Do–Sa, 11.–13. Juni 2026

Greenfield Festival 2026 – Sabaton, Bad Omens, Volbeat u.v.m.

Flugplatz Interlaken (Interlaken, CH)
/ 27.07.2026

Das grüne Feld ruft!

Auch dieses Jahr zog das Greenfield Festival vom 11.-13. Juni wieder Tausende von Personen nach Interlaken, um renommierte Acts wie Sabaton, Volbeat und Bad Omens zu sehen. Aber auch unbekanntere Perlen wie Aurorawave, Bilmuri und Touché Amoré gab es zu entdecken.  

Larry: Domi the Stick und ich reisen dieses Jahr wieder bereits am Mittwoch sehr früh an, um unseren gewohnten Platz mit unserer Truppe für die Dauer des Greenfields zu bewohnen. Nach einiger Zeit in der Schlange bemerken wir jedoch, dass auf unserer Fläche Zelte des Camping Claims stehen. Komisch, da das gar nicht im Plan, der vorgängig auf der Webseite publiziert wurde, eingezeichnet war. Kurzes Brainstorming und wir finden einen anderen geeigneten Ort, den wir anpeilen. Am Nachmittag fangen plötzlich alle an, die Campingstühle und Pavillons zusammenzufalten, da die Ticketkontrolle öffnet. Leider trifft das nicht auf die Gepäckkontrolle zu und wir warten fast eine halbe Stunde davor. Dies war in den früheren Jahren besser, als beides gleichzeitig aufgemacht wurde.  

Nun haben wir aber unser Camp aufgestellt und geniessen in unseren Campingstühlen das erste kühle Bier. Die Muskeln werden noch etwas geschont, weil ich weiss, dass drei konzertreiche Festivaltage auf mich warten. Ich lasse es mir trotzdem nicht nehmen, einen Abstecher in die Partyzone zu machen und zu bekannten Rock- und Metalklassikern mitzusingen und abzugehen. Die Freude ist gross! 

Silas: Da scheint sich das einige Stunden später Anreisen tatsächlich gelohnt zu haben. Wartezeiten hatte ich ebenfalls, da und dort ein bisschen anstehen, aber diese waren in einem Rahmen so grün wie das Feld. 

Der Mittwochabend selbst, verbindet für mich leider die Aspekte, die dem Greenfield hinsichtlich «Festivaltourismus» vorgeworfen werden. 90s-Party, Rave und der Fokus auf Alkohol wie auf einem Oktoberfest. Braucht es das wirklich? Da bleibe ich lieber auf dem Zeltplatz und trinke da ein Bier (zu viel). 

Greenfield Festival 2026 – Tag 1 (Donnerstag, 11. Juni) 

Larry: Donnerstag – der erste Festivaltag des Greenfield Festival. Bevor die Alphornbläser wie gewohnt um 14:00 Uhr die Jungfrau Stage eröffnen, pilgert ein Teil unserer Gruppe zum Denner, um uns mit Essen für die nächsten Tage einzudecken. Wie bereits letztes Jahr gibt es einen Shuttle zum Denner und wieder zurück. Anders ist jedoch, dass man nun in einem Touristenzügli fährt und dieses – nicht wie der Shuttle letztes Jahr – sogar über den Campingplatz fährt und in der Nähe des Zmorge-Zelts hält (Silas: Wohlgemerkt mit mehreren Haltestellen, weswegen nicht über den ganzen Zeltplatz gewandert werden muss, um dem Denner-Reise-Zügli zuzusteigen).  

Bei der Rückkehr sind wir jedoch verwundert: Der Einkauf beim Denner mit passendem Voucher sollte für einen unlimitierten Getränkeeinlass sorgen. Die Gepäckkontrolleure scheinen dies aber nicht zu wissen und wollen den Getränkebon am Greenfield-Bändel abschneiden (wobei sie überlegen, ob sie mehrere abschneiden müssen). Wurde hier nicht klar instruiert? (Silas: Allgemein fällt mir dieses Jahr vermehrt auf, dass für die Kommunikation unter den Ordnern noch Luft nach oben wäre). 

Schaukampf beim Mittelaltermarkt 

Bevor es ins Infield geht, gibt es noch einen Abstecher auf den Mittelaltermarkt. Hier finden täglich Schaukämpfe statt – wobei das Wort Schaukampf der falsche Begriff ist für das Kämpfen in mehreren Dutzend Kilo schweren Rüstungen und mit metallischen Waffen. Die Kämpferinnen und Kämpfer sind entweder als Wikinger oder Westeuropäer mit verschiedenen Waffen wie Hellebarden, Langäxten und Schwertern bestückt. Anfangs kämpft jeweils einer gegen einen anderen, aber am Ende gibt es einen Wikinger-versus-Westeuropäer-Kampf, bei dem alle teilnehmen. Ein wahres Spektakel, welches eine grosse Anzahl von Schaulustigen angezogen hat.  

Zurück im Camp macht sich Domi the Stick mehr als eine halbe Stunde vor Beginn der Alphornbläser bereit, um den Anfang nicht zu verpassen. Leider ist auch hier der Wurm drin: Eine Dreiviertelstunde stehen wir an, weil vorne nur wenige der vielen Schleusen offen sind. Zudem ist nirgendwo angeschrieben, dass rechts nur Frauen, links dahingegen nur Männer eingelassen werden. So gibt es direkt vor dem Einlass ein ziemliches Chaos, das zusätzliche Zeit erfordert. Doch nicht nur wir stehen lange an, sondern auch andere, wie sich ergibt, als wir uns mit unseren Freunden austauschen. Nun sind wir drin und eilen zur Bühne … 

Alphornbläser 

… um die zwei letzten Töne von «In The End» (einem Cover von Linkin Park) zu hören. Zu unserem Pech hören die Alphornbläser vier Minuten vor dem Ende der geplanten Viertelstunde auf und so verpassen wir sie ganz. Snupi, hast du die Alphornbläser gesehen und kannst uns etwas dazu erzählen? 

Snupi: Leider nicht… Dass ich mit dem VIP-Bändeli nicht schneller in die In-Zone komme, habe ich heute bereits fest- und mich selbst mehrere hundert Meter vor der Eingangskontrolle angestellt. Dass es mit dem Fotopass etwas schneller geht, bemerke ich leider erst am Freitagnachmittag … Aber besser spät als nie, beim nächsten Greenfield weiss ich es dann von Anfang an. 

Zebrahead 

Larry: Nach dem Aufwärmen bei den Alphornbläsern stürmen Zebrahead die Bühne. Die Punkrocker aus den Vereinigten Staaten sind öfters zu Gast beim Greenfield und für ihre energiereichen Shows bekannt. So geniessen wir das Konzert in der Nähe des Soundturms und tanzen zu ihrer Musik. Durch die Hitze zieht es uns bald zu einer Bar, wo wir uns mit kühlen Getränken ausstatten. 

Snupi: Auf der Bühne tummeln sich neben den fünf Mitgliedern der Kernband noch viele weitere Menschen. So kommen beispielsweise eine Trompete sowie ein Saxofon zum Einsatz. Diesem Spektakel wohnen ausserdem weitere hochmotivierte Leute, einige von ihnen in Skelettoveralls gekleidet, bei. Die Musiker freuen sich an den (Back-) Stagebesuchenden, mit denen auf der Bühne getanzt und gefeiert wird. 

Silas: So langsam stelle ich die Theorie auf, dass das Greenfiel Zebrahead vor allem deshalb bucht, da diese Band ein Garant für aufkochende Stimmung, selbst am frühen Nachmittag, ist. 

Die Fotos – Zebrahead

XOXO 

Larry: Im Gegensatz zu den letzten Jahren hat das Greenfield dieses Jahr die Zeiten der Jungfrau und Eiger Stage angepasst. Musste man in den vergangenen Jahren früher von einem Konzert weg, um den Start des nächsten nicht zu verpassen, fangen viele Konzerte nun circa fünf Minuten nach Ende des vorherigen an.  

So schlendern wir auch gemütlich zur Eiger Stage, um XOXO zu sehen. Die Hardcore-Band aus Zürich, die in der Demotape-Clinic-Kategorie Rock des m4music Festivals gewonnen hat, eröffnet die Nebenbühne dieses Jahres. Sofort sticht mir das pinke Outfit von Sängerin Sina ins Auge. Ein spannender Kontrast zu ihren harten Vocals und der starken Präsenz auf der Bühne. Generell finde ich ihre Musik, die eine Mischung aus Hardcore, Metalcore und Deathcore ist, spannend und werde in naher Zukunft auch eins ihrer eigenen Konzerte besuchen. 

Domi the Stick: Definitiv ein sehr starker Auftritt der Zürcher Truppe! Da lohnt es sich gleich doppelt, zwei Wochen später ans Abyss Festival am Greyerzersee zu fahren, wo neben Crypta eben auch XOXO auf dem Plan stehen. 

Die Fotos – XOXO

Ice Nine Kills 

Larry: Zurück auf der Jungfrau Stage warten Ice Nine Kills auf uns. Von früheren Konzerten wie jenem im Hallenstadion 2024 weiss ich, dass die Band nicht nur mit dem theatralischen Geschick von Sänger Spencer punktet, sondern auch mit ihren Requisiten aus verschiedenen Horrorfilmen, über die ihre Songs mehrheitlich geschrieben sind. Als Gast haben sie den Saxofonisten von Reel Big Fish dabei. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass uns noch das eine oder andere Saxofon am Greenfield zu Ohren kommen würde. Obwohl wir die Show sehr geniessen, ziehen wir uns in unser Camp zurück, um der Sonne zu entfliehen und einen Moment im Campingstuhl zu entspannen. 

