Metalacker Open Air 2026 – Dark Tranquillity, April Art, Brothers Of Metal u.v.m.
Trombachhöhe (Tennenbronn, DE)
Hagelsturm und Festival
Es ist Freitagvormittag und ich bin am Packen für das Metalacker Open Air in Tennenbronn. Der Himmel verdunkelt sich plötzlich und von einem Moment zum anderen zeigt ein Hagelsturm seine ganze Macht. Hagelkörner in der Grösse eines Golfballes prasseln hernieder, und wie die Gallier bei Asterix und Obelix sagen würden: Der Himmel fällt mir auf den Kopf!
Oder besser gesagt auf das Blech meines Autos. Dies ist übersät mit Dellen und schlimmer noch, die Frontscheibe hat zwei Risse! Dabei habe ich noch Glück gehabt, denn bei manchen Autos in der Umgebung sind die Scheiben total zertrümmert. Nach kurzer Überlegung wage ich aber trotzdem die Fahrt in den Schwarzwald und komme dort auch wohlbehalten in meiner Herberge, dem gemütlichen Gasthof an. Hier vor Ort gibt es am Vormittag ebenfalls einen Hagelsturm, der aber keine grossen Schäden anrichtet. Die Camping-Anreise auf das Campinggelände muss aber kurz pausiert werden, damit die Einfahrt zum Platz neu präpariert werden kann.
Für mich gibt es jetzt ein kurzes Eingewöhnen, das Zimmer zu beziehen, eine Tasse Kaffee und dann fahre ich auf die Trombachhöhe zum Festivalgelände. Die Sonne lässt sich jetzt auch hier und da mal blicken und für das Wochenende ist nur wenig Regen angesagt. Viele freiwillige Helfer haben in diesem Jahr erneut fleissig angepackt und den Metalacker vorbereitet. Ausverkauft ist das Festival schon seit längerem und so gibt es keine Tageskasse mehr. Nach dem Begrüssen der anwesenden Presseleute geht es dann schon los mit der ersten Band des Tages.
Metalacker Open Air 2026 – Tag 1 (Freitag, 28. August)
Die Fotos – Impressionen Tag 1
Surrender the Crow
Ein Mix aus Heavy Rock und Alternative Metal wird gespielt und die Band aus Saarbrücken, die das Festival in diesem Jahr eröffnet, hat doch schon einige Zuschauer vor die Bühne gelockt. Viele Besucher befinden sind aber noch am Merch Stand am oberen Teil des Geländes, um sich eine Trophäe des diesjährigen Festivals zu erwerben. Der Funke zum Publikum springt dann doch mal über und so entsteht schon mal ein Mini-Circle-Pit. Der Sound gefällt mir gut und die Melodien sowie die Stimme des Sängers erinnern etwas an Alter Bridge. Ein gelungener Einstieg also in den ersten Festivaltag.
Die Fotos – Surrender the Crow
Obscurity
Aus Nordrhein-Westfalen angereist sind Obscurity, die «Löwen aus dem Bergischen Land» wie sie auch genannt werden. Dieser Death-Viking-Metal ist ein kraftvoll, wuchtig, düsterer Sound und dazu werden von den Musikern ordentlich die Haare geschüttelt. Und auch hier gibt es im zahlreicher werdenden Publikum viele Anhänger dieses Genre, die sich zur Musik bewegen.
Die Fotos – Obscurity
Fiddler’s Green
Nach den düsteren Tönen folgt nun fröhlicher Folk Rock – von der beliebtesten, erfolgreichsten und beständigsten Formation innerhalb der europäischen Folk-Rock-Community. Sänger Ralf Albers führt durch das Set und unterhält sich zwischendurch immer mal wieder mit den Fans. Schon bald geht die Musik in die Beine und viele der anwesenden Besucher sind am Tanzen und bei vielen Liedern wird auch kräftig mitgesungen. Ich erlebe eine fröhliche, ausgelassene Party bei bester Stimmung und so vergeht die Zeit wie im Fluge und das Konzert ist viel zu schnell zu Ende.
