Omnium_Gatherum - KIFF Aarau 2026
Sa, 21. Februar 2026

Omnium Gatherum, Fallujah, In Mourning

KIFF (Aarau, CH)
25.02.2026
Omnium_Gatherum - KIFF Aarau 2026

Melodiös, tödlich und progressiv

Am Samstagabend gastierten die drei Kapellen Omnium Gatherum, Fallujah und In Mourning im KIFF. Zu bestaunen gab es für die Besucher rasante Klangfolgen und niveauvolle Gitarrenarbeit. Falls ihr diesen Event verpasst habt oder nicht daran teilnehmen konntet, findet ihr in den nachfolgenden Wortverkettungen die wichtigsten Zusammenfassungen.

Seit Jahren lotst Veranstalter Metalmayhem regelmässig überzeugende Bands und spannende Tour-Pakete ins Aarauer KIFF. Ehe der Neubau voraussichtlich Ende dieses Jahres eingeweiht wird, soll die «alte Bude» nochmals mit diversen Konzerten ordentlich durchgeschüttelt werden.

Beim heutigen Headliner musste ich keine Sekunde überlegen. Sofort war die Pilgereise in den Kanton Aargau in Stein gemeisselt. Die finnischen Melo Death-Experten Omnium Gatherum sind nämlich zu Gast. Für Personen mit einem «Suomi-Faible» ein absolutes Muss!  Die letztjährige Scheibe «May The Bridges We Burn Light The Way» ist absolut hörenswert und enthält mit «The Last Hero» einen grandiosen Hit, der mich mehrheitlich durch das intensive, kräftezehrende 2025 getragen hat. Somit stehe ich definitiv in der Schuld der Finnen.

Kraft und Energie sind ohnehin ideale Stichworte, denn genau das wird Sänger Jukka Pelkonen diskussionslos brauchen. Anfang dieses Monats gab er bekannt, dass bei ihm bedauerlicherweise Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert wurde und er aufgrund dessen eine Weile pausieren muss. Ich wünsche ihm, dass er diesen «Dreck» irgendwie heil übersteht und drücke dazu alle Daumen, die ich aufbieten kann. Sein Vertreter auf der laufenden Tournee ist der mir bereits bekannte Henry Hämäläinen (ansonsten hauptsächlich bei Shade Empire im Einsatz). Ich bin sicher, dass er seine «Deputy-Rolle» auf gelungene Art und Weise umsetzen wird. Doch zuvor gehört die Bühne den Gruppen In Mourning und Fallujah.

In Mourning

Huch? Was macht denn Omnium Gatherum-Bassist Mikko Kivistö schon im Scheinwerferlicht? Da möchte jemand augenscheinlich eine Doppelschicht einlegen. Und ist auf einem Tanktop effektiv das Antlitz einer jungen Dolly Parton abgebildet? Kann man machen. Mit Country hat der dargebotene Sound jedoch herzlich wenig am Hut. Ich würde das Gezeigte viel eher als Progressive Melodic Death Metal (mit zusätzlichen Doom- und Gothic-Elementen) klassifizieren. Die Schweden wandern da durchaus auf den Pfaden von Insomnium. Sämtliche Saitenhexer (namentlich Tobias Netzell, Björn Pettersson und Tim Nedergård) haben ebenfalls Gesangseinsätze. Und diese mehrstimmige Angelegenheit hat fürwahr ihren Reiz. Derweil darf sich Drummer Cornelius Althammer hinter einer grossen «Küche» austoben. Zum Abschluss wird nach rund vierzig Minuten der «Colossus» in die Schacht geführt. Eine epische Hymne, welche nicht nur meinen nicht unweit von mir entfernt stehenden Mit-Metalinsider Pöch in Ekstase versetzt.

