Venom - Into Oblivion (Cover Artwork)
Fr, 1. Mai 2026

Venom – Into Oblivion

Black Metal, New Wave of British Heavy Metal
12.05.2026
Venom - Into Oblivion (Cover Artwork)

Venom-enale Antworten

Eigentlich sehe ich mich als eine Person, die schon aus dem Venom-Alter herausgewachsen ist. Schliesslich verknüpfen viele Ü-50 ihre Erinnerungen an die Band oft mit einem Opa-Satz wie: «Als ich sechzehn war…». Die ersten Studio-Alben und «Eine kleine Nachtmusik» sind allerdings Kult und landen gelegentlich im Player.

Subjektiv gesehen scheinen Venom für die Metal-Klatschpresse interessanter zu sein als für das Metalvolk. Wann habe ich mich das letzte Mal mit jemandem über Venom unterhalten? Vermutlich vor über zehn Jahren. In Helsinki. Mit einem besoffenen Finnen, der das Schlagzeugspiel auf «Welcome To Hell» überschwänglich lobte. So gesehen war diese keine echte Unterhaltung. Ich wurde unterhalten.

Nun kommt «Into Oblivion» auf den Markt und ja, ich habe doch noch ein Ohr riskiert, obwohl die Band mir inzwischen fremd geworden ist. Meistens fallen mir mehr Artikel auf über die Fehde zwischen Venom und Venom Inc. als solche über ihre Musik. Sind die alten Säcke etwa unreif? Kann sein, aber: This is fucking Black Metal! By the way, da drängen sich bei mir Fragen auf.

Wer ist mehr Venom?

Abaddon, Cronos, Mantas: Sie waren Venom! Nun sagt einer, es wäre doch schön sich zu versöhnen, noch einer meint er sei der Beste und der dritte leitet rechtliche Schritte ein, weil die vermeintliche Grösse des anderen ihn stört. Und so geht es weiter und weiter. Aber eben, Cronos‘ Stimme war schon immer ein Alleinstellungsmerkmal und deswegen dürften «seine» Venom mehr Venom sein als Venom Inc.

Sind es noch Venom?

Aaaaaber: Reicht Cronos‘ Stimme aus, um aus einem umgestalteten Trio Venom zu machen? Zugegeben, er, Rage und Danté halten seit Jahren zusammen und sind eingespielt. Mein Aber bleibt. Blendeten wir die Stimme aus, könnten wir immer noch sagen: «Oh, ja, das sind Venom»? «Into Oblivion» erscheint schliesslich fünfundvierzig Jahre nach dem Debüt und so wie die Zeiten sich ändern, ändern sich auch die Menschen, ihre Geschmäcker und jeder Besetzungswechsel bringt neue Einflüsse in eine Band, was die Kreativität befeuert. Nicht dass Venom jetzt Prog spielen würden, aber schon das Titellied oder das schwere «Man & Beast» mit seinen Shouts sind eher als robuste Thrash-Nummern zu betrachten. Cronos und Kumpanen geben sich weder unbedingt altmodisch noch besonders modern, sondern scheinen vor allem heavy klingen zu wollen. Dabei entstehen auch melodiösere und verspieltere Stücke, die zwar fernab vom Spirit of 1981 liegen, aber von der Spielfreude erzählen, die Venom zurzeit erleben. Viele andere Songs wie zum Beispiel «Lay Down Your Soul» oder «Death The Leveller» wären – wenn eine andere Band sie komponiert hätte – als «stark von Venom beeinflusst» zu beschreiben.

Wie es zu erwarten war, sind auch Venom etwas mit der Zeit gegangen und – frei nach einer Redewendung – es ist nicht alles Venom, was Cronos singt. Die Attitüde ist aber da, einige Titel würden genauso ohne seinen Kehlkopf nach Venom tönen. Also: Ja, es sind noch ziemlich Venom.

Das Fanzit zu Venom – Into Oblivion

Venoms «Into Oblivion» mag etwas für Die-hard-Fans sein, die alles, was eine Band auflegt, besitzen müssen. Das Album bietet aber einige solide Songs, die Spass machen und auch live eine gute Figur abgeben dürften. Riskiert doch ein Ohr und entscheidet selbst, ob «Into Oblivion» für euch Venom genug ist.

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Die Tracklist – Venom – Into Oblivion

  1. Into Oblivion
  2. Lay Down Your Soul
  3. Nevermore
  4. Man & Beast
  5. Death The Leveller
  6. As Above So Below
  7. Kicked Outta Hell
  8. Legend
  9. Live Loud
  10. Metal Bloody Metal
  11. Dogs Of War
  12. Deathwitch
  13. Unholy Mother

Venom – Lay Down Your Soul (Official Video)


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 7/10



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12.05.2026
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