Sa, 12. November 2016

Amaranthe, Sonic Syndicate, Smash Into Pieces

Z7 (Pratteln, CH)
04.12.2016

Nachdem ich seit meiner Entdeckung Mitte Jahres Amaranthe rauf und runter gehört habe, waren die Erwartungen gross – wohl zu gross. Für den Live-Auftritt gibt es maximal ein Genügend und eigentlich spezielle für die Sängerin ein grosses Määäh!

Smash Into Pieces

Den Start in den Abend machten Smash Into Pieces. Die coolen Jungs wussten sich auf der Bühne zu bewegen und die Multivisionwand sowie die Leuchtmaske des Drummers machten die Show rein optisch schon mal recht spektakulär. Und auch die Mucke erzeugte ganz ordentlichen Druck. Die Saitenfraktion gab zusammen mit dem Drummer Vollgas und die rauchige Stimme des Sängers schallte dazu mit einer enormen Kraft. Manche Songs hätten für meinen Geschmack jedoch noch etwas Geschwindigkeit vertragen. Insgesamt waren Smash Into Pieces die wohl interessanteste Band des Abends. Vielleicht trügt der Schein aber auch nur, weil sie uns mit ihrem Screen zwei Mal hypnotisierten, um uns an den Merchandise Stand zu locken.

Sonic Syndicate – Was für die Augen

Auch die zweite Runde an diesem Samstagabend Stand unter schwedischer Flagge. Der Sound von Sonic Syndicate hatte sehr viele elektronisch-popige Elemente und darum auch sehr viel Beat, was mir grundsätzlich gefällt. Die Songs waren mir aber dennoch zu wenig eingängig. Immerhin gab der Sänger so ziemlich alles: Er sprang wie ein Verrückter herum und kletterte sogar auf eines der Podeste neben der Bühne, um wagemutig dort wieder herunter zu springen. So viel Power sieht man nicht alle Tage. Und auch, dass er sein T-Shirt abzog, um seinen gut trainierten Body zu präsentieren, gab vielleicht noch den einen oder anderen Pluspunkt für mein Gesamt-Rating der Show: Sehens-, aber vielleicht nicht so hörenswert.

Amaranthe – Nichts für die Ohren

Ich konnte es kaum fassen, als Amaranthe dann endlich loslegten und mir nach den ersten Lyrics gesungen von Elize Ryd die Ohren wehtaten. Es klang schlicht und einfach falsch und schrill. Ab Platte finde ich die Sängerin echt hammermässig und würde sie als eine der angenehmsten, schönsten Stimmen der Metalwelt werten, aber live war ihr Gesang zumindest bis zur Hälfte des Konzerts grösstenteils fürchterlich. Erst als sie Solo die Ballade Endlessly sang, klang es sauber und wunderschön. Danke Technik, danke Playback würde ich sagen. Echt schade, denn die Band machte instrumental einen super Job und auch die anderen beiden Sänger hatten beide eine klasse Stimme. Interessanterweise klang ihre Röhre bei den nachfolgenden Liedern um einiges angenehmer – wieso auch immer: Ohren kaputt oder Techniker im Voll-Einsatz?

Gefühlt und gesehen sprang auch erst dann der Funken ins Publikum über. Plötzlich legte das vordere Viertel los und pogten noch bis zum Schluss umher. So richtig-richtig in Schwung kam ich selber aber bis zum Schluss nicht. Dafür hätte Amaranthe mit ihren kraftvollen Songs so viel Potential für ein deftig geil tanzbares Konzert. In Zukunft gibt’s die Band für mich aber wohl nur noch ab Platte.


Wie fandet ihr das Konzert?

04.12.2016
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