Fallujah

Fallujah waren zuletzt vor zwei Jahren in der hiesigen Location präsent. Leider werden sie heute von einer phasenweise grottigen Abmischung ausgebremst, unter welcher insbesondere Frontmann Kyle Schaefer zu leiden hat. Eigentlich schade, denn sein variantenreiches Stimmorgan klingt grundsätzlich interessant. Die Truppe beherrscht sowohl progressive als auch knallharte Songstrukturen. Die schnellen, technisch hochstehenden gespielten Passagen führen sowieso automatisch sämtliche Headbanger und «Hobby-Finger-Luftschlagzeuger» auf den Plan. Das aktuelle Eisen «Xenotaph» dominiert die Setlist. Nach fünfzig Minuten räumen die Herrschaften aus Nashville, Tennessee das Feld und machen somit dem Headliner Platz. Für ihr nächstes, helvetisches Gastspiel wünsche ich den Amis glasklar eine Performance ohne irgendwelche «Mix-Stolperfallen».

Omnium Gatherum

Verbleiben noch die Akteure aus der südfinnischen Hafenstadt Kotka. Sie eröffnen ihren Gig sogleich stinkfrech mit dem von mir bereits hoch angepriesenen «The Last Hero». Das ist selbstredend eine erste Duftmarke! Ersatz-Mikrofonhüter Henry kann sich direkt in Szene setzen. Einerseits punktet er mit sackstarken Growls und anderseits kann sich seine herumfliegende Mähne fraglos sehen lassen. Alle Protagonisten tragen brav einheitlich ihre «OG»-Westen, wovon jede mit einer eigenen Nummer ausgestattet ist. Aber keine Angst, sie sind weder orange, noch sind die Herren aus irgendeinem Knast ausgebrochen. Auffallend ist zudem die Zebra-Klampfe von Markus Vanhala. Des Weiteren schwört der Axtmann auf Bügel-Bier, was ihm von Seiten des Publikums zahlreiche Sympathiepunkte einbringt.

Glücklicherweise dröhnen im Verlauf der Darbietung die Töne nach und nach klarer aus den Boxen. Die Techniker scheinen somit die richtigen Knöpfe entdeckt zu haben. Auch bei Omnium Gatherum sind die mehrstimmigen Abschnitte Trumpf! Einzig Keyboarder Aapo Koivisto wirkt so, als ob er den entspanntesten Job des Abends hätte. Lässig steht er hinter seinem Instrument und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Das soll keinesfalls bedeuten, dass er faul ist, denn seine Finger erwischen nichtsdestotrotz stets die passenden Tasten. Vom ausgewählten Liedgut vermögen mich speziell «Slasher», «Reckoning», «Skyline», «Luoto» (eine rein instrumentale Geschichte) und das finale «New World Shadows» zu überzeugen. Diese Finnen machen einfach Spass und ich geniesse den Konzertabend in vollen Zügen. Deshalb braucht es an dieser Stelle auch gar keine weiteren Zeilen.

Das Fanzit – Omnium Gatherum, Fallujah, In Mourning

Omnium Gatherum wurden ihrer Favoritenrolle mühelos gerecht und bewiesen erneut, dass sie mittlerweile zu den wichtigsten Aushängeschildern des Melodic Death Metal-Genres gehören. Fallujah zeigten vielversprechende Ansätze, dürfen aber beim nächsten Mal hoffentlich auf eine bessere Abmischung hoffen. Und mit den Schweden von In Mourning werde ich mich in Zukunft freilich ein wenig ausgiebiger befassen. Das klang sehr überzeugend und spannend.

Die Setlist – In Mourning

  1. Song Of The Cranes
  2. Silver Crescent
  3. North Star
  4. The Sojourner
  5. Thornwalker
  6. Colossus

Die Setlist – Fallujah

  1. In Stars We Drown
  2. Kaleidoscopic Waves
  3. Radiant Ascension
  4. Amber Gaze
  5. Eden’s Lament
  6. Labyrinth Of Stone
  7. The Obsidian Architect
  8. Sapphire
  9. The Void Alone
  10. Xenotaph

Die Setlist – Omnium Gatherum

  1. The Last Hero
  2. Gods Go First
  3. Slasher
  4. The Darkest City
  5. Frontiers
  6. Walking Ghost Phase
  7. The Unknowing
  8. My Pain
  9. Reckoning
  10. Ignite The Flame
  11. Skyline
  12. Luoto*
  13. New Dynamic*
  14. New World Shadows*
  15. *Zugabe

Wie fandet ihr das Konzert?

25.02.2026
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