Snupi: Die ersten drei Songs aus dem Fotograben sind bei dieser Band durchaus herausfordernd: Neben den Musikern zeigen sich einige Schauspielende in verschiedenen Kostümen. Anfangs noch regungslos, kommt bald Bewegung ins Spiel. Ein Polizist wird zu Boden geworfen und totgebissen, kurz darauf werden einer an einen Stuhl gefesselten Person die Arme abgeschnitten … Blutig und voller Action geht es zu und her, wird ein Ereignis fotografiert, werden gleichzeitig gefühlt zwei andere verpasst. Untermalt mit düsterem Metalcore und von aufgedrehten und dröhnenden Bassboxen in unmittelbarer Nähe durchgeschüttelt vergehen die drei Songs wie im … Film. 

Glücklicherweise finden auf der Bühne neben vielen bedauernswerten Figuren nicht alle den Tod. Die Musiker bleiben unversehrt und so auch zumindest einige Gastperformer. So beispielsweise eine in ein weisses Kleid gehüllte und maskierte Tänzerin, die später bei der Band De L’Abîme Naît L’Aube noch einmal zu sehen sein wird. 

Silas: Ich sehe Ice Nine Kills das erste Mal am Greenfield. Sonderlich überzeugt haben sie mich nicht. Spätestens als Sänger Spencer in einer Latex-Joker-Maske betont böse und gefährlich über die Bühne stolziert, breitet sich in mir ein gewisses Fremdschamgefühl aus.  

Die Fotos – Ice Nine Kills

Unpeople 

Larry: Trotz Pause stehen wir pünktlich zu Unpeople wieder vor der Eiger Stage. Hier treffen wir auf Silas, der ebenfalls das Greenfield Festival besucht. Genau das schätze ich am Greenfield so – man trifft so viele Bekannte, die man von den verschiedensten Orten und Anlässen kennt (Silas: Und ich treffe Larry und Domi the Stick, verrückt). Zurück zu Unpeople: Sie haben erst 2024 ihre selbstbetitelte EP veröffentlicht und geben diese Songs nun am Greenfield zum Besten. Bei ihrer Aufforderung «Let’s fucking bounce» hört die Meute zu und macht fleissig mit – trotz der hohen Temperaturen.  

Alter Bridge 

Larry: Um bei Alter Bridge einen guten Platz zu haben, gehen wir bereits vor Ende des Konzerts zur Hauptbühne zurück. Die Band rund um Myles Kennedy, der seit Jahren mit Slash und den Conspirators Musik macht und tourt, hat vor Kurzem ihr achtes Studioalbum veröffentlicht. Obwohl ich Myles bereits mit Slash gesehen habe, hat ein Zusammentreffen mit Alter Bridge noch nie funktioniert, weshalb ich mich umso mehr freue, dass sie am Greenfield spielen.  

Von der neuen Scheibe spielen sie nur zwei Lieder, aber ich höre «Addicted To Pain», meinen Lieblingssong von ihnen. Mit der sich langsam senkenden Sonne ergibt sich eine wunderbare Konzertatmosphäre, in der man richtig schön schwelgen kann. 

Snupi: «Broken Wings» von Alter Bridge war vor gut zehn Jahren mein Einstieg in den Metal, weshalb die vierköpfige Band für mich wohl immer einen besonderen Stellenwert behalten wird. Seitdem habe ich sie öfters live gesehen und war jedes Mal von neuem fasziniert, so auch an diesem Greenfield. Abgesehen von der kreativen und spannenden Musik macht es auch aus anderen Gründen grossen Spass, die Bandmitglieder bei einem Konzert zu erleben. Mit spürbarer Freude betreten die vier Männer die Bühne und stecken sofort alle damit an. Ab dem ersten Sekundenbruchteil ist klar, dass die Band ihren Auftritt mindestens genauso geniesst wie das Publikum. So ist auch keine spektakuläre Show, geschweige denn Feuerwerfer, Theaterspiel, eingefädelte Überraschungen oder Ähnliches nötig, um die Leute vor der Bühne mitzureissen. Hier geht es ganz klar um die Freude an der tollen Musik, nicht mehr und nicht weniger. 

Und das nicht nur authentisch, sondern «klassisch» ohne Playbacks. Das beweisen die Musiker während «Metalingus». Ausgerechnet während diesem Song, bei dem Myles nicht Gitarre spielt, fällt Marks Instrument aus. Während er sich eine andere Gitarre schnappt, wird kurzerhand improvisiert, wobei Myles kurz entschlossen die Gitarrenstimme singt, bis eine Ersatzgitarre startklar ist. Dass der Sänger vor lauter Lachen seinen nächsten Einsatz verpasst, macht die Situation umso lustiger, tut der Performance aber keinerlei Abbruch. Gerade solche Dinge machen die Band nahbar und schaffen eine wunderschöne Verbindung mit dem amüsierten Publikum. 

Silas: Neben Bands, die riesige Shows auffahren, ist es erfrischend, Bands wie Alter Bridge zu sehen, die in gewöhnlicher Strassenkleidung ohne grosses Gehabe auf die Bühne kommen. 

Die Fotos – Alter Bridge

Thrown 

Larry: Das Schwelgen ist beim nächsten Act eher schwierig, weil es bei Thrown eine gehörige Portion Crossover auf die Ohren gibt. Die energiegeladenen Songs finden Anklang beim Publikum und es ist viel Bewegung zu sehen. 

A Day To Remember 

Larry: Im Gegensatz zu meiner war die Jugend von ganz vielen anderen geprägt von A Day To Remember, was man deutlich im Publikum spürt. Es liegt eine spezielle Art von Nostalgie in der Luft, die den Auftritt sehr ehrlich und auch fliessend wirken lässt. Es hilft zudem sicher, dass das Wetter an diesem Nachmittag die Atmosphäre so wunderbar unterstützt. Geprägt von eingängigen Melodien und einer gewissen Härte passen sie ideal zum Greenfield und lassen wohl den Traum des einen oder anderen wahr werden, seine Jugendhelden live zu sehen.  

Snupi: Als erstes fällt auf, dass die Band eine ganze Fanbase aus ihrer Heimat mitbringt, die sich hinten auf der Bühne aufhält und ihre Idole mit inbrünstigem Tanzen, Springen und Mitsingen unterstützt. A Day To Remember zeigen uns sehr eingängliche und melodiöse Musik, die aber immer wieder auch mit harten Rhythmusgitarren und Screams ergänzt wird. Damit sprechen sie ein breites Publikum an und sorgen für eine gute und wohlige Stimmung. Das ist gerade auch beim Song «If It Means A Lot To You» der Fall, bei dem Akustikgitarren und cleaner Gesang im Zentrum stehen. 

Touché Amoré 

Larry: Auf der Nebenbühne passiert etwas sehr Ähnliches mit einer gänzlich anderen Band. Die Post-Hardcore spielende Band aus L.A. schafft es eindrücklich, das Publikum für sich zu gewinnen. Der Auftritt wirkt sehr roh und ehrlich mit der Stimme von Sänger Jeremy, dessen Emotionen man direkt mitfühlen kann. Die Leute tanzen und geniessen den Auftritt mit geschlossenen Augen. Genau dieses Gefühl macht meiner Meinung nach diesen Auftritt zu einem der besten an diesem Tag.  

Die Setlist  – Touché Amoré 

  1. Tilde
  2. Pathfinder 
  3. New Halloween 
  4. Lament 
  5. Amends 
  6. Nobodys 
  7. Green 
  8. Displacement 
  9. Reminders 
  10. Hal Ashby 
  11. Rapture 
  12. Home Away From Home
  13. Posing Holy 
  14. Spacejam 
  15. Uppers 
  16. Come Heroine 
  17. Water Damage 
  18. Limelight 
  19. Palm Dreams 
  20. Flowers 

The Offspring 

Larry: Doch wir sind noch lange nicht fertig! The Offspring sind Veteranen, wenn es um das Line-up des Greenfields geht. Doch trotz der häufigen Anwesenheit der Kalifornier ist der Platz vor der Jungfrau Stage rappelvoll. Der Auftritt ist gespickt mit Hits wie «Why Don’t You Get A Job?», «The Kids Aren’t Alright» und «You’re Gonna Go Far, Kid». Inmitten des Sets fangen sie plötzlich an, «Paranoid» und «Crazy Train» zu covern. Ich finde nicht, dass es dem Aufritt einen Mehrwert gibt, aber Anderen mag es gefallen. Negativ anzumerken habe ich lediglich die Filter, die über die Kameraaufnahmen auf den Screens gelegt werden. Da ist gefühlt der eine schlimmer als der andere. Vor allem wenn man weit hinten steht und darauf angewiesen ist, dass man auf den Screens etwas sieht, sind diese komischen Filter sehr störend. 

Snupi: The Offspring sind berühmt genug, sodass ich viele Lieder kenne, ohne die Band jemals aktiv gehört zu haben. Auch live hatte ich bis jetzt nie das Vergnügen. Trotz der immer wieder vernommenen Aussage, dass The Offspring live nicht mehr so energetisch und lohnend sind, bin ich sehr gespannt auf ihre Performance. Tatsächlich geniesse ich den Gig sehr und bin entgegen meinen Erwartungen positiv überrascht. Klar, der eine oder andere doppelte Rückwärtssalto hätte das Erlebnis noch aufgewertet, darf aber auch von anderen Bands nicht unbedingt erwartet werden. 

Die Bandmitglieder zeigen Freude an ihrer Musik und geben ihre Stücke motiviert und souverän zum Besten. Dabei ist spürbar, dass einiges an Erfahrung vorhanden ist und die Musiker gut und routiniert zusammenspielen. Nicht zuletzt gelingt es The Offspring, das Publikum mitzureissen und unzähligen Menschen ein Lachen auf das Gesicht und tolle Musik ins Herz zu zaubern. 

