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So, 25. Januar 2015

OBITUARY, DUST BOLT, MPIRE OF EVIL, ROTTEN REPUGNANCY

Schüür (Luzern, CH)
27.01.2015

Nach einem köstlichen Abendessen, das ich mit  einem guten Freund in gediegenem Ambiente eingenommen hatte, ging es um 18.30 Uhr in die Schüür Luzern. Kaum im oberen Stock der Location angekommen, polderten schon die ersten Töne des Supports aus Boxen.

 

Da heute vier Bands auf dem Programm standen, musste Rotting Repugnancy (UK) schon früh mit ihrem Auftritt starten. Zu Anfang ihres Sets fanden sich nur ein paar einzelne Besucher vor der Bühne ein. Danach füllte sich der Platz vor der Bühne zügig. Die Engländer legten ohne grosses Tamtam mit heavy, blasting, slamming, guttural Death Metal, wie sie ihren Musikstil selber bezeichnen, los. Das Schlagzeug drückte dominant durch, was auch kein Wunder war, so wie der Herr der Küche frischfröhlich drauflos prügelte. Ansagen wurden knapp gehalten, auf sonstiges Geschwätz vom Sänger wurde fast gänzlich verzichtet. Verstanden hätte es wohl eh keiner. Sein Dialekt war sehr gewöhnungsbedürftig. Aber egal, Iain Muir (V) legte eine gute Performance zu Tage, Bassist und Gitarrist hatten einen Bewegungsradius von einem Bierdeckel, waren aber ständig am Headbangen und das Brett nach vorne liess keine Wünsche offen. Nach 30 Minuten und einem durchaus lobenswerten Auftritt, verliessen die Engländer die Bretter.

 

Nach einer zackigen Umbaupause stürmte Dust Bolt aus Deutschland die Bühne und drückten von der ersten Sekunde wie die Wahnsinnigen ab. Schon bevor die die Jünglinge die Bühne betraten, scharrten sich die Fans in dichtem Gedränge vor der Bühne. Die Band kann auf eine gute Fanbase zählen, die abgeht wie ein Zäpfchen und feiert und mosht, was das Zeugs hält. Spielfreude stand den Jungs von Dust Bolt sichtlich ins Gesicht geschrieben. Bassist Bene schneidet eine Grimasse nach der andern und musste feststellen, dass lange Haare nicht immer von Vorteil sind. Er wickelte seine Matte so unglücklich um den Mikständer, dass er kurzerhand sein Spiel unterbrechen musste, um sich aus dieser misslichen Lage zu befreien. Die Musik haute aber ordentlich rein und Dust Bolt bewiesen eindrucksvoll was sie am besten können: kompromisslosen Thrash Metal spielen und ‘ne unterhaltungsvolle fette Show abliefern.

 

Bei M:Pire Of Evil (UK) genossen die Anwesenden durch Tony „Demolition Man“ (V & B) eine Lernstunde in Metalkunde. What’s the meaning of „Old School“? That’s when we went to school…because we’re old! Na, alles klar?? Holy shit, die Herren fortgeschrittenen Alters, um ex-Venoms Mantas spielten tight und präzise wie ‘ne Schweizer Uhr. Souverän und routiniert führten sie durchs Set. Geiler, klarer Sound und eine gute Lichtshow, die den Auftritt der Briten untermalten, fehlten eben so wenig. Mantas entlockte seiner Klampfe Melodien, dass es eine reine Freude war, Drummer Marc erinnerte mich seines Actings wegen, an „The Animal“ von der Muppet Show und Tony spuckte Kunstblut ab Flasche, zur Erheiterung des Publikum. Die Fans frassen M:Pire Of Evil aus der Hand und drehten spätestens bei Venom-Songs voll ab. Zu „Black Metal“ genehmigte sich Tony nochmals einen tüchtigen Schluck des roten Elixiers und spuckte diesen genüsslich in die Runde. Diesmal blieb ich leider nicht verschont. Aber egal, selten hab ich von einer Band die nur zu dritt sind, einen so unterhaltsamen und musikalisch genialen Gig gesehen.

 

Obituary (USA) scharren schon mit den Hufen und stehen in den Startlöchern. Kurze Umbaupause und die Bühne wird gestürmt. Nun dreht die Meute vor der Bühne komplett durch. Ein Moshpit? Natürlich! Surfen? Warum nicht! Stage Diving? Logo! Der erste Stagediver, der die Bühne erkletterte, verbeugte sich vor John (V), holte Anlauf und hechtete ohne mit den Wimpern zu zucken ins Publikum. Die Verwunderung ab diesem Vertrauen in unbekannte Leute, stand der Band und dem Gitarrentechniker buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Die Band wirkte heute etwa müde und mitgenommen, lieferte aber trotzdem einen mustergültigen Auftritt ab. John (V) und Trevor (G) beeindruckten einmal mehr mit ihren Matten, die bis an den Arsch reichen und lösten etwas wie Eifersucht in mir aus. Johns Bruder Donald klopfte mit Dauergrinsen auf das Drum ein und legte einen hervorragenden Takt vor. Was soll man zu Terry (B) und Kenny an der 2. Klampfe sagen? Musikalisch seid ihr top aber was die Performance angeht, seid ihr flopp? Etwas mehr Einsatz wär wünschenswert gewesen und Bewegung schadet nicht. Vielleicht hätte man Kenny auch mittteilen sollen, das sich das Publikum vor der Bühne befindet und nicht seitlich an der Wand. Oft stand er genau der Wand gegenüber und starrte in seinen offenen Gitarrenkoffer. Was es da zu begutachten gab, entzieht sich meines Wissens. Die Auswahl der Songs von Obituary, reichte übrigens back to 1992 und liess keine Wünsche offen. Die Fans zollten dem legendären Auftritt der Amis mit Abfeiern bis zur letzten Minute und ordentlich Applaus.


Wie fandet ihr das Konzert?

27.01.2015
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