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Something On 11 - Something On 11 (Cover Artwork)
Fr, 13. November 2020

Something On 11 – Something On 11

Hard Rock
15.11.2020
Something On 11 - Something On 11 (Cover Artwork)

Gleich und gleich gesellt sich gern

Was geschieht, wenn sich zwei virtuos aufspielende Saitenheroen zusammentun, um an einem gemeinsamen Projekt zu feilen? Kommt es zum epischen Plektrenkrieg, in dem sich beide Parteien gegenseitig das Wasser abzugraben versuchen? Something On 11 scheinen mit ihrem selbst benannten Erstling den harmonischen Weg zu beschreiten…

Wer sein neues Album an einem Freitag, den 13. veröffentlich, ist entweder vor all dem grassierenden Aberglauben gefeit – oder einfach von seinem Schaffen felsenfest überzeugt. Nun, nimmt man den als Vorab-Single veröffentlichten Song „Soul Suffer Payment“ als Benchmark, so darf auch gerne noch ein schwarzer Kater den Weg der beiden Künstler kreuzen, es kommt dennoch gut! Was Something On 11 hier abliefern, ist eingängiger, cooler Hard Rock, der so manch gestandener Band gut zu Gesichte stehen würde.

Dass Miss Majura mehr als nur ordentlich Gitarre spielen kann – Haken drunter, ist spätestens seit ihrem Mittun bei der international mehr als erfolgreichen Symphonic-Metalband Evanescence bekannt. Das sie aber auch eine hammergeile, leicht reibeisige Stimme ihr Eigen nennt, dürfte wohl so einige überraschen (mich mit eingeschlossen). Diesbezüglich kann ihr Mitstreiter Alen Brentinis nicht vollumfänglich mithalten – was sich insbesondere beim eher als etwas schwächer zu wertenden Titel „Rockstar In Disguise“ bemerkbar macht – so sind denn die eingestreuten Vokals der Rocklady die Lichtblicke in diesem nicht so ganz überragenden Song. Wobei ich hier auf hohem Niveau mäkle – ein direkter Vergleich mag aufgrund der wirklich herausragenden Leistung der aus Deutschland stammenden Künstlerin ohnehin als unfair erscheinen. Und beim mit stakkatoartigen Gitarrenklängen durchdrungenen „Live Or To Die“ macht Alen mit seinem leicht angefressen klingenden Timbre bereits wieder einiges an Boden gut.

Instrumental – aber nicht selbstverliebt

Zwei der insgesamt acht Songs des Albums sind rein instrumentaler Natur – wenn man den Werdegang der beiden Ikonen anschaut, wenig überraschend. Was positiv zu Buche schlägt, ist auch hier die explizite Songverbundenheit: „Andrew’s Hypothalamus“ und „Long Black Train“ dienen nicht der eitlen Selbstbefriedigung, sondern sind wirklich cool komponiere Rocksongs, bei denen einzig die Klampfe den Part des Vokalisten übernimmt. Klar bewegt sich das Songwriting nicht auf konstant hohem Niveau, doch darf man dies von einer zwar 2018 gegründeten, aber noch immer als sehr jung zu betrachtenden Band wohl auch nicht auf Anhieb erwarten. Nun, lassen sich die im Promotext hervorgehobenen Einflüssen von Queen bis Testament erkennen? Mag sein – interessiert aber zumindest mich nicht übermässig. Das Resultat, das in sich stimmig zu überzeugen vermag, ist Promo genug.

Momentan ist lediglich eine rein digitale Veröffentlichung angedacht, was in Fankreisen bereits zu leichtem Unmut geführt hat. Man darf gespannt sein, ob sich hier die Fronten noch verschieben werden.

Das Fanzit Something On 11 – Something On 11

Ich muss gestehen, Alben von Gitarrengöttern haben mich noch selten rein aufgrund des ach so tollen Saitenzaubers zu beeindrucken vermocht. So war es denn bei einem Yngwie J. Malmsteen jeweils die (zusätzlich eingebrachte) gesangliche Finesse, die aus persönlicher Sicht über Top oder Flop entschieden hat. Gerade deswegen rechne ich es Something On 11 sehr hoch an, dass sie sich nicht auf ihre zweifelsfrei vorhandene Fingerfertigkeit an den Saiten verlassen, sondern auch viel in die hohe Kunst des Liederschreibens investiert haben.

Wie erwähnt mögen sich (noch) nicht alle Titel auf demselben hohen Niveau bewegen, aber einen soliden Grundstock haben Something On 11 mit ihrem Erstling definitiv gelegt! Womit eigentlich nur noch zwei Fragen unbeantwortet bleiben: Was genau soll der Bandname eigentlich bedeuten? Und wie kann man einen Track wie „Phil Of India“ mit nach oben gezogenen Vocals beenden?

Anspieltipps: Soul Suffer Payment, Land Of Bliss, Phil Of India, Long Black Train

Trackliste Something On 11 – Something On 11

  1. Soul Suffer Payment
  2. Fight For The Light
  3. Andrew’s Hypothalamus
  4. Rockstar In Disguise
  5. Live Or To Die
  6. Land Of Bliss
  7. Phil Of India
  8. Long Black Train

Line Up – Something On 11

  • Jen Majura – Vocals & Guitars
  • Alen Brentini – Vocals & Guitars

 

Video Something On 11 – Soul Suffer Payment


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8/10



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15.11.2020