Domi the Stick: Ich versuche meine Senfspuren nur punktuell zu hinterlassen. Hier muss ich aber! Bei meinen bisherigen (allesamt am Greenfield stattfindenden) Offspring-Auftritten hatte ich jeweils auch das Gefühl, dass die Band live nicht funktioniert und deren Gigs nur von der Eingängigkeit und Bekanntheit ihrer Songs leben. Heute belehren uns die US-Punkrocker zum Glück eines Besseren und wir werden Zeugen eines vergleichsweise starken, mehr als minder authentischen Auftritts. Neben XOXO ist dieser Umstand womöglich die Überraschung des Tages.

Silas: Hast du eine Offspring-Show gesehen, hast du sie alle gesehen. 2025 war es gefühlt dieselbe Show im Miniformat.  

Die Setlist – Offspring 

  1. Come Out And Play 
  2. All I Want 
  3. Want You Bad 
  4. Staring At The Sun 
  5. Hit That / Original Prankster 
  6. Hammerhead 
  7. Make It All Right 
  8. Bad Habit 
  9. In The Hall Of The Mountain King (Edvard Grieg-Cover) 
  10. Gotta Get Away 
  11. Why Don’t You Get A Job? 
  12. Pretty Fly (For A White Guy) 
  13. The Kids Aren’t Alright 
  14. You’re Gonna Go Far, Kid 
  15. Self Esteem 

Die Fotos – Offspring 

President 

Larry: Nicht nur Ice Nine Kills setzen auf Theatralik. Das Metalcore- / Alternative Rock-Phänomen President aus Grossbritannien ergänzt seine harten Riffs und Breakdowns nicht nur mit Synthi-artigem Sound, sondern auch durch das Mysterium um den Frontman «President», dessen Identität nicht bekannt ist. Genauso wenig ist die Identität der anderen Bandmitglieder bekannt, die hinter schwarzen Masken spielen. Im Gegensatz zu den anderen Bands, die heute spielen, wirkt der Sound von President eher sanft und es liegt eine Ruhe in ihren Liedern, die mir sehr gefällt. Vor allem die elektronischen Zwischenteile, die vom Schlagzeuger auf einem Sampling Pad gespielt werden, sind rhythmisch interessant und tragen entscheidend zum Gesamtwerk der Band bei. 

Snupi: Die anfängliche Begeisterung, die in Mysterien verschleierte Band President aus dem Fotograben ablichten zu dürfen, schwindet unmittelbar vor der Show. So werden wir von vor der Bühne verscheucht und bekommen ein Fotoverbot verhängt. Weshalb ist es den Musikern wohl dermassen wichtig, ihre Identität geheim zu halten? Bei einem Schlagersänger würde ich das durchaus verstehen, aber im Gegensatz dazu muss sich die englische Rockband definitiv nicht für ihren Sound schämen. Ganz unabhängig von vermeintlichen Gründen: Sicherlich sorgt der Schleier des Ungewissen für jede Menge Aufmerksamkeit, Spannung und einen gewissen Legendenstatus der noch so jungen Band. 

Sabaton 

Larry: Seit meinem letzten Sabatonkonzert sind doch wieder drei Jahre vergangen. Deshalb bin ich neugierig, womit sie uns heute überraschen. Die erste Überraschung erfolgt sehr früh, als sie ihr Set zwölf Minuten zu früh anfangen. Die Crowd wartet auch nicht lange auf sich und schreit bereits nach dem Opener «Ghost Division» noch ein Bier – die Aufforderung an Sänger Joakim, ein Bier zu exen. Dieser kommt der Bitte gerne nach und leert einen Becher. Die Schweden führen gekonnt durch ihre Songs von verschiedensten Alben. Unterstützt werden sie dabei von sechs Sängerinnen und Sängern. Negativ anzumerken, ist die Kameraführung: Um gewisse Teile hervorzuheben, wackelt die Kamera stark im Takt, so dass einem schier schwindlig wird. Zum Glück stehen wir nahe genug, damit ich mich auf die Bühne konzentrieren kann. Ausserdem sind die Visuals, die hinter der Band laufen, sehr fragwürdig: Bei «Crossing the Rubicon» kann man bereits von AI-Slop sprechen, der dort verwendet wird. Sehr schade, da Sabaton vermutlich die Möglichkeit hätten, etwas Kunstvolles zu bieten. Dieses Problem bestand letztes Jahr bereits bei Powerwolf, die ihre Albencover mit KI in Bewegung brachten, wobei diese sehr komisch wirkten.  

Gegen Ende verwöhnen uns Sabaton mit einer Perle: dem seit fast zehn Jahren nicht mehr live gespielte Song «Coat Of Arms» vom gleichnamigen Album. Abgerundet wird das Konzert wie gewohnt mit dem Publikumsknaller «To Hell And Back». Mit dem Ende des Songs endet auch das Live-Programm des ersten Festivaltags und die Leute strömen zum Campingplatz oder zur Partymeile. 

Snupi: Am Bühnenbild haben Sabaton nicht gespart. So steht das Schlagzeug prominent und imposant in der Mitte auf einem riesigen Panzer. Natürlich dürfen dabei auch die entsprechenden Effekte nicht fehlen. Neben Unmengen an Rauch geht während der Show auch gefühlt eine halbe Panzertankladung Brennstoff in Flammen auf. Des Weiteren kommt einiges an Pyrotechnik zum Einsatz, so beispielsweise von der Bühnendecke fallende und einen Funkenschweif hinterlassende Patronen, die fallende Bomben imitieren. Darüber hinaus sind auf der Bühne zwischendurch verschiedene Figuren zu sehen, beispielsweise ein Ritter, der Feuer entfacht, oder ein Soldat mit Gasmaske und Giftgaswerfer. 

Ähnlich energiegeladen zeigen sich zudem die Musiker. Die drei sehr langhaarigen (Bass-) Gitarristen lassen keine Möglichkeit aus, ihren Kopf zu bangen, und sind auch sonst sehr agil auf der gesamten Bühne unterwegs. Definitiv zeigen sich Sabaton sehr mitreissend und wissen ihre Fans zu begeistern. So kann der erste Tag des Greenfield Festivals 2026 mit eindrücklich harter Musik und einer visuell überwältigenden Show abgeschlossen werden. 

Silas: Meine Meinung zu Sabaton (live) wird sich wohl nicht mehr ändern: Eine absolute Wucht sowohl musikalisch als auch an Showelementen. Dennoch finde ich, gerade auf ihrem neusten Album «Legends», den propagierten Heroismus, insbesondere dann, wenn die Lieder von blutrünstigen Diktatoren wie Dschingis Kahn handeln. Geradezu pervers finde ich es, wenn Horden von Zuschauern «noch ein Bier» grölen, während auf der Bühne ein Lied zu Gas-Kriegsverbrechen im ersten Weltkrieg zum Besten gegeben wird (« Attack Of The Dead Man»), und ich wünschte mir, dass Sabaton, mindestens in diesem spezifischen Fall, intervenieren würden.  

Die Setlist – Sabaton 

  1. Ghost Division 
  2. Yamato 
  3. Red Baron 
  4. The Last Stand 
  5. Great War
  6. Stromtroopers 
  7. Christmas Truce 
  8. Soldier Of Heaven 
  9. Crossing The Rubicon 
  10. Night Witches 
  11. I, Emperor 
  12. Attack Of The Dead Man 
  13. Bismarck 
  14. Hordes Of Khan 
  15. Templars 
  16. Primo Victoria 
  17. Swedish Pagans 
  18. Coat of Arms 
  19. To Hell And Back 

Die Setlist – Sabaton 

Das Fanzit – Greenfield Festival 2026 – Tag 1

Larry: Das Greenfield hat bereits stark vorgelegt an diesem ersten Tag. Trotz heissen Temperaturen war das Publikum sehr aktiv und die Bands motiviert. Tagessieger sind für mich klar Touché Amoré und Sabaton, die beide auf ihre eigene Art eine unvergessliche Show abgeliefert haben. 

Greenfield Festival 2026 – Tag 2 (Freitag, 12. Juni) 

Larry: Da uns das Greenfield dieses Jahr mit wärmstem Wetter verwöhnt, geniessen wir das Nichtstun im Camp am Morgen. Auch heute stehen wir wieder früh in der Schlange, um möglichst den ganzen Auftritt von Moment of Madness zu sehen. Heute gelingt es, auch wenn wieder nur wenige Schleusen vorn geöffnet sind. Links sogar doppelt so viele wie rechts (also 2 und 1). Ich weiss nicht, ob das Personal fehlt oder wieso nur so wenige Schleusen offen stehen. Falls das an zu wenig Personal liegt, würde sich eine Investition in Personalkosten sicherlich lohnen, um den Fans hier ein deutlich besseres Erlebnis bieten zu können. 

Moment of Madness 

Larry: Als ich bei der Bühne stehe, merke ich schnell, dass die Schweizer Metalszene sich versammelt hat, um Moment of Madness bei ihrem Greenfieldauftritt zu unterstützen. Es wird geheadbangt, gecirclepittet und gemosht. Der Auftritt wird weiter durch das strahlende Wetter aufgewertet und man sieht den vier Jungs sichtlich an, dass sie Spass haben. Vier Jungs? Richtig gelesen. Seit Kurzem unterstützt Felipe die Band als zweiter Gitarrist. Auch mich packt es nach einigen Songs in den Circle Pit, wo ich kurzerhand meinen einen Flip-Flop verliere und ihn nach einer Runde zurückerlange. Ja, ich weiss, dass das nicht die beste Schuhwahl ist, aber bei diesen Temperaturen die bessere Wahl. In der Mitte des Sets wirds emotional, als der ganze Pit zu rudern beginnt und die Band sichtlich beeindruckt ist. Wenig später sieht man auch Kids im Pit. Für den Nachwuchs ist gesorgt. 

