre Musik zu integrieren, ohne dabei auf Altbewährtes zu verzichten. Ein gutes Beispiel hierfür ist «Panic Stations». Der Song beginnt mit voller Härte und der typisch rauchigen Stimme von Lisa-Marie. Der Chorus zeigt sich dann deutlich weniger hart, bleibt aber dennoch sehr energiereich. So steigt und fällt die Lautstärke der Musik wie auf einer Achterbahnfahrt, allerdings sehr harmonisch und gekonnt. Der zweitletzte Refrain ist dann sogar beinahe wie eine Gute-Laune-Ballade mit sanfter Akustikgitarre und reiner Stimme, bevor der Aufbau zu einem abermals musikalisch hartem Ende kommt.
Ebenfalls sehr empfehlenswert ist «Hungry For Life». An diesem Song ist auch die Kreativität der Band zu erkennen. So steht am Anfang eine sanfte Strophe, die sich in einen deutlich lauteren Chorus auflöst. Später führt die harte Bridge von einem lauten in einen plötzlich leisen und sanften Chorus. Schliesslich wird uns ausserdem noch ein äusserst genussvolles Gitarrensolo geboten, das der Botschaft des Songs ermöglicht, um die gesamte Welt zu fliegen. Ein tolles Erlebnis und ein echter Leckerbissen des Albums.
Das Fanzit zu April Art – Red
April Art bieten uns mit «Red» alles, was wir an ihnen schätzen und darüber hinaus noch deutlich mehr. Immer wiederkehrende sanftere Elemente und Abschnitte schaffen eine neue Perspektive auf das Altbekannte, ohne die für die Band charakteristische Energie einzubüssen. So werden neue Elemente sehr gekonnt in ihre bisherige Musik eingeflochten. Diese Entwicklung erscheint mir als logischer nächster Schritt für die Truppe, der trotz seiner Schwierigkeit gekonnt umgesetzt wird. Damit wird das musikalische Spektrum von April Art weiter aufgefächert während das neue Album im Vergleich zu den vorherigen deutlich persönlicher und authentischer erscheint.
Die Tracklist – April Art – Red
- Bulletproof
- Fall Into Pieces
- Panic Stations
- Unbreakable
- Silent War
- Good Guy
- Hungry For Life
- Big Bubble Bullshit
- Blink Of An Eye
- Karma Is A Bitch
Das Line-up – April Art
- Lisa-Marie Watz (Vocals)
- Chris Bunnell (Guitars)
- Julian Schuetze (Bass)
- Ben Juelg (Drums)
Video April Art – Panic Stations