Die Fotos – Fiddler’s Green
April Art
Eigentlich sind jetzt die Brothers of Metal auf dem Programm, aber die Brüder (und die Schwester) haben ihren Flug verpasst und so werden April Art vorgezogen. Noch nie live gesehen, aber schon viel gehört habe ich von April Art mit ihrer quirligen Frontfrau Marie Watz. Also bin ich mal sehr gespannt auf das heutige Konzert, denn es ist immer wieder spannend, neue Bands zu erleben. Der Musikstil ist ehrlich gesagt nicht meine Lieblingsmusik, aber dieses Spektakel mit den roten Klamotten und der Energie auf der Bühne ist schon beeindruckend. Ausser dem Drummer sind die Musiker ständig in Bewegung, scheinen immer Spass zu haben und selten still zu stehen. Der melodische Mix aus Rock, Electro und Metal macht Spass und so gibt es auch viel Beifall vom Publikum und der «Acker» ist begeistert. Was für ein Spektakel.
Die Fotos – April Art
Brothers of Metal
Es geht weiter mit den Schweden, die bekannt sind für ihre heroischen Hymnen und mitreissenden Liveauftritte. Es sind wie immer eine ganze Menge Musiker auf der Bühne und die Verkleidungen passen perfekt zur deren Musik aus der nordischen Mythologie und epischen Schlachten. Mein letztes Konzert mit den Brothers of Metal liegt noch nicht so lange zurück (im März dieses Jahres im Z7) und deshalb in guter Erinnerung. Die Ansagen kommen auch hier von Mats Nilsson, dessen Worte mich meistens schmunzeln lassen. Ausführlich wird unter anderem berichtet, warum sie den Flieger verpasst haben und dass sie schwäbisches Essen bekamen im Backstage. Und sogar auf Deutsch gibt es ein paar Bemerkungen von ihm. Das Publikum ist begeistert und nicht nur die Fans am Bühnenrand singen lauthals bei den epischen Liedern mit. Dieser Power Metal geht schon unter die Haut und bei der Mitsinghymne «Yggdrassil» scheint (fast) der ganze Metalacker andächtig zu lauschen oder mitzusingen.
Die Fotos – Brothers of Metal
Fearless V
Die Wolken haben sich verzogen und der Vollmond strahlt vom Himmel. Als letzte Band des Tages stehen nun Fearless V, die frisch gegründete Power-Metal-Band, auf der Bühne. Nach ihrem Ausstieg bei Primal Fear im Jahr 2024 schlagen Tom Naumann, Alex Beyrodt, Alex Jansen und Michael Ehré gemeinsam ein neues Kapitel auf. Als Sänger ist der Italiener Gianbattista „Jan“ Manenti mit dabei. Mit diesem melodischen Power Metal geht der erste Festivaltag zu Ende und begeistert noch einmal die zur späten Stunde noch anwesenden Besucher.
Die Fotos – Fearless V
Metalacker Open Air 2026 – Tag 2 (Samstag, 29. August)
Die Sonne lacht vom Himmel und nach etwas wenig Schlaf aber einem guten Frühstück bin ich bereit für den zweiten Festivaltag und pünktlich zur ersten Band des Tages bin ich wieder auf dem Gelände.
Die Fotos – Impressionen Tag 2
Ruin Rising
Modernster Deathcore aus Österreich ist angesagt und erfreut die Anhänger dieses Genre an diesem frühen Nachmittag. Um diese Zeit sind wohl nach wie vor einige Besucher auf dem Campingplatz und trudeln erst so langsam in Richtung Infield, denn es gibt noch viel Platz vor der Bühne. Sänger Claudio Kofler versteht es aber, die Anwesenden zu motivieren und so entsteht dann mal ein Mini-Moshpit. Die Musiker scheinen sehr konzentriert an ihren Instrumenten, denn es wird keine Miene verzogen. Was für ein Gegrunze, würde jetzt wohl Metalinside-Kollege Kaufi sagen. Deathcore ist auch nicht meine Lieblingsmusik und so entschwinde ich bald darauf in Richtung Pressezelt.
Die Fotos – Ruin Rising
Accvsed
Noch ein Act für die anwesenden Metalcore-Freunde, aber jetzt wird es etwas melodischer und so passt das eher für mich. Frontmann Tino Mehlig hält immer mal wieder Kontakt zum Publikum und fordert dessen Einsatz mit Moshpit und Circle Pit. Als Folge wird fleissig gesprungen und gehüpft. Zudem sind immer mal wieder Croudsurfer unterwegs in Richtung Bühne und das sieht man sonst nicht so oft auf dem Metalacker Open Air.