Snupi: Es ist schon eine grosse Freude zu sehen, was die Schweizer Metalszene so alles hervorbringt. Moment of Madness sind sicherlich ein gutes Beispiel hierfür. Die sympathisch wirkende Band aus Basel setzt ihre Bühnenzeit mit vollem Engagement und schier unendlich viel Energie um. Hier geht es nicht nur um eine Show und den Applaus der Menschenmenge. Die Emotionen der Musiker sind sofort spürbar und werden ungefiltert, transportiert durch harte, aber sehr passende Musik, auf das Publikum übertragen. Jeder neue Song, so scheint es zumindest, wurde nicht nur der Musik wegen geschrieben, sondern wurde kreiert, um eine Message in die Welt zu senden. Diese ehrliche und authentische Performance kommt an, verleitet Metalheads zu ausgelassenen Pits und schafft eine spezielle, fast schon intime, aber wunderschöne Atmosphäre. Für mich persönlich eine grosse Freude ist dann auch das Cover «Déjà Vu» von Novelists, das stilistisch sehr gut in das präsentierte Set passt. 

Die Fotos – Moment of Madness

De L’Abîme Naît L’Aube 

Larry: Erst vor kurzem haben Domi the Stick und ich die Band beim Contest für das Rock the Lakes kennengelernt und waren beeindruckt von ihrer Inszenierung und wie sie das Publikum mit ihrem Atmospheric Melodic Post-Metal in den Bann ziehen. Gleichzeitig haben wir uns gefragt, wie das wohl am Nachmittag bei Sonnenschein wirken kann. Heute finden wir es heraus. Und die Antwort ist: Gar nicht so schlecht. Auch beim Greenfield wird die Anfangszelebrierung mit Räucherstäbchen vollzogen. Durch den bewölkten Himmel können sie eine ähnliche Atmosphäre wie im Kiff herstellen und das Publikum damit beglücken. Dieses zeigt eine Mischung aus Neugier, Faszination und Gleichgültigkeit (die Musik von De L’Abîme Naît L’Aube scheint nicht für jedermann gleichermassen fesselnd zu sein). Viel zu früh müssen wir wieder los, weil eines unserer Highlights ansteht. Wer im Januar im Z7 dabei war, wird wissen warum. 

Snupi: Die Schweizer Band De L’Abîme Naît L’Aube (kurz DANA) zeigt auf der Bühne ein klares Konzept, das bereits bei der Kleidung beginnt. So sind alle Musizierenden in weisse bis cremefarbene, weite Gewänder gehüllt, was sehr gut zu Räucherwerk und der wirkungsvollen Deko aus getrockneten, schilfähnlichen Pflanzen passt. Fantine und Sébastien an den Mikrofonen haben Teile ihrer Gesichter mit schwarzer Farbe verdunkelt, was die dortigen goldenen Akzente umso mehr unterstreicht. Ebenfalls mit hellen und dunklen Elementen spielend und stilistisch in einer Linie mit dem sonstigen Erscheinungsbild der Band präsentiert Fantines rückenfreies Kleid ein kunstvolles Tattoo, das Drachen, Phoenix sowie einen angedeuteten Lebensbaum kombiniert. 

Nicht nur daran ist eindeutig zu erkennen, dass diese Art von Musik und Auftritt eine sehr persönliche Seite der Bandmitglieder zeigt. So zeigen alle Bandmitglieder auf der Bühne von Anfang bis zum Schluss volle Hingabe und versinken selbst genau gleich in der atmosphärischen Musik wie Teile des Publikums. Faszinierend ist, wie es ihnen gelingt, sehr ruhige Teile scheinbar mühelos mit harten Riffs und leidenschaftlichen Screams und Growls zu kombinieren. Mag die aussergewöhnliche Musik auch nicht bei allen nur auf grenzenlosen Anklang stossen, so handelt es sich definitiv um äusserst kreative und qualitativ hochwertige Musik, die von der Band zudem live super umgesetzt wird. Nach dem erst kürzlich veröffentlichtem Debütalbum «Rituel: Initiation» von DANA sind wir also sehr gespannt, was uns diese aussergewöhnliche Band in Zukunft bieten wird. Jedenfalls erlaubt bereits der Titel des Debütalbums die Vermutung, dass es bald schon weitere spannende Scheiben geben wird. 

Die Fotos – De L’Abime Nait L’Aube

The Butcher Sisters 

Larry: Mit einer gehörigen Portion Energie und Enthusiasmus begrüssen uns die Mannheimer mit «Bierosaufus Ex». Für alle, die mit The Butcher Sisters nicht vertraut sind: Es ist eine Band, die musikalisch irgendwo zwischen Deutschrap, Metal und Hardcore steht – je nach Lied auch eher im Schlager oder Country (Silas: In meinem Camp bezeichnete jemand die Stilrichtung von TBS passenderweise als «Shitposting-Metal». Meiner Meinung nach ein passender Begriff, insbesondere wenn man das Gesamtwerk der Bandmitglieder, etwa Stroppos Meisterwerk «Ich kacke in die Hose», einbezieht). Aber immer lustig und lyrisch höchst auf die Spitze getrieben. Ihr merkt: Ich bin ein Fan und gebe das auch sehr gerne zu. Zu Ehren des «grünen Feldes», wie sie das Greenfield nennen, werden Klassiker wie «White Monster», «Herr Dokter» und «Sonnenbrille» gespielt. Neben eigentlichen Requisiten, die sie dabeihaben, wie das Bananaboot bei «Klettergerüst» (bei dem Stroppo mehrmals kläglich kentert, weil diverse Zuschauer auch auf dem Bananaboot sitzen wollen), zieren auch der aufblasbare Ovodrink und ein Zweifeltuch ihren Auftritt.  

Nach der Hälfte des Auftritts gibt Sänger Alex zu, dass er die Schweiz um eine grosse Sache beneidet – und das ist unser El Tony Mate. Er wolle sogar zehn Euro für eine Dose zahlen, wenn man sie ihm nach Deutschland bringt. Ich frage mich, ob das irgendeine Person aufgenommen hat.  

Nach einem misslungenen Magietrick von Alex’ Seite (eine Anlehnung an die Zaubershow Tour Anfang des Jahres) erfolgt mit «Drachentöter» der würdige Abschluss einer denkwürdigen Show. Wieder einmal habe ich eine fantastische Zeit mit der Band und den Leuten um mich herum und freue mich bereits auf das nächste The Butcher Sisters-Konzert.  

Allzu lange muss man tatsächlich nicht warten, weil sie am 30. Januar 2027 im Dynamo in Zürich spielen.  

Domi the Stick: Punktuelle Senfspuren und dann labert der Domi-Typ etwas zu The Butcher Sisters? Nun ja, der ausgefallene Auftritt der weiss gekleideten, vom Duo Stroppo und Alex gefronteten und dominierten Mannheimer gehört für mich ohne jeden Zweifel zu einem der Tageshighlights. Doof, doofer, The Butcher Sisters. Und trotzdem macht die Kombination von komischen Samples wie bei «Herr Dokter» mit bösen Deathcore-Parts wie bei «Bierosaufus Ex» jede Menge Laune.  

Es sind die positive Energie der Halb-Komiker-halb-Musiker, Szenen wie die gerickrollte Wall Of Death (mehr dazu erfahrt ihr in Larrys Z7-Bericht) und das trotz allem nicht zu sehr im Hintergrund stehende Songwriting, die The Butcher Sisters zu einer Art modernen, Deutschrap-verhunzten Knorkator machen. Dass dies beim Publikum ankommt (oder zumindest für Interesse sorgt), zeigt der Publikumsauflauf, der sich nach Showende gemächlich Richtung Eiger Stage und Partymeile verteilt. Die anhaltenden Ohrwürmer zu Sonnenbrillen, Bauchtaschen und ungesunden Getränken sind garantiert! 

Die Fotos – The Butcher Sisters

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Hyro the Hero 

Larry: Immer noch geflasht von der vorherigen Show begeben wir uns zur Nebenbühne, auf der gerade der amerikanische Rapper Hyro the Hero spielt. Er wohnt mittlerweile in Frankreich, wodurch sein Auftauchen beim Auftritt von Limp Bizkit am Hellfest Sinn macht. Ich habe ihn vorher nicht gekannt, aber scheinbar ist er eine bekannte Persönlichtkeit.  

Silas: Auch Abseits der Bühne zeigt sich Hyro als wahrer Metalhead und ist, bis zu später Stunde, immer mal wieder in den Pits anzutreffen.  

All Time Low 

Snupi: Im Vergleich zu den meisten anderen am Greenfield handelt es sich bei All Time Low um eine Band, die kaum (wenn überhaupt) Gebrauch von verzerrten Vokaltechniken und hohem Gain im Gitarrensound macht. Sie könnten eher als eine angenehm entspannende Wohlfühlband mit eingänglichen Melodien irgendwo zwischen Pop, Rock und Punk bezeichnet werden. Diese Melodien strömen zwar ohne viel Komplexität oder tiefgründige Texten, allerdings mit einer geballten Ladung guter Laune von der Bühne. Der als Schülerband im Jahr 2003 gegründeten amerikanischen Gruppierung, die bereits einiges an Bühnenerfahrung mitbringt, gelingt es, den Menschen vor der Bühne so einige tolle und lohnende Momente zu schenken. So bieten sie sicherlich einen angenehmen Kontrast zu den sonst meist deutlich härteren Sounds. 

