Metalinside.ch - Dead Lord - Wasteland Fest 2017 - Foto Sabi
Sa, 24. Juni 2017

Wasteland Fest 2017

Hardturm (Zürich, CH)
23.08.2017

Das erste Wasteland Fest 2017 mit gegen 700 Besucher darf als voller Erfolg verbucht werden. Freunde von Hard Rock, Stoner Rock & Co. sind voll auf ihre Kosten gekommen. Mit dem alten Hardturm-Stadion hat der Veranstalter einen Volltreffer gelandet. Es war von allen Richtungen her gut erreichbar, sei es mit ÖV oder eigenem Auto und die Parkplätze waren gleich um die Ecke.

Bei schönstem Wetter treffe ich am Samstagnachmittag auf dem Gelände des ehemaligen Hardturm-Stadion ein.  Viel ist vom Stadion, wo sich früher Spitzensportler die Ehre gaben, nicht mehr übrig. Einige meterhohe Wände gegen die Hauptstrasse und auf zwei Seiten noch Teile der Betontribüne auf der sich die Natur breitmacht.

Auf dem grossen Betonplatz steht nun ein Zirkuszelt in dem die Main-Stage ist und daneben steht ein kleineres Zelt in dem die Pausenacts spielen. Daneben sind einige Stände mit allerlei Krimskrams und die Foodwagen aufgestellt. Der Platz dazwischen dient als „Ruhezone“ den die Veranstalter mit Sitzmöglichkeiten in Form von aufeinandergestapelten Europaletten die mit Rasenteppich bespannt sind und in diverse Höhen vorhanden sind, bestückte.

Das typische Festivalpublikum das sich irgendwo zwischen 16 – 25 Jahre befindet und in der Regel schon am frühen Nahmittag mächtig einen am Sender hat, sucht man hier vergeblich. Auffallende sind dafür Eltern mit kleinen Kids. Grund dafür ist wohl, dass Kinder bis 12 Jahre in Begleitung der Eltern Gratis-Eintritt haben und man sich somit den Babysitter sparen kann.

Joules

Die erste Band die ich heute zu Gesicht bekomme, ist JOULES aus Zürich. Das Trio rockt sich souverän durch das Set, mag aber die Leute nicht wirklich zum Mitmachen bewegen. Ist auch verständlich. Luftfeuchtigkeit und Hitze unter dem Zelt schränken die Bewegungen ein und schreien nach Flüssigkeit. Der Applaus der die Band einfährt ist dann aber doch mehr als nur Anstandsapplaus.

King Zebra

Hitze hin oder her, KING ZEBRAs Fangemeinde schreckt dies nicht ab, genau so wenig wie die Jungs auf der Bühne. Oldschoolmässig wird Kick Ass Rock N Roll der an Mötley, Cinderella & Co. erinnert gezockt. Dazu natürlich passendes Stageacting und gegen Ende des Sets einsetzender Glitzerregen in Form von roten Herzchen. Spontan wird Tom Hoochy Coo (ex-King Zebra Vocals) der sich mit einem Bier bewaffnet vor der Bühne lümmelt bei einem Song zur Freude aller Anwesenden mit einbezogen. Das Sängerpaar hat sichtlich Spass an der Sache und das Publikum dankt diese gelungene Einlage mit tosendem Applaus.

Sexy

Das man beim Stageacting noch einen drauflegen kann, beweisen im Anschluss SEXY THE BAND aus dem Aargau. Päsu (V) in superengen knallroten Jeans und nacktem Oberkörper räkelt sich ums Mik, macht Luftsprünge, klettert auf den Boxenturm und kann keine Minute stillstehen. Rey Misterio bringt seine Gitarre zum Schreien, dass es eine reine Freude ist, Pidi vermöbelt seine Drums mit einem Grinsen im Gesicht und Kudi ist die Freude am Gig ebenfalls anzusehen.

Gian Sleep

Nach so einem energievollen und explosiven Auftritt hat es GIANT SLEEP aus DE / CH nicht ganz einfach. Sie packen diese Hürde aber mit Bravour und können mit Live-Power, Energie, Feeling und viel Melodie überzeugen. Trotz fehlendem Monitorsound der Gitarre tönt es nach vorne top und die Mischung aus Stoner-, Pop- und Postrock trifft beim Publikum ins Schwarze.