Die Fotos – Accvsed
Skytribe
Folgendermassen wird diese Band beschrieben und so erlebe ich sie auch: «Epische Klangwelten treffen auf die rohe Energie des Female-fronted Metals. Mit wuchtigen Gitarrenriffs, kraftvollem Schlagzeug und melodischen Vocals entsteht ein Sound, der die Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer auf der Bühne vereint». Sängerin Dorothee Kahler gibt am Anfang des Konzerts bekannt, dass sie ein Musikvideo zu diesem Act aufnehmen und bittet das Publikum um besondere Mitwirkung. Vielleicht ist das nicht unbedingt nötig, denn mit der Präsenz, Energie und Emotion, die von der Bühne kommen, ist das Publikum in den Bann gezogen und lässt sich begeistern.
Die Fotos – Skytribe
Hackneyed
Die Schwäbischen Death Metaller sind nach Skytribe ein gewaltiger Genrewechsel. Nachdem Hackneyed vor zehn Jahren ihr offizielles Abschiedskonzert gaben, sind sie nun wieder unterwegs auf Konzerten und Festivals. Der Mann am Bass mit den Tattoos kommt mir bekannt vor und ich erfahre, dass er der Sänger bei Necrottet ist, die im letzten Jahr hier aufgetreten sind. Trotz der langen Pause scheint dieser Combo nichts von der Energie verloren gegangen zu sein, denn mit voller Wucht werden die Songs gespielt und so kommen wir in den Genuss von Metalcore der besonderen Güte.
Die Fotos – Hackneyed
Dominum
Auf Death Metal folgt nun mit Dominum fröhlicher Power Metal. Wie schon mal erwähnt, bin ich kein Fan von dieser Zombie-Metal-Verkleidungs-Show. Aber den meisten Anwesenden hier scheint es zu gefallen und die lassen sich mitreissen von diesen epischen Songs. Sänger «Dr. Dead» unterhält zwischendurch sein Publikum mit lustigen Sprüchen und so gelingt es ihm gut, seine Fans abzuholen und zu begeistern.
Die Fotos – Dominum
Dark Tranquillity
Dann ist es endlich Zeit für Melodic Death Metal und eine meiner Lieblingsbands. Der sympathische Sänger Mikael Stanne führt durch den Abend und macht die Ansagen zu den Songs. Dark Tranquillity überzeugen auch hier einmal mehr als fantastische Liveband. Am Ende des Sets wird die Oberhymne und mein Favorit «Misery’s Crown» gespielt und das gibt dann zum Abschluss des Konzerts bei mir diesen gewissen Hühnerhautmoment. Viel zu schnell vergeht die Zeit, die Musiker verabschieden sich von den Zuhörern und nehmen sich dabei viel Zeit, bedanken sich bei den Fans sowie den Veranstaltern und verteilen die üblichen Andenken.
Die Fotos – Dark Tranquillity
Vicious Rain
Als letzte Band des diesjährigen Metalackers stehen nun die Landsleute aus Baden im Aargau auf der Bühne. Aber zuerst einmal läuft die Nebelmaschine auf Hochtouren und lässt die Musiker nur schemenhaft erahnen. Dazu blenden die Stroboskoplichter penetrant und so wird das erst mal nix mit guten Fotos. Ich muss zugeben, die Songs werden mit Leidenschaft und Energie vorgetragen, aber diese Musik im Metalcore-Bereich ist für mich schwer verdaulich. Deshalb mache ich mich nach den drei Songs im Fotograben vom Acker, verabschiede mich von den Fotografenkollegen und freue mich auf mein schönes Zimmer im Gasthof in Tennenbronn.
Die Fotos – Vicious Rain
Das Fanzit – Metalacker Open Air 2026
Mit einem ausgewogenen Line-up und mit grossartigen Bands gelingt es auch in diesem Jahr das Publikum auf dem Metalacker zu begeistern. Nach dem Hagelsturm am Freitagvormittag hat sich das Wetter beruhigt und die nachfolgenden kurzen Regenschauer haben kaum gestört. Das ausverkaufte Festival zeigt wieder einmal, dass die Veranstalter des Metalackers alles richtig gemacht haben. Im Pressezelt sind wir Fotografen gern gesehene Gäste und so geht ein besonderer Dank in diesem Jahr einmal mehr an die ausgezeichnete Betreuung! Dark Tranquillity waren mein absolutes Highlight – April Art und Skytribe haben mich positiv überrascht. Und zum Schluss noch eine Bitte an die verantwortlichen Leute an der Nebelmaschine: Etwas weniger und dosierter Nebel wäre schön – es muss ja nicht immer die ganze Bühne im Nebel verschwinden.