Die Fotos – All Time Low

Adam Angst 

Larry: Adam Angst sollten bereits letztes Jahr am Greenfield auftreten, mussten aber den Auftritt krankheitsbedingt absagen. Ersetzt wurden sie von Bluthund. Doch heute funktioniert es und sie verwöhnen uns mit ihrem Punkrock. Sie haben das Publikum gut unter Kontrolle und auch die Aufforderung für eine Wall of Death wird dankend umgesetzt.  

In Extremo 

Larry: Die Berliner Band um den Sänger Das letzte Einhorn ist keine Unbekannte. Obwohl sie bereits viele Male am Greenfield aufgetreten ist, scheint sie jedes Mal noch eine Schippe draufzulegen. Auch heute gibt es eine einwandfreie Party, bei der das Publikum viel Spass hat und die Hits der Mittelalter Rock-Band textsicher mitsingt. Bei «Sternhagelvoll» liegen sich dutzende von Menschen in den Armen und schaukeln zum Takt der Musik. Schön!  

Nach dem Konzert laufe ich an der Wasserstelle vorbei. Dahinter befinden sich mehrere WC-Wagen. Im Gegensatz zu den letzten Jahren gibt es bei den hintersten Türen keine Absperrung mehr, wodurch nun von beiden Seiten angestanden wird. Ich frage mich, wie das funktionieren soll, aber es geht recht gut.  

Sepultura 

Larry: Den Auftritt der Brasilianer zu sehen, ist ebenfalls ein Muss. Ende 2023 hat die Band ihre Abschlusstour angekündigt, die sich über achtzehn Monate erstrecken wird. Nun macht die Band Halt in Interlaken und wir kommen in den Genuss des groovigen Thrash Metal, den Sänger Derrick und seine Jungs präsentieren. Aus verschiedensten Alben werden Banger gespielt und bei «Kaiowas» wird die Band von diversen Personen in einem Perkussionsjam unterstützt. Natürlich dürfen «Refuse/Resist» und «Dead Embryonic Cells» nicht fehlen. Genau dort rastet die Meute auch am meisten aus, bevor das Ganze im Abschluss, «Roots Bloody Roots», seinen Höhepunkt erreicht. Sie verabschieden sich mit einem «Thank you, Greenfield» und dann sind sie weg. 

In Erinnerung bleibt auch der Moment, in dem Gitarrist Andreas einen Pinsel in die Hand nimmt und an einem Bild weitermalt. So etwas habe ich an einem Konzert noch nie gesehen.  

Auf dem Weg zur Nebenbühne passiert etwas, was Domi the Stick noch nie passiert ist: Er tritt auf einem Festival in Scherben. Wir fragen uns, wie das sein kann, dass es Scherben an einem Festival hat, an dem kein Glas auf dem Camping erlaubt ist. Die Lösung ist schnell gefunden: Der Jägermeisterstand verkauft Shots in Glasfläschchen. Hä? Das ist doch komisch. Wieso werden nicht einfach Plastikbecher genommen? 

Die Setlist – Sepultura 

  1. Inner Self 
  2. All Souls Rising 
  3. Desperate Cry 
  4. Kairos 
  5. Attitude 
  6. Kaiowas 
  7. Dead Embryonic Cells 
  8. Beyond The Dream 
  9. Refuse/Resist 
  10. Arise 
  11. Ratamahatta 
  12. Roots Bloody Roots 

Die Fotos – Sepultura 

I Killed The Prom Queen 

Larry: Zu I Killed The Prom Queen kann ich leider nicht viel sagen, ausser dass sie dreizehn Minuten zu früh aufgehört haben und ich darum praktisch nichts gesehen habe. Die Australier spielen Metalcore, der von Hardcore und Death Metal inspiriert ist. Der Gitarrist Jona spielte zudem in der Vergangenheit auch bei Bring Me The Horizon. 

Snupi: Die fünf Musiker zeichnen sich durch harte und eher dunkel wirkende Musik aus, gespickt mit schnellen Gitarrenläufen und Schlagzeugeinlagen. Während nur selten die unverzerrte Stimme des Sängers Michael zum Einsatz kommt, konzentriert sich dieser eher auf Growling-Techniken. Diese Kombination ergibt einen kraftvoll überzeugenden Metalstil. Letzterer wird von der Band auch live sehr gut umgesetzt und verleitet die Menge zu freudigem Toben. 

Die Fotos – I Killed The Prom Quenn

Architects 

Larry: Von Architects habe ich campbedingt bloss etwa eine halbe Stunde gesehen. Wie bereits bei anderen Konzerten kann man den Briten nur zum gelungenen Auftritt gratulieren. Ihre Shows sind immer solide und an dem Zusammenspiel von Band, Licht und Background gibt es nichts auszusetzen. Nichtsdestotrotz kann mich ihre Musik auch dieses Mal nicht abholen und so nutze ich den Rest des Slots, um mir etwas zu essen zu holen. 

Snupi: Im Gegensatz dazu löst diese Band bei mir nicht weniger als pure Begeisterung aus! Das Fotografieren (als auch das Zusehen aus Bühnennähe) wird allerdings unnötig schwierig gestaltet, da am Bühnenrand über die gesamte Breite ein zusätzliches Podest installiert ist, wodurch sich fast alles dahinter den Blicken des Publikums entzieht … Nichtsdestotrotz, was für eine Freude, diese Band endlich wieder einmal live erleben zu dürfen. Der erste Song «Elegy» bietet den perfekten Einstieg in das Set und leitet wunderschön zu den beiden eher harten Songs «Whiplash» und «Doomsday» über. An Letzterem erfreut sich sicherlich ebenso ein Schüler im Publikum: Sein Plakat beschreibt, dass er diesen Song gestern an einer Vortragsübung auf dem Schlagzeug gespielt hat, woraufhin ihm die Sticks des Drummers Dan zugeworfen werden. Auch sonst entsteht viel Interaktion mit den Fans wie beispielsweise ein Meer aus Handylichtern. Ausserdem mangelt es nicht an Stagedivern und die in der Menge gezündete rote Handfackel wird von der Band lobend kommentiert. Die super zusammengestellte Setlist besteht zur Hälfte aus Liedern des neuesten Albums «The Sky, The Earth And All Between», dazwischen sorgen ältere Banger für Begeisterung. 

Wie immer überzeugt die Truppe mit einer einwandfreien musikalischen Performance. Präzises Zusammenspiel während den oft sehr komplexen Prog Metal-Songs gelingt ebenso wie das Herüberbringen von Emotionen. Gerade dem Sänger Adam sei hier Lob ausgesprochen: Er beherrscht mehr verschiedene Vokaltechniken, als ich kenne, und setzt diese gekonnt sowie im steten und sehr schnellen Wechsel mit reiner Kopf- und Bruststimme ein. Und das alles scheinbar komplett mühelos, als würde er berichten, was er zum Frühstück gegessen hat. Glücklicherweise allerdings mit deutlich mehr Inbrunst. Obwohl die Bühnenzeit von Architects komplett mit musikalischen Finessen, kompositorischen Meisterwerken und riesigem Können der Instrumentalisten gesättigt ist, geht sie viiiiiel zu schnell vorbei … Hinterlässt allerdings langanhaltende Freude. 

Die Setlist – Architects 

  1. Elegy 
  2. Whiplash 
  3. Doomsday 
  4. Black Lungs 
  5. Gravedigger 
  6. Blackhole 
  7. Impermanence 
  8. Deep Fake 
  9. Curse 
  10. Broken Mirror 
  11. Brain Dead 
  12. A Match Made In Heaven 
  13. When We Were Young 
  14. Everything Ends 
  15. Seeing Red 
  16. Animals 

Die Fotos – Architects 

Bad Omens 

Larry: Bei der Bekanntgabe von Bad Omens als Headliner war ich erstaunt: Obwohl Domi the Stick und ich sie bereits am Knotfest in Brasilien gesehen haben und sie eine solide Show lieferten, war mir nicht bewusst, dass sie mittlerweile Headlinerslots füllen. Auch in unserem Camp wurden vorab Stimmen laut, dass die Slots von Architects und Bad Omens getauscht werden sollten.  

Da sich unser Camp gerade im Infield getroffen hat und wir uns bei einem Bierchen ausgetauscht haben, begeben wir uns erst nach etwa einer halben Stunde zur Bühne. Sie haben dabei bereits ihren weicheren ersten Teil gespielt und sind nun am zweiten härteren dran. Die Show wird mit viel Lichtgewitter unterstützt und die Growls von Sänger Noah sind gut platziert. Auffällig ist, dass vor allem er auf den Screens gezeigt wird und der Rest der Band eher zufällig gefilmt wird. Bei den nächsten Songs sind zudem bekanntere dabei, die auch mir geläufig sind.  

Nichtsdestotrotz begibt sich unsere Gruppe noch vor Ende des Konzerts zur Partymeile, um dort etwas zu essen und den Abend ausklingen zu lassen. Pro Tipp: Beim Pirates neben dem Bravo-Zelt gibt es abgesehen von diversen Metsorten auch einen Metslushie, der die warmen Temperaturen etwas süsser und kühler wirken lässt. 

Snupi: Bad Omens überzeugen nicht nur durch ihren gelungenen Metalcore, sondern genauso durch eine sehr beeindruckende und diverse Liveshow. So ist zu Beginn lediglich der von Schleiern umsäumte Sänger Noah auf der knapp beleuchteten Bühne zu erkennen, sofern er gerade aus den Wogen eines dichten Nebelmeers auftaucht. Nebel und (Gegen-) Licht scheinen während der gesamten Spielzeit wichtige Elemente zu sein, die gut eingesetzt effektiv für Stimmung sorgen. Später gesellen sich auch nicht zu knapp verwendete Flammenwerfer zu den Effekten hinzu, bis der letzte Teil der Show von Lasern dominiert wird. 