Gloria Volt

Das GLORIA VOLT aus der Hard Rock City Winterthur nicht erst seit gestern gemeinsam auf der Bühne stehen, würde sogar ein Blinder erkennen. Spielfreude steht bei den Winterthurer zuoberst auf der Flagge und der Funken zündet sofort im Publikum. Der Platz vor der Bühne wird eng und die Fans feiern die Band ab. GLORIA VOLT hat sich längst zu einer routinierten Liveband entwickelt, die viel Spass an ihrem Handwerk hat und dennoch nicht abgebrüht wirkt und deren Auftritte immer wieder eine Augen- und Ohrenweide sind.

Bruno

In der Umbaupause geht es nun zum zweiten Auftakt des Zürcher Duo BRUNO auf der Tent-Stage. Erstaunlich was die zwei Herren da abliefern. Doch der Musikstil, der mit Dirty Fuzzy Metallic Blues angepriesen wird, trifft im Gegensatz zu vielen anderen meinen Geschmack nicht. Da mich zudem noch der Hunger plagt, mache ich mich auf die Suche nach was Essbarem.

Die Auswahl ist bescheiden. Pizza, Hot Dogs und Burger. Die Preise sind dafür gesalzen. Burger 15.00 Stutz, Hot Dog 10.00 Stutz und die Pizza mit 6.00 bis 8.00 Franken läge im Rahmen, nur mag ich die nicht. Zum Glück erhalte ich von ein paar Besuchern den Tipp, dass der nächste Coop bis 21.00 Uhr offen ist und sich gleich um die Ecke befindet.

The Monofons

Mein leckeres Essen verdrücke ich gemütlich auf der alten Triebbühne sitzend zwischen kleinen Birken und Weiden, mit herrlichem Blick auf das Festgelände. In der warmen Abendsonne die sich langsam am Horizont verabschiedet, geniesse ich die Klänge von THE MONOFONS die unterdessen in der Tent-Stage am Werken sind. Das Trio aus Bern mit Frau am Mik haut ordentlich rein und macht die gemütliche Festivalstimmung perfekt.

Kaum sind die letzten Tönte in der Tent-Stage verstummt, ertönt von der Main-Stage ein Gepolter, dass auf eine Black-/ Death Metal Band schliessen lässt. Eine solche ist aber nicht auf dem Programm, eine Änderung im Billing wurde ebenfalls nicht angekündigt, also nichts wie los und der Sache auf den Grund gehen.

The Monsters

Die Ursache ist schnell gefunden. THE MONSTERS aus Bern! Heilige Scheisse, mir bleibt die Spucke im Hals stecken. Was die vier Berner produzieren kann wohl als primitivster Garagen-Punk oder mit den Worten eines anderen Musikers, der genauso verblüfft war wie ich, als «perfekt organisierter Lärm der funktioniert» betitelt werde. Zwei Drum-Sets, ein Sänger mit Gitarre und ein Bass braucht es um diesen rohen, dreckigen, lauten und gewaltvollen Sound zu produzieren. Das Publikum dreht nun ganz ab und ich bringe mich und meine Kamera in Sicherheit, nachdem ich den ersten schmerzvollen Schlag in den Rücken erhalten habe.

Dead Lord

Nach dieser Wucht sind DEAD LORD aus Schweden eine reine Wohltat für meine Ohren. Die Schweden brettern durch die 70er und 80er Jahre und schmettern kraftvollen und mitreissenden Hard Rock in die Menge. Dass die Band den Nerv des Publikums trifft, ist unschwer zu erkennen. Die Truppe legte einen starken Auftritt hin und lässt die Festivalbesucher nochmals alles geben bevor es dann um 23.00 Uhr fertig mit Live-Music ist und ich mich langsam auf den Weg nach Hause mache.

Fotos vom Wasteland Fest 2017 (Sabi)


Wie fandet ihr das Konzert?

23.08.2017
Weitere Einträge von

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