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Debauchery – Monster Metal (Cover Artwork)
Fr, 21. Mai 2021

Debauchery – Monster Metal

Death 'N' Roll, Death Metal, Hard Rock, Heavy Metal, Monster Metal, ...
21.05.2021
Debauchery – Monster Metal (Cover Artwork)

Altbekanntes Blutgott-Gemetzel

Deutschlands kultigste Monster-Gruppe Debauchery geht am 21. Mai 2021 mit einem neuen Werk an den Start. Dabei macht «Monster Metal» keine halben Sachen und wird direkt als «3-CD-Digipack» erhältlich sein.

Das bedeutet massenhaft Futter für die Jünger von Thomas Gurrath und seinen blutrünstigen Oden. Der unermüdliche Kreativkopf hat für seine Bestien-Armada ein eigenes Universum erschaffen. Dessen ausführliche Geschichte könnt ihr gerne hier im Selbststudium unter die Lupe nehmen: Debauchery Universum oder Debauchery Biographie

Die prägendsten und relevantesten Figuren dieser Fantasiewelt sind zweifelsohne Debauchery, Balgeroth und Blood God – auch bekannt als das Dreigestirn der Blutgötter. Alle sind auf irgendeine Art und Weise mit Gurrath verknüpft. Aufgrund dessen ist er eigentlich immer mit drei Projekten unterwegs. Doch es gibt Unterschiede: Debauchery setzen bei ihren Texten ausschliesslich auf die englischen Sphären und sind eher in der Todesblei-Sparte beheimatet. Balgeroth können derweil als das deutschsprachige Pendant zur erstgenannten Kapelle bezeichnet werden. Die dritten Akteure im Bunde – Blood God – figurieren hingegen primär als etwas Ähnliches wie eine AC/DC-Hommage.

Na, dann wollen wir dieses monströse Paket von Massacre Records nun einmal ein bisschen genauer untersuchen.

CD 1: DEBAUCHERY – Monster Metal

Die Haupt-Platte startet mit «Bloodking» und einem Gastspiel von Tim «Ripper» Owens. Diese hätte allerdings ruhig etwas intensiver ausfallen dürfen. Die ehemalige Frontröhre von Iced Earth und Judas Priest ist nämlich bedauerlicherweise bloss ziemlich kurz zu hören. Ansonsten haben wir es mit einer typischen Debauchery-Nummer zu tun: Mid-Tempo Death ‘N’ Roll gepaart mit eingängigen Riffs und einem bösartigen Stimmorgan. Wirkt im ersten Augenblick unspektakulär und monoton, aber nach mehren Durchläufen werden die Gehörgänge langsam schwach und die Ungeheuer beissen sich fest. Das ist mit dieser Equipe sowieso gefühlt jedes Mal dieselbe Leier. Das nachfolgende «Skull Mountain» stützt diese These jedenfalls gleich nochmals. Starke Growls!

Der waschechte Groove-Meister-Track hört auf den Namen «Debauchery Warmachine». Ohne die Würdigung irgendwelcher Kriegsgerätschaften kommt die Band eh niemals aus. Das verlangt selbstverständlich nach dem gefürchteten «alles schon einmal gehört»-Vorwurf. Andererseits könnte man dies ebenfalls als «seiner Linie treu bleiben» bezeichnen. «Metal To The Bone» schreit förmlich nach einem fixen Platz in künftigen Live-Setlists. Alles andere wäre bei diesem Refrain, der zum fleissigen grölen und brüllen einlädt, wahrlich verwunderlich. Gnadenlos werden einem die Zeilen in den headbangenden Schädel eingehämmert.

Wenn das Trio eine Sache wirklich meisterhaft beherrscht, dann ist das garantiert das Raushauen von messerscharfen Riffs. Dieses Phänomen kann während «Blood God Eternal» abermals beobachtet werden. Die Deutschen werden gerne mit Six Feet Under verglichen, aber aktuell sind sie meines Erachtens klar besser unterwegs als ihre amerikanischen Kollegen. Ihr sucht eine optimale Hymne, um tiefenentspannt allen Nervensägen, denen ihr begegnet, ins Gesicht zu grinsen während in euren Ohren die Hölle los ist und diese Gestalten gedanklich brutal massakriert werden? Gratulation! Mit «Hate Kill Murder» seid ihr nämlich definitiv fündig geworden. Ob einen der Sound von Debauchery zu einem Psychopathen macht? Kein Kommentar ohne Anwalt!