Während das allein wahrscheinlich bereits ausreichen würde, um die Massen zu begeistern, wird das visuelle Spektakel mit einer akustischen Klanglandschaft untermalt. Ob die Musik beim Liveauftritt von der Lichtshow in den Schatten gestellt wird oder dennoch die Position der Hauptattraktion gegen Laser und Feuer verteidigen kann, sei dahingestellt. Sicher ist, dass die Kombination aus beidem sehr gut wirkt und die Festivalbesuchenden fesselt. 

Die Fotos – Bad Omens

Das Fanzit – Greenfield Festival – Tag 2 

Larry: Neben absoluten Must-sees wie The Butcher Sisters und Moment of Madness kam ich heute in den Genuss von Bands wie In Extremo und Sepultura, deren Konzerte ich immer wieder gerne besuche. Die letzten Bands am Abend entsprachen weniger meinem Gusto, haben aber starke Auftritte hingelegt. Mit der so gesparten Energie geht es morgen in den letzten Festivaltag.  

Greenfield Festival 2026 – Tag 3 (Samstag, 13. Juni) 

Wetterbedingt steht der heutige Tag den anderen in nichts nach: Die Sonne scheint und es ist warm. Nach einem Frühstück auf dem Campingplatz geht es wieder direkt in die Schlange, bei der wir nach etwa fünfzehn Minuten das Infield betreten können.  

Save Your Last Breath 

Den Anfang macht heute die Modern Metal-Band Save Your Last Breath aus der Schweiz. Domi the Stick und mir ist die Band seit Längerem bekannt und wir haben sie bereits zahlreiche Male live erlebt, zum Beispiel am Eye See You Festival 2024 oder bei ihrer Plattentaufe 2025. Bei der Bühne angekommen stutze ich anfangs, steht doch heute ein Steg vor der Bühne, der gestern noch nicht da war. Dies teilt auch die ersten etwa fünfzehn Reihen in zwei Hälften. Bereits bei Save Your Last Breath merkt man, dass sich die Pits erst hinter dem Ende des Stegs bilden und die vorderen Reihen eher verschont werden von einem bewegten Publikum. Mal schauen, wie sich das auf Bands wie Bloodywood und Papa Roach auswirken wird. 

Wie gewohnt liefern die Jungs ab. Trotz Steg wird auch vorn geheadbangt und getanzt. Mir ist es nach wie vor ein Rätsel, wie Sänger Rico mit Windbreaker in der brennenden Sonne stehen kann – oder der blazing sun, wenn ihr wisst, was ich meine. Bei der obligaten Wall of Death verlangt er jedes einzelne Gras zu sehen (wobei Gras vielleicht ein zu hoch gegriffener Begriff für die trockene Wiese ist). Das Publikum folgt und so erleben wir bereits die erste Wall of Death des Tages. Ein gelungener Auftritt. Danke, Save Your Last Breath! 

Snupi: Definitiv bieten uns Save Your Last Breath einen harten, kompromisslosen, direkten und sehr gelungenen Auftakt in den letzten Festivaltag. Ihre Mischung aus Metalcore, Black Metal und Death Metal treibt die Zuhörenden neben der Wall of Death zu riesigen Pits, Massenrudern und dergleichen. Die Stimmung ist bereits genial energiegeladen, hoffen wir, dass es heute genau so weitergeht! 

Die Fotos – Save Your Last Breath

Cevret 

Snupi: Im Jahr 2019 wurde Cevret von dem gleichnamigen Gitarristen in Zusammenarbeit mit anderen Musikern als Soloprojekt ins Leben gerufen. Fünf Jahre später ist daraus eine Band entstanden, die seitdem auch live zu sehen ist. Moderner Prog Metal mit Elementen von Metalcore steht seitdem auf dem Programm. Dabei lassen sich die Bandmitglieder nicht in gehabte Muster zwängen und zeichnen sich durch ihre Experimentierfreude und Detailverliebtheit aus. So kommt die Band auch gut mit einer ungewöhnlichen Besetzung ohne Bassgitarre aus. Indiz für den modernen Ansatz ist unter anderem beispielsweise die Gitarre von Cev mit True-Temperament-Stimmung: Auf den ersten Blick sorgen die gebogenen Bundstäbchen für Verwirrung und Fragezeichen, bieten allerdings eine exaktere Stimmung über verschiedene Akkorde hinweg. Exaktheit und Präzision nehmen beim Sound von Cevret definitiv einen sehr hohen Stellenwert ein. 

Erbarmungslos hart kommt dementsprechend Cevrets Musik daher. Jedes Instrument haut alles raus, was es zu bieten hat. Hohe Geschwindigkeiten von Gitarre und Schlagzeug sind charakteristisch für den überzeugenden Sound. Dabei müssen die erstklassigen musikalischen Fähigkeiten der Bandmitglieder betont werden, die es erlauben, komplexe und enorm schwierige Parts zu spielen. Auch der Sänger Andy überzeugt mit wuchtigen Screams und Growls. Auf der Bühne stehen echte Profis, die es schaffen, aus dem Chaos einzelner Instrumente ein beeindruckendes Ganzes zu machen, Kompliment! 

Die Fotos – Cevret

Bloodywood 

Larry: Um bei Bloodywood einen guten Platz zu haben und vom Schatten vor der Jungfrau Stage zu profitieren, lassen wir Cevret ausfallen. Neben The Butcher Sisters habe ich mich vermutlich am meisten auf Bloodywood gefreut, die mit ihrem Indian Street Metal (einer Mischung aus Metalcore und indischen Folkinstrumenten) kein Bein unbewegt lassen. Diese Band liefert eine Energie und löst vor allem eine Energie im Publikum aus, wie ich es immer wieder gern erlebe. So gibt es am Auftritt auch nichts auszusetzen. Die Setlist ist sehr gut gewählt (obwohl meiner Meinung nach «Kismat» live gespielt werden sollte), die Ansagen on point und die Sympathien da. Viel zu schnell ist das Konzert vorbei und ich schnappe mir noch kurz die Setlist und hole mir einen Metslushie, bevor ich zur Eiger Stage gehe, um Aurorawave zum ersten Mal live zu erleben. 

Snupi: Diese Band ist auf jeden Fall ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Die bekannten Elemente von Metalcore werden hier durch verschiedene traditionell indische Instrumente in ein ganz anderes aber äusserst spannendes Licht getaucht. Wer befürchtet, dass diese für Metal unüblichen Instrumente den Sound verweichlichen oder die Energie auf der Bühne drosseln, der sei beruhigt … Oder eben gerade nicht! Denn Bloodywood bieten typisch harten Metalsound und liefern noch viel mehr als die nötige Energie dazu. So ist das Headbangen beispielsweise auch während dem Spielen einer indischen Trommel möglich. Einer meiner persönlichen Höhepunkte ist ausserdem ein Flötensolo des Gitarristen. 

Domi the Stick: Viel gibt es eigentlich nicht anzufügen, und trotzdem kann ich nicht still bleiben. Bloodywood tun heute, was sie am besten können: die Herzen bisheriger Fans so hoch wie Wolkenkratzer in New Delhi schlagen lassen, neue Anhänger zum Staunen bringen, Mähnen im Publikum fliegen lassen, wie Missionare ihre (positiven) Botschaften und ihre Sprache verkünden. Wahrscheinlich beleidige ich beim improvisierten Mitsingen irgendwelche Götter, doch die Band will das kaum anders, täuscht doch Sänger Jayant das Vor- und Nachsingen einer charakteristischen, für unser Mundwerk jedoch zu schnellen und komplizierten Zeile an. Die Songs des aktuellen Albums «Nu Delhi» (siehe Review) funktionieren auch an einem Festival genauso gut wie die alten. So vergeht der Aufritt viel zu schnell und es dürstet mich, genau wie Larry, nach Met-Slushie mit Reggae Metal.

Die Setlist – Bloodywood 

  1. Dana Dan 
  2. Nu Delhi 
  3. Aaj 
  4. Tadka 
  5. Jee Veerey 
  6. Bekhauf 
  7. Machi Bhasad 
  8. Halla Bol 
  9. Gaddar 

Die Fotos – Bloodywood

Aurorawave 

Larry: Aurorawave sind mir das erste Mal eher zufällig auf Instagram über den Weg gelaufen und ich war sofort von der Besonderheit der Band beeindruckt. Aurorawave verbinden nämlich Metalcore mit Reggaebeats – was ihren sogenannten Reggaecore ergibt. Musikalisch befinden sie sich irgendwo zwischen Rock, Metal und Alternative mit Reggaerhythmen und dem einen oder anderen Metalcore-Einfluss.  

Und das Setting dazu hätte nicht schöner sein können: Aurorawave bei schönstem Sonnenschein und einem Metslushie. Ich habe den Auftritt sehr genossen und viel getanzt. Alternativ kann man auch auf der Seite in der Wiese sitzend den Auftritt geniessen (so, wie es ein Teil meines Camps gemacht hat (Anm. Domi: Schuldig im Sinne der Anklage!)).  

Besonders das Slipknot-Cover «Duality» und das Lied «Kindness» bleiben mir in Erinnerung. Ich freue mich bereits auf das nächste Mal, wenn man Aurorawave in der Schweiz sehen kann.  

