Gloryhammer - Legends from beyond the galactic terrorvortex (CD Cover Artwork)
Fr, 31. Mai 2019

Gloryhammer – Legends from beyond the galactic terrorvortex

Power Metal
19.05.2019
Gloryhammer - Legends from beyond the galactic terrorvortex (CD Cover Artwork)

For The Glory Of Dundee!

Die Fantasy Power Metaller Gloryhammer sind zurück. Ende Mai erscheint das dritte Album mit dem verheissungsvollen Titel „Legends From Beyond The Galactic Terrorvortex“. Metalinside dufte sich den Legenden schon mal annehmen. Freunde, da kommt was ganz Grosses auf euch zu!

Das Cover und die Story

Während Gloryhammer bei ihrem Erstling zweifellos (zumindest etwas) von HammerFall inspiriert wurden, so erinnert das aktuelle Cover schwer an „Lord Of The Rings“. Bewaffnete Orks und Sauron (resp. Zargothrax) stehen vor dem Schicksalsberg – der allerdings eine Statue des bösen Herrschers darstellt. Die Pyramiden im Hintergrund wirken zwar etwas seltsam, nichtsdestotrotz ist’s ein fantastisches Cover Artwork, welches Dan Goldsworthy da kreiert hat.

Für die inhaltliche Story braucht man beinahe einen Hochschulabschluss. Fronter Thomas Winkler aka Prince Angus McFife hat die Eckpfeiler dieser comic-mässige Geschichte in einem Interview mitten in der Karibik mal etwas erläutert. Dieses könnt ihr hier nachlesen. Und ansonsten hilft euch sicher auch das Studium der Texte, die durchaus komplexen Zusammenhänge zu verstehen…

Bleibt somit das Wichtigste: Die Musik. Und die verdient es, dass man schlicht alle Songs einzeln betrachtet!

Into The Terrorvortex Of Kio-Virilath

Ein knapp 90-sekündiges Intro eröffnet das Werk. Eine kurze Einleitung von Zargothrax, dann wird’s episch, fast soundtrackmässig. Kann man sich auch einen Moment bei Star Wars vorstellen…

The Siege Of Dunkeld (In Hoots We Trust)

…doch dann geht’s in die Vollen! Mit Hochgeschwindigkeit – ähnlich dem „Rise Of The Chaos Wizards“ vom letzten Album – brettert der Fünfer los. Eine Prise Symphonic Metal (Amy Turk, die Schwester des Drummers Ben Turk, ist hier zu hören) zu Beginn und gekrönt mit einem supereingängigen Refrain und einem herrlich sägenden Gitarrensolo, bildet das einen mehr als gelungenen Einstand.

Master Of The Galaxy

Das erste ganz, GANZ grosse Highlight! Meine Fresse, wo haben die Jungs diese Melodien ausgegraben? Zwar ist der Einsatz der Keyboards etwas höher als bei anderen Songs, doch hier gibt’s treibende Rhythmen, fantastischer Gesang und erneut ein Refrain mit gigantischem Ohrwurm-Charakter. Fraglos ein absoluter Abräumer bei den Live Shows!

The Land Of Unicorns

Und der nächste Trademark-Song. Speediger Beginn, schöner Keyboard-Teppich, Winkler singt zumindest zu Beginn recht aggressiv, bevor dann der nächste Ohrwurm-Refrain einsetzt. Im zweiten Teil glänzt dann Paul mit dem nächsten spitzenmässigen Solo.

Power Of The Laser Dragon Fire

Weiter geht’s im Hochgeschwindigkeitsbereich. Hier erinnert es mich von der Machart her etwas an „Amulet Of Justice“ vom Debüt. Der Track besticht durch einen gesprochenen Part von Zargothrax und durch einen Schrei von Angus, der ins nächste Gitarrensolo übergeht. Der kurze ruhige Part gegen Ende bringt eine überraschende Auflockerung.

Legendary Enchanted Jetpack

Aller guten Dinge sind drei. Die nächste Highspeed-Granate frisst sich in die Gehörgänge. Auch wenn die „Oh oh“-Rufe im Refrain live sicher für Stimmung sorgen können, so bleibt diese Nummer insgesamt jetzt leicht zurück. Schlecht ist sie jedoch keinesfalls und sie passt natürlich dennoch prima ins Gesamtwerk.

