Wander into Alice’s Attic
Was lässt sich über ein Konzert von Alice Cooper noch schreiben, das nicht bereits gesagt wurde? An diesem Abend betreten wir Alice’s Attic – eine Welt voller Theatralik und Wahnsinn, wenn man sich darauf einlässt.
Der Abend beginnt mit dem lokalen DJ Rosettli, der das Publikum während vierzig Minuten auf den Auftritt von Alice Cooper einstimmt. Aufgrund eines späteren Treffpunkts verpassen wir Fotografen seinen Auftritt jedoch.
Um 20:10 Uhr ist es endlich so weit. Alice Cooper betritt gemeinsam mit seiner Band die Bühne und präsentiert zugleich ein neues Gesicht in der Besetzung: die britische Gitarristin Anna Cara. Sie vertritt die langjährige Gitarristin Nita Strauss, die eine Pause einlegt, um ihr erstes Kind willkommen zu heissen. Die 22-jährige Musikerin aus Newcastle in England arbeitet bereits mit Marc Storace und Tommy Henriksen zusammen und wurde von Strauss ausdrücklich empfohlen.
Klassiker und typische Alice-Cooper-Theatralik
Die Show bietet zahlreiche bekannte Elemente, für die Alice Cooper berühmt ist: Bei «Hey Stoopid» wird ein Fotograf Teil der Show auf der Bühne. Zu «Ballad Of Dwight Fry» wird Alice in einer Zwangsjacke gefesselt und befreit sich schliesslich selbst. «Cold Ethyl» wartet mit einer Tanzeinlage inklusive lebensgrosser aufblasbarer Puppe auf und als «Only Women Bleed» erklingt, erscheint Sharon Cooper auf der Bühne, tanzt ihre Rolle und führt die Geschichte bis zu Alices spektakulärer Hinrichtung durch die Guillotine fort.
Ein besonderes Merkmal der Alice’s Attic Tour ist die Rückkehr mehrerer Songs, die seit vielen Jahren kaum oder gar nicht mehr live gespielt wurden. Dazu gehören: «Dangerous Tonight»», «Brutal Planet», «Who Do You Think We Are» und «Caught In A Dream». Der einzige Schwachpunkt des Abends ist meiner Meinung nach die Aufnahme des Nirvana-Klassikers «Smells Like Teen Spirit» ins Programm. Zwar kommt der Song beim Publikum gut an, doch Alice Cooper verfügt über einen so umfangreichen eigenen Katalog, dass das Cover nicht unbedingt notwendig wirkt. Die Show endet um 22:35 Uhr.
Die Halle ist zwar nicht ausverkauft, dennoch versammeln sich mehr als 3’000 Fans. Das Publikum singt bei jeder Gelegenheit begeistert mit und sorgt für eine grossartige Atmosphäre. Gegen 22:00 Uhr fällt allerdings auf, dass viele Besucher auf ihren Smartphones das WM-Spiel zwischen der Schweiz und Kolumbien verfolgen. Die gute Stimmung des Konzerts leidet darunter jedoch kaum.
Das Fanzit – Alice Cooper
Diese Show war zwar nicht die beste, die ich je von Alice Cooper gesehen habe, aber wie immer liefert er eine professionelle Show ab – und nicht nur ein Konzert –, die mir immer Spass macht. Persönlich hat das Nirvana-Cover, wie bereits erwähnt, den Abend etwas getrübt; es gibt so viele andere Titel, die man stattdessen hätte spielen können.
Die Setlist – Alice Cooper
- Intro
- Hello, Hooray
- Who Do You Think We Are (gekürzte Version)
- Spark In The Dark
- No More Mr. Nice Guy
- House Of Fire
- Billion Dollar Babies
- I’m Eighteen
- Muscle Of Love
- Feed My Frankenstein
- Dirty Diamonds
- Caught In A Dream
- Hey Stoopid
- Dangerous Tonight
- Poison
- Gitarrensolo von Anna Cara
- Brutal Planet
- Ballad Of Dwight Fry
- Cold Ethyl
- Only Women Bleed
- Second Coming / Going Home
- School’s Out / Another Brick In The Wall, Part 2
- Smells Like Teen Spirit (Cover)*
- Under My Wheels*
*Zugabe
Die Fotos – Alice Cooper