Die Setlist – Aurorawave 

  1. Inferno 
  2. Welcome To Your Nightmare 
  3. Turn The Page 
  4. Suffocate 
  5. Judge Me 
  6. Duality 
  7. Boiling Point 
  8. Throwing Shade 
  9. No Love Lost 
  10. Villain 
  11. Tibetan Sky Burial 
  12. Kindness 

The Hardkiss 

Snupi: Diese Band aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew bietet uns einen spannenden Musikstil. Die Hardrock-Basis wird mit elektronischen Elementen, harten Riffs und verzerrten Gesangstechniken ergänzt. Dabei sorgt die eher tiefe und kraftvolle Gesangsstimme von Julia für eine spannende Stimmung, während ihre Screams die nötige Härte hervorrufen. Insgesamt wirkt die Band sehr gut aufeinander abgestimmt. Im Publikum sind wohl viele, die The Hardkiss heute zum ersten Mal hören, einige dürften aber auch zu der festen Fanbase zählen. Nach ein paar wenigen Songs ist die Crowd voll dabei und geniesst, was ihnen die Musizierenden alles bieten. Später im Set werden dann sogar einige Songs auf Ukrainisch gesungen. Obwohl vermutlich kaum irgendwer am Greenfield die Texte versteht, wird dadurch eine ganz besondere, sehr persönliche Stimmung ausgelöst. 

Die Fotos – The Hardkiss

April Art 

Snupi: Für mich handelt es sich hierbei um DIE Überraschungsband am diesjährigen Greenfield. Im April 2014 trafen sich vier Musiker, um gemeinsam Kunst zu machen – daher auch der Name. Kurz darauf wurde die deutsche Band gegründet, seitdem gab es diverse Wechsel in der Besetzung, sodass der Bassist heute noch als einziger zur Originalbesetzung gehört. In den Liedern von April Art sind verschiedene Stile des Metal vereinigt, die immer wieder auch auf Electrosound stossen und so eine bunte und kreative Soundpalette bieten. 

Die Live-Performance macht riesigen Spass! Noch nie habe ich eine Band gesehen, die auf der Bühne eine derart ungebremste Freude zeigt und dermassen aktiv ist. Der situationsbedingt stationäre Schlagzeuger bildet hier eine Ausnahme, während sich alle anderen Musizierenden rege auf der Bühne hin und her bewegen, springen und ihre Kunst sichtlich geniessen. Nicht zu verachten sind ausserdem die Grimassen, die sämtliche Gesichtszüge der Bandmitglieder, insbesondere des Bassisten, immer wieder freudig verzerren. So kommt es mir vor, als wäre jeder einzelne Akkord, jeder Ton und jeder Schlag auf ein Becken der unangefochtene Höhepunkt des gesamten Greenfields, der lediglich durch den nächsten Akkord, Ton oder Schlag übertroffen werden kann. Freude und Leidenschaft sind nicht nur in der Musik wiederzuerkennen, sondern übertragen sich auch rasend schnell auf die Menschen vor der Bühne. Keine gemeinsame Party könnte schöner sein. 

Die Fotos – April Art

Breaking Benjamin 

Larry: Nach der Hälfte von Breaking Benjamin zieht es uns wieder vor die Hauptbühne. Die Band ist nicht sehr oft in der Schweiz und Sänger Benjamin erklärt auch bald warum. Er hat Flugangst und reiste daher mit dem Schiff von Amerika nach Europa, nur um hier Konzerte zu spielen. Das bringt ihm grossen Applaus ein. Das ganze Konzert ist, wie bei A Day To Remember, von einer gewissen Nostalgie umgeben. Viele Millenials sind mit dem Sound von Breaking Benjamin aufgewachsen und sehen sie nun live. Als Überraschungsgast kommt Adam Gontier von Three Days Grace bei dem Song «Dance With The Devil» auf die Bühne und performt zusammen mit der Band. Laut Benjamin haben sie den Song vor zwanzig Jahren zusammen gespielt.  

Nach dem Konzert von Breaking Benjamin laufe ich an der Wasserstelle vorbei und sehe, dass sie einen dritten Wassertank aufgestellt haben. Bei dieser Hitze ist dies notwendig, damit man sich abkühlen und viel Wasser trinken kann. 

Snupi: Die Flugangst des Frontmanns wird bereits im 2006 veröffentlichten dritten Studioalbum «Phobia» («Angst») behandelt. So sind im ersten Song «Intro» Flughafengeräusche und der Lärm startender Flugzeuge zu hören. Zum Glück werden aus diesem erstklassigen Album heute auch einige Klassiker sowie «Until The End», «Dance With The Devil» (mit Adam Gontier) und als krönender Abschluss sogar ihr wohl bekanntester Song, «The Diary Of Jane», gespielt. 

Die fünf Männer wissen mit ihrer Musik zwischen Hardrock und Alternative Metal zu begeistern. Der Sänger Benjamin singt meist clean, setzt zwischendurch allerdings sehr gezielt wenige, dafür um so wirkungsvollere Screams ein. Einige Backing-Growls werden gekonnt vom Bassisten Aaron übernommen, der gleichzeitig harmonische, teils düstere, aber auch schier singende Basslinien spielt. Brian am Schlagzeug spielt einen ganz eigenen, beinahe minimalistischen Stil. Er scheint haargenau zu wissen, welche Beats nötig sind, um der Musik rhythmische Leitplanken zu bieten und sie gleichzeitig aufzuwerten. Alles unnötige Sonstige wird erbarmungslos eliminiert, wodurch jeder einzelne Stockschlag perfekt komponiert und passend wirkt. Jasen und Keith sorgen mit ihren jeweils sechs Saiten für spannende Akkordvoicings, das eine oder andere Solo und viele überzeugend harte Riffs. Und sollte zwischendurch noch ein tiefer Extraboost benötigt werden, um noch dunklere und härtere Sounds zu kreieren, ist Benjamin zur Stelle. So verwendet er in einigen Lieder seine auch optisch bemerkenswerte Signature-Gitarre von ESP. Das Entscheidende an der LTD Ben Burnley Baritone ist, dass jede Saite im Vergleich zur «normalen» Gitarre jeweils eine Quart heruntergestimmt ist. So bietet die Gitarre durch ihre zusätzlichen tiefen Frequenzen noch mehr rhythmische Härte. Mit diesem Rezept aus sehr wirkungsvoller, aber nicht überladener Musik in Kombination mit der Baritongitarre und dem authentischen Auftreten der Band kreieren Breaking Benjamin zusammen mit ihren Fans einige unvergessliche Momente. 

Die Setlist – Breaking Benjamin 

  1. I Will Not Bow 
  2. Until The End 
  3. Crawl 
  4. Red Cold River 
  5. Blow Me Away 
  6. Angels Fall 
  7. So Cold 
  8. Polyamorous 
  9. Dear Agony 
  10. Something Wicked 
  11. Breath 
  12. Awaken 
  13. Failure 
  14. Dance With the Devil 
  15. The Diary of Jane 

Die Fotos – Breaking Benjamin 

Rise of the Northstar 

Larry: Auf der Eiger Stage spielen nun die Pariser Rise of the Northstar und gleich beim Hip-Hop-Intro wird klar, was wir gleich erwarten können: Eine Rap-Metal-Show! Der Platz vor der Bühne ist gut gefüllt und das Publikum scheint begeistert. Die Band erzählt, dass dies ihr erstes Mal am Greenfield sei. Als Gast haben sie Sänger Hyro the Hero dabei, der gestern bereits auf der Eiger Stage gespielt hat. (Silas: Und bevor er bei Rise of the Northstar auf der Bühne stand, in deren Pit er davor war.) 

Three Days Grace 

Apropos Nostalgie: Three Days Grace ist eine dieser Bands, die mich vor über zehn Jahren stark begleitet haben. Deshalb freue ich mich sehr auf ihren Auftritt. Wie die vorherigen Bands auch, nutzen sie den Steg rege. Sie spielen Lieder diverser ihrer Alben, wie «Pain» und «I Am Machine». Sänger Adam erzählt zwischen den Songs immer wieder Anekdoten, wie zum Beispiel, dass «I Hate Everything About You» eine Hymne für jegliche Abschiede, Süchte und Herzschmerz wurde. Bei diesem Lied und «Never Too Late» hat das Publikum gefühlt lauter gesungen, als die Band gespielt hat, und es hat mir eine wahre Hühnerhaut über den Körper gejagt. Sie beenden das Set mit «Riot» und werfen die wenigen verbleibenden Plektren noch in die Menge.  

Three Days Grace haben bereits während der ersten Lieder stetig Plektren verteilt, so dass man kaum in den ersten drei Reihen stehen kann, ohne eins mitzunehmen. Auch ich kann mir eins ihrer Plektren schnappen. 

Die Fotos – Three Days Grace

Destroy Boys 

Snupi: Noch vor dem ersten Ton der Band wird das Publikum, anfangs erschreckend, schliesslich aber sehr positiv, überrascht. Die Gitarristin Violet kommt mit Krücken auf die Bühne gehumpelt, lässt sich auf einem Stuhl nieder und legt ihr verletztes Bein auf einer Materialbox hoch. Mit der Bemerkung, dass sie zwar verletzt, aber dennoch da sei, wird ihr die Gitarre übergeben und sie ist vollkommen und ungebremst in ihrem Element. Auch die Sängerin Alexia gibt Vollgas und bringt sofort das Mikrofon zum Glühen. Oft spielt sie parallel dazu Gitarre, was während diesem Set allerdings von einer Tourgitarristin übernommen wird. Die vier Basssaiten werden von David bespielt, während Narsai hinter den Drums sitzt. 

Die Musik der kalifornischen Band bewegt sich im Genre des Punkrock. Damit transportiert sie jede Menge Energie in die Welt, die die Zuhörenden ergreift und motiviert mitjubeln lässt. Diese sechzig Minuten am Samstagabend können durchaus als eine einzige freudige Party bezeichnet werden, die das Publikum mitreisst und mit den Musizierenden zusammenschweisst. Ein wirklich gelungener Auftritt, der bereits Vorfreude auf das nächste Mal weckt. 