Gloryhammer

Was für ein Hammer! (Wortspiel-Alarm…) Ein Stampfer, ein Headbanger, eine wahre Hymne, für einmal wird die Geschwindigkeit etwas zurückgenommen. Vom Aufbau her erinnert‘s mich etwas an „Primo Victoria“, ist aber keinen Deut schlechter. Wenn das nicht die ultimative Live-Granate wird, dann versteh ich die Welt nicht mehr! „Gloryhammer“ nimmt es mit wirklich jedem Klassiker der grossen Konkurrenz wie HammerFall, Sabaton oder Powerwolf auf. SO geht Powermetal. Lautstärke aufdrehen ist angesagt! Die Lyrics sind zwar schon auf die Story zugeschnitten – aber auch unabhängig davon könnte das Manowar nicht besser machen. Auszug gefällig?
„ My steel will blow you away, fighting mega battles every day! Glory! Hammer! Wielding steel that is true“

Hootsforce

Hui, dieser Kontrast! „Hootsforce“ ist stilistisch nichts anderes als „Universe On Fire 2“. Wobei die Keyboards insgesamt dann doch nicht ganz so extrem sind wie beim „Original“. Live können die Jungs nun immer etwas abwechseln… Die Szenepolizei wird spätestens jetzt aktiv werden – sollen sie. Die Fans schreien derweil „HOOTSFORCE“!

Battle For Eternity

Mit „Battle For Eternity“ jagen Gloryhammer nochmals einen kurzen, knackigen Song raus, der mit Epik, grossartigem Gesang und herrlichen Melodien besticht, während die Keyboards deutliche Anleihen bei Stratovarius zeigen. Das ist allerdings auch kein Wunder – denn deren Tastenmann himself, Jens Johansson, liefert hier tatkräftige Unterstützung!

The Fires Of Ancient Cosmic Destiny

Dass Gloryhammer mehr können, als nur irgendwelche schnelle oder halbschnelle Power Metal Songs zu schreiben, haben sie schon früher bewiesen. Und jetzt stellen sie das mit dem abschliessenden Track ein weiteres Mal auf unglaublich beeindruckende Art unter Beweis! Nein, es folgt keine Ballade – sondern nichts anderes als der längste Track in der Bandhistorie!

Diesen Song zu beschreiben ist wahrlich keine leichte Aufgabe. Epik? Vorhanden. Typische Power Metal Parts? Aber ja doch. Zargothrax‘ böse Einsätze? Mehrmals. Keyboards? Natürlich. Mehrstimmige Gesänge? Sogar das. Ruhige Töne? Perfekt eingesetzt. Wie wär’s denn nun mit einer Kriegserklärung? Der Hootsman schliesst sich mit Angus McFife zusammen und erklärt dem bösen Magier Zargothrax, wohin der sich seinen Gloryhammer schieben kann… Ok – der letzte Part ist Quatsch. Doch dass die Story nun eine dramatische Wendung nimmt, entspricht den Tatsachen. Zargorthax wird besiegt, doch auch das Schicksal von Angus McFife nimmt eine überraschende Wende. Pure Dramatik, welche von einem letzten Gitarrensolo abgerundet wird. Was zum Ende wohin übermittelt wird, wird dann wohl im nächsten Album erklärt – mit „Transmission complete“ endet dieses zwölfeinhalb minütige Spektakel.

Das Fanzit – Gloryhammer – Legends from beyond the galactic terrorvortex

Als mir Thomas Winkler auf der Cruise gesagt hat, dass „Legends from beyond the Galactic Terrorvortex“ das beste Album wird, habe ich gegrinst – weil diese Aussage bekanntlich jeder Musiker zu seinem neuesten Baby macht. Aber der Sänger hat noch weitere Erklärungen dazu abgeliefert. Und er hat recht gehabt…

Album Nummer drei ist zweifellos der bislang stärkste Output von Gloryhammer! Das ganze Werk kommt als eine richtige Einheit daher. Abwechslung wird gross geschrieben. Insgesamt ist es zudem deutlich mehr „Metal“ als der Vorgänger. Natürlich sind die Keyboards nach wie vor ein wichtiger Part des Sounds – aber die Dominanz wurde deutlich zurückgeschraubt. Die Ausnahme bildet hier dann „Hootsforce“, doch das liegt insgesamt alles in einem akzeptablen Rahmen. In einem Jahr, in dem nicht gerade wenige Power Metal Bands ihre neuen Werke raushauen, setzen Gloryhammer ein Zeichen. Eine Marke, an der sich zweifellos auch die ganz Grossen des Genres messen müssen. Denn „Legends from beyond the Galactic Terrorvortex“ ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nichts anders als das beste Album des Jahres 2019!

Früher hiess es immer, dass das dritte Album das entscheidende ist für den weiteren Karriereverlauf einer Band. Make it or break it. Wenn man dieser Regel folgt, dann steht Gloryhammer einiges bevor! Denn mit so einem Silberling kann man eigentlich gar nicht verlieren… Und überhaupt: Es stehen noch 18 weitere Alben an! In der Zwischenzeit gibt es nun ganz fette 9 von 10 Punkten! Well done, guys!

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Video Gloryhammer – Gloryhammer


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 9/10



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19.05.2019
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