Der Titel-Track «Monster Metal» zeigt im Rhythmusbereich sogar kurzzeitige Ansätze von Abwechslung und angepassten Melodien. Solche Dinge dürften die Akteure ruhig öfters wagen. Es würde freilich nicht schaden. Beim anschliessenden «Debauchery Blood God» wird’s bereits wieder eintöniger. Aber wahrscheinlich ist das sowieso ein Album, welches man nicht zwingend in einem Zug durchhören sollte.

Die letzten beiden Stücke thematisieren nochmals die Maschinerie. Das wären einerseits «The Godmachines March To War» und auf der anderen Seite «Warmachine Of The Chaos Gods». Erneut typisches Debauchery-Liedgut, welches Innovationen vehement ablehnt, aber den eingefleischten Anhängern exakt das bietet, was sie verlangen.

Tracklist CD 1: DEBAUCHERY – Monster Metal

  1. Bloodking (Feat. Tim «Ripper» Owens)
  2. Skull Mountain
  3. Debauchery Warmachine
  4. Metal To The Bone
  5. Blood God Eternal
  6. Hate Kill Murder
  7. Monster Metal
  8. Debauchery Blood God
  9. The Godmachines March To War
  10. Warmachine Of The Chaos Gods

CD 2: BALGEROTH – Böse bis ins Blut

Lasst mich jetzt ein paar Worte über die beiden anderen Silberlinge verlieren, die ebenfalls Bestandteile dieses Pakets sind. Die Songs kennen wir ja bereits, aber vielleicht gibt’s trotzdem weitere Elemente zu entdecken. Zuerst bewegen wir uns im deutschsprachigen Sektor mit der Formation Balgeroth. Meines Erachtens entfalten gewisse Kompositionen in diesem Gewand gleich nochmals eine grössere Wirkung. Obschon gewisse Wörter natürlich durchaus fiese Stolperfallen sein oder irgendwie lächerlich wirken können. Die Engländer und Amis kommen eben jeweils wirklich schneller zum Punkt. Nichtsdestotrotz haben Geschichten wie «Die Belagerung von Knochenheim» oder «Drachenungeheuer» fraglos ihren Reiz.

Tracklist CD 2: BALGEROTH – Böse bis ins Blut

  1. Blutgott
  2. Die Belagerung von Knochenheim
  3. Böse bis ins Blut
  4. Hassen Töten Morden
  5. Drachenungeheuer

CD 3: BLOOD GOD – Metal To The Bone

Abschliessend existiert da noch die dritte Angelegenheit im Bunde: Blood God. Ne sorry, da verändert sich mein bisheriger Standpunkt leider keinen Meter. Die Hommage an AC/DC ist logischerweise löblich, aber das will auf Teufel komm raus schlichtweg nicht zusammenpassen. Da ruiniert der werte Thomas eher sein Stimmorgan. Ich bleibe bevorzugt bei Debauchery und Balgeroth.

Tracklist CD 3: BLOOD GOD – Metal To The Bone

  1. Monster Metal
  2. Debauchery Warmachine
  3. The Godmachines March To War
  4. Blood God Eternal
  5. Warmachine Of The Chaos Gods
  6. Debauchery Blood God
  7. Metal To The Bone

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Das Fanzit

Das gibt am Ende wohlwollende sieben Punkte für soliden, wenn auch arg berechenbaren Dienst nach Vorschrift. Die Fans werden das neue Material sicherlich abfeiern. Künftig wären etwas mehr Abwechslung und Kreativität jedoch zweifellos nicht verkehrt. Ansonsten droht die ganze Übung in einer eintönigen Ödnis zu versauern. Bezüglich der «Gurrath’schen» Projekte gefallen mir Debauchery und Balgeroth am besten. Mit Blood God kann ich bedauerlicherweise nach wie vor kaum etwas anfangen. Zudem sind beide erstgenannten Truppen ebenfalls im Live-Gewand überzeugend. Eventuell muss da nun unbedingt eines Tages eine gemeinsame Tour mit Lordi und GWAR her. Dann würde es wohl heissen: «Lasst euch vom «Monster Metal» verschlingen!»

Empfehlenswerte Hörproben: ««Bloodking», «Debauchery Warmachine», «Metal To The Bone», «Die Belagerung von Knochenheim», «Drachenungeheuer»

Line Up – Debauchery

  • Gurrath – Monster Voice & Sonic Blasters
  • Drakornaut Bloodbeast – Blastmaster Bass
  • Drakornaut Gorezilla – Drums Of Doom

Video Debauchery – Bloodking feat. Tim „Ripper“ Owens


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 7/10



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