Silas: Spätestens als Gitarristin Violet für einige Punkte in der Setlist das Mikrofon und den Platz in der Mitte der Bühne übernimmt, auf dem sie aufgrund des defekten Beins nicht stehen kann und deswegen am Boden und Bühnenrand herumrollt, kann man sich sicher sein, gerade einem Punkkonzert beizuwohnen.

Die Fotos – Destroy Boys

Papa Roach 

Larry: Neben Breaking Benjamin und Three Days Grace sorgen auch Papa Roach für eine gehörige Portion Nostalgie. Bereits 2019 waren sie beim Greenfield Festival und dieses Jahr sind sie zurück. Ihr achtzehn Songs langes Set enthält Hits wie «…To Be Loved», «Getting Away With Murder» und «Scars». Ergänzt wird die Show von viel Licht und wechselnden Hintergrundbildern – und Feuer. Sogar im Publikum wird eine Pyro im Pit angezündet. Laut Sänger Jacoby sei dieses Publikum das beste, das sie am Greenfield je gehabt haben. Weiter holt er seinen Sohn Brixton für «Braindead» auf die Bühne und sie performen den Song gemeinsam. Jacoby meint, dass es grossartig sei, seine Familie mit auf Tour zu haben. Gegen Ende starten Papa Roach eine Nu Metal-Timemachine, bei der sie verschiedene Nu Metal-Songs covern. Angefangen bei «Blind» (Korn), dann «My Own Summer (Shove It)» (Deftones), gefolgt von «Break Stuff» (Limp Bizkit) und schlussendlich «Chop Suey» (System Of A Down), bevor sie in ihren grössten Hit «Last Resort» steigen und so den Auftritt beenden. 

Snupi: Für mich ist die gesamte Show von Papa Roach ein Highlight des Festivals. Endlose Faszination löst bei mir dann aber Brixton, der jüngste, zwölfjährige Sohn des Sängers Jacoby aus. Wie selbstverständlich betritt er die Bühne, singt vor mehreren zehntausend Menschen «Braindead» und hat augenscheinlich riesigen Spass daran. Dabei wirkt er selbstbewusst und, zumindest für sein zartes Alter, sehr routiniert auf der Bühne. Bemerkenswert ist auch, dass seine Gesangstechnik einwandfrei erscheint. Gerade die Screams des Nachwuchssängers wirken kontrolliert, gleichzeitig aber genauso emotionsgeladen. Damit stellt er den verzerrten Gesang von so manchen professionellen und erfahrenen Sängerinnen und Sängern in den Schatten. Was für ein toller Moment … Die Zukunft des Metal scheint gesichert und auf bestem Kurs, während uns der zurecht stolze Papa (Roach) mit seinem Sohn eine erstklassige Show bietet. 

Die Fotos – Papa Roach

Bilmuri 

Larry: Schnell geht es für uns zur Eiger Stage, weil dort bereits Bilmuri wartet. Ich wusste vor dem Auftritt nicht viel über die Band, nur dass sie sehr versatil ist. Das zeigt bereits der Anfang, bei dem eine Saxofonistin mit Bandana, Sonnenbrille und pinken Haaren auf die Bühne kommt und ein Solo reisst. Dass es nicht das einzige bleiben wird, wusste ich da noch nicht. Ein wahrer Genre-Cocktail wird uns serviert mit Einflüssen aus Metal (vor allem von den Growls von Sänger Johnny und dem Gitarristen), Country (durch den Banjospieler), Funk (durch die Bassistin) und softem Pop-Gesang. Wenn die Saxofonistin nicht Saxofon spielt, singt sie, spielt Querflöte oder hantiert mit einer Seifenblasenmaschine. Vor allem durch sie sowie Mastermind und Sänger Johnny wird die Show richtig lebendig. Kaum gewöhnt man sich an die sanften Teile, wird man durch einen weiteren Breakdown wieder zurückgerissen. So entsteht auch ein wilder Moshpit. Auf jeden Fall eine sehr spannende Kombination, die Lust auf mehr macht.  

Domi the Stick: Was ist das denn bitte?! Der Auftakt mit Saxofonistin Gabi Rose, die Kombination der typischen Rockinstrumentierung mit Sax, Banjo und Querflöte, die vielen Wechsel im Songwriting, das unkonventionelle, verschrobene Spiel von Live-Drummer Zach Dubay (der Josh Manuel auf dieser Tour ersetzt)… Mein Kiefer hängt mehr als einmal ungesund weit unten. Dazwischen spickt Bilmuri (also Fronter Johnny Franck, auf welchen sich der Bandname eigentlich bezieht) sein Set mit Hasstiraden gegen seine Heimat (den Bundesstaat Ohio und die grossartigen US of A) und erntet damit vom Publikum irgendetwas zwischen Lacher und Zuspruch. 

Es hat fast bis zum Festivalende gedauert, aber jetzt ist sie da: Bilmuri sind für mich DIE Überraschung des Greenfield Festivals 2026! Und um die Senftube nicht komplett auszuschöpfen, verabschiede ich mich an dieser Stelle bereits vor dem letzten Headliner und dem Fazit. 

Silas: Vergesst nicht die verzerrte Slide-Gitarre!  

Volbeat 

Larry: Nun wartet noch der letzte Act des Greenfield auf uns: Volbeat. Es ist nicht das erste Mal, dass ich sie sehe, waren sie doch bereits drei Mal Headliner an den sieben Greenfield, an denen ich bereits war. Da ich sie aber seit 2019 nicht mehr live gesehen habe, geselle ich mich nach einem Abstecher zu den Essensständen zur Jungfrau Stage. 

Wie erwartet spielen Volbeat all die Songs, die man vermuten könnte, wie «Sad Man’s Tongue», «For Evigt» und «Heaven Nor Hell». Auch sie decken eine breite Palette ihrer Alben ab. Im Gegensatz zu früheren Aufritten finde ich das Bühnenbild eher minimalistisch. Vielleicht habe ich das aber falsch in Erinnerung. Sänger Michael steht grösstenteils unten auf dem Steg und der Rest der Band oben. Der Auftritt ist gut und findet im letzten Song «Still Waiting» seinen Höhepunkt, aber ich habe bessere Konzerte von den Dänen gesehen. Es wirkt ein wenig steif und mir hat es zu wenig Interaktion mit dem Publikum. Vielleicht hat das etwas mit der Absage beim Hellfest zu tun, bei dem «unvorhergesehe Umstände» als Grund angegeben wurden. 

Silas: Die Musik von Volbeat macht mich aus unerfindlichen Gründen wütend. Glücklich darüber, Bilmuri entdeckt zu haben, mache ich mich auf den Weg zurück zum Zeltplatz.  

Partynacht und Abreise  

Larry: Da das Greenfield nicht mit der letzten Band endet, begeben wir uns nach Volbeat in die Partyzone und feiern dort mit dem einen oder anderen Metslushie die Rock- und Metal-Songs, die ab Konserve laufen. Am Sonntag packen wir unser Gepäck zusammen und sagen Tschüss Greenfield. Bis zum nächsten Mal! 

Das Fanzit – Greenfield Festival 2026 

Larry: Das Greenfield ist eine Institution in der Festivalwelt der Schweiz. Als Rock-, Punk- und Metal-Festival findet sich für fast alle Geschmäcker der knapp 80’000 Besuchenden über drei Tage etwas in dem Line-up der 38 Bands. Obwohl es für mich dieses Jahr weniger must sees gab als in den letzten Jahren, habe ich doch die meisten Bands gesehen. Vor allem die Auftritte von The Butcher Sisters, Bloodywood und Aurorawave  haben mich begeistert. Und von den Schweizer Acts Save Your Last Breath, Moment of Madness und De L’Abîme Naît L’Aube.  

Im Gegensatz zu den letzten Jahren war der Einlass ins Infield eher mühsam, weil die Anstehzeiten so lange dauerten. Ich hoffe, dass sie für nächstes Jahr eine Lösung finden.  

Ansonsten kann ich sagen, dass ich es immer wieder geniesse, das Greenfield zu besuchen, weil man so viele Leute kennt und das Panorama einfach einzigartig ist. Ich verstehe die Bands, die hier immer wieder spielen wollen. Ein riesiges Dankeschön an die Organisatoren  des Events und ihre Crew! 

Snupi: Sehr spannend war für mich die Erfahrung als Fotograf während meinem immerhin zweiten mehrtägigen Festival. Bisher hatte ich vorwiegend (Wasser-) Vögel und Gebirgslandschaften vor der Linse, mal sehen, was ich hiervon auf die Konzertfotografie übertragen kann … Glücklicherweise habe ich kürzlich die eine oder andere Demonstration dokumentiert, vielleicht ist das ja gar nicht so anders: Der Kessel wird zum Moshpit, Tränengas durch Nebelmaschinen ersetzt und das Geschrei der Menge mit toller Musik ergänzt … Tönt eigentlich ganz gut! Ich hoffe, dass einige der 10’880 geknipsten Fotos die eine oder andere Erinnerung wieder hervorrufen und die tolle Stimmung am Festival zeigen können. 

Für mich wird das Greenfield 2026 in bester Erinnerung bleiben. Meine persönlichen Highlights sind wohl Alter Bridge, Architects und Breaking Benjamin, auf die ich mich bereits monatelang gefreut habe. Einige mir bis dahin unbekannte Bands stehen den vorher genannten aber auch nicht nach. So sorgten April Art, Bloodywood, Cevret sowie Moment of Madness bei mir ebenfalls für freudige Begeisterung. 

Silas: Neuentdeckungen und ihr erwähnt Bilmuri nicht?


Wie fandet ihr das Festival?

/ 27.07